Stahllexikon

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B Kurzzeichen für 1. Betonstahl; 2. bei allgemeinen Baustählen für Qualitätsklasse B; 3. auch als Hinweis auf Borbehandlung, in der Bedeutung Lagerstahl (z. B. Wälzlager).
Badspiegel Oberfläche einer Schmelze im metallurgischen Gefäß. Badspiegelmessungen geben Aufschluß über den Höhenlevel einer Schmelze. Mit dieser Information kann das Abstichende genau geregelt werden.
Bahnsteuerung Die B. ermöglicht gerade, schräge und kreisförmige Werkzeugbewegungen und eignet sich deshalb zur Bearbeitung geometrisch komplizierter Werkstückkonturen, ohne daß aufwendige manuelle Rechenarbeit notwendig ist. Die B. umfaßt die Punktsteuerung und Streckensteuerung. Mit der B. werden heute fast alle CNC-Werkzeugmaschinen wie z.B. Fräsmaschinen, Drehmaschinen oder Bearbeitungszentren ausgestattet.
Bainit Zwischenstufengefüge, bildet sich bei Temperaturen zwischen denen für die Perlit- bzw. Martensitbildung. ähnelt dem Vergütungsgefüge.
Bainitisieren oder auch isothermisches Umwandeln in der Bainitstufe ist ein Austenitisieren mit anschließendem Abschrecken auf Temperaturen oberhalb MS Die Abkühlgeschwindigkeit muß dabei so gewählt werden, daß keine Umwandlung in der Perlitstufe stattfinden kann. Beim Halten auf der Temperatur oberhalb Mg wandelt der Austenit möglichst vollständig zu Bainit um.
Bake-hardening-
Stahl
Bei Raumtemperatur alterungsbeständiger Stahl, der beim Lackeinbrennen zusätzlich verfestigt. Im Anlieferungszustand sind solche Stähle mit ihrer relativ niedrigen Streckgrenze gut kaltumformbar. BH-Stähle kommen beispielsweise im Automobilbau zum Einsatz.
Balligkeit (Ballig = Tonne). Mit Balligkeit bezeichnet man die von der zylindrischen Form abweichende Querschnittsverdickung bei Walzen. Bombieren
Band Man muß zwischen (Herstellungsland und Bandprodukten unterscheiden. In erstgenanntem Zusammenhang handelt es sich um warm- oder kaltgewalztes Flachzeug, das direkt hinter der Fertigwalze - ggf. nach Beizen oder kontinuierlichem Glühen - zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt wird. Das B. hat im Walzzustand leicht gewölbte Kanten, kann aber auch mit beschnittenen Kanten geliefert werden. Warmband kann auch durch Längsteilen eines breiteren Bandes entstehen (Spaltband). Man unterscheidet:
1. Warm- bzw. Kaltbreitband mit Walzbreiten 2: 600 mm (bei Kaltbreitband ist die Walzbreite identisch mit der Lieferbreite);
2. längsgeteiltes Warm- bzw. Kaltbreitband mit Walzbreiten > 600 mm und Lieferbreiten < 600 mm;
3. warm- oder kaltgewalzter Bandstahl mit Breiten < 600 mm. Bandstahl kann nach Abwickeln von der Rolle und Ablängen auch als Bandstahl in Stäben geliefert werden.
Bandauftrag-
schweißen
Schweißverfahren, das einen bandförmigen Zusatzwerkstoff verwendet. Beim UP-Schweißen kommen üblicherweise bandförmige Zusatzwerkstoffe in Abmessungen von 30, 60, 90 und 120mm Breite und bis 0,5mm Dicke zum Einsatz. Geläufig ist auch das Elektroschlackeschweißen mit Bandelektrode.
Bandbeschichten Sammelbegriff für die kontinuierlichen Verfahren zur Beschichtung von Band. Als Beschichtungswerkstoffe kommen sowohl NE-Metalle (Zn, Sn, Al) als auch organische Substanzen zum Einsatz. Metallische Beschichtungen werden durch Schmelztauchen, elektrolytisches Abscheiden und durch Gießplattieren aufgebracht. Neuere Verfahren binden zum Teil auch bereits eine Glühbehandlung mit ein. Bei organischen Stoffen unterscheidet man Folien- (Kunststoff) und Flüssigbeschichtung (Farbe).
Bandbeschichtetes
Stahlblech und -band
®Kontinuierlich bandbeschichtete Stahlbleche
Bandblech Aus Warmbreitband (Band) geschnittenes Blech, vorwiegend in Dicken bis 15 (max. 20) mm. Im Unterschied dazu Quartoblech.
Bandgießanlagen Kontinuierlich arbeitende Anlagen zum ®endabmessungsnahen Gießen von Stahl. Dünnes Band (Vorband 15-50 mm, Band < 15, Dünnband < 5 mm) wird in diesen Anlagen direkt aus der Schmelze hergestellt. Die Verfahren arbeiten mit ein oder zwei Rollen. Prinzipiell lassen sie sich in zwei Kategorien einordnen: 1. Typ: Die Schmelze erstarrt auf einer einzigen Rolle; als Produkt erhält man ein 1-2 mm dickes Blech. 2. Typ: Die Schmelze erstarrt zwischen zwei Rollen (Double-roller); die erreichbare Banddicke liegt - je nach Verfahren - zwischen 1 und 6 mm.
Bandplanheitsregelung ist der Fachbegriff für regelungstechnische Maßnahmen zur gezielten Einstellung der Arbeitswalzenbiegung. So regelt man die Planheit des Bandes zwischen den Gerüsten und am fertigen Band. Zur Kontrolle steht ein Planheitsmeßgerät zur Verfügung, das ggf. Korrektursignale an die Biegesysteme sendet.
Bandprodukte,
Bandstahl kaltgewalzt
Kaltgewalztes Band (Dicken im allgemeinen < 3 mm)Aus Warmbreitband (Bandprodukte, Bandstahl warmgewalzt) durch Kaltumformen hergestelltes Flacherzeugnis, das durch Kaltwalzen eine Querschnittsverminderung um mind. 25 % erfahren hat und nach Durchlaufen der Fertigwalze bzw. nach dem Beizen oder kontinuierlichen Glühen zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt wird. Es wird unterschieden:
1. Kaltbreitband; das ist kaltgewalztes Band mit einer Walz- und Lieferbreite von > 600 mm,
2. Längsgeteiltes Kaltbreitband mit einer Walzbreite > 600 , aber einer Lieferbreite < 600 mm, Maßnorm für 1. und 2. :DIN EN 10131 (bisher DIN 1541) oder DIN 69382 für nichtrostende Stähle
3. Kaltband mit einer Walzbreite < 600 mm, das nach Ablängen von der Rolle auch als Kaltband in Stäben geliefert werden kann. Maßnorm: DIN 1544 bzw. 59381 für nichtrostendes Kaltband.
4. Als Spezialerzeugnis kaltgewalztes Feinstblech in Rollen zur Herstellung von Weißblech nach DIN EN 10205.
Bandprodukte,
Bandstahl warmgewalzt
Flacherzeugnis mit einem rechteckigen Querschnitt, dessen Breite viel grö?sss?er als die Dicke ist; hergestellt aus Halbzeug unlegierten oder legierten Stahles. Es wird unmittelbar von der Fertigwalze bzw. nach dem Beizen oder dem kontinuierlichen Glühen zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt, so dass die Seitenflächen der Rolle ungefähr in einer Ebene liegen. B. hat im Walzzustand leicht gewölbte Kanten, kann aber auch mit beschnittenen Kanten geliefert werden oder durch Längsteilen (Spalten) eines breiteren Bandes entstehen (Spaltband). Es wird unterschieden: Warmband (Dicken bis zu 20 mm)
1. Warmbreitband mit Breiten >. 600 mm, Maßnorm DIN EN 10051 (bisher DIN 1016)
2. Längsgeteiltes Warmbreitband, das ist warmgewalztes Band mit einer Walzbreite > 600 mm und einer Lieferbreite < 600 mm nach DIN EN 10048 (Entwurf), bisher DIN 1016 3. Bandstahl, das ist warmgewalztes Band mit Walzbreiten < 600 mm, das nach Ablängen von der Rolle auch als Bandstahl in Stäben geliefert werden kann. Maß norm DIN EN 10048 (Entwurf), bisher DIN 1016,Warmbreitband wird zum größten Teil bereits in den Walzwerken durch Querteilen zu Bandblech oder zu Kaltgewalzten Flacherzeugnissen (Bandprodukte, Bandstahl kaltgewalzt) weiterverarbeitet. In bestimmten Sorten wird Warmbreitband als Vormaterial für Großrohre mit Schraubenliniennahtverwendet. Ein weiterer Teil wird in Servicebetrieben des Handels Kundenwünschen entsprechend quer- und längsgeteilt.Bandstahl wird im wesentlichen zur Herstellung von geschweißten Rohren einschließlich Präzisionsstahlrohren, als Vormaterial in Kaltwalzwerken, in geringeren Mengen für Gitterroste, Spezialprofile, im Fahrzeugbau und in der EBM-Industrie verwendet. Die Lieferung erfolgt normalerweise in schwarzer Ausführung. Bei Bedarf kann auch gebeizt, blank oder geölt bezogen werden.
Bandsägen ist ein Sägeverfahren, bei dem das Werkzeug ein endloses Sägeband ist. Unterschieden wird das vertikale (Vertikalbandsägemaschine) und das horizontale B. (Horizontal- und Schwenkmaschinen). Für die Ausführung von Gehrungsschnitten werden im allgemeinen halbautomatische Bandsägemaschinen eingesetzt, deren Ablauf nach dem Durchsägen anhält. Bandsägemaschinen sind besonders für größere Durchmesser geeignet, da das schmale Werkzeug und die geringe Spanabnahme pro Einzelzahn nur geringe Antriebsleistungen benötigt. Mit Hilfe von Lagen- oder Bündelschnitt kann jedoch auch in der Massenfertigung kleiner Durchmesser mit Bandsägemaschinen eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielt werden.
Bandschleifen Größere Flächen lassen sich mit einem Bandschleifer gut bearbeiten. Das gilt für Behälter, Stahlträger und andere Bauteile. Das Werkzeug wird elektrisch angetrieben oder besitzt einen Druckluftmotor. Ein endloses Schleifband läuft auf Trommeln über einen Ausleger. Es wird an das Werkstück gedrückt und gleichmäßig über die zu bearbeitende Fläche geführt. In Werkstätten finden sich auch fest installierte Bandschleifmaschinen. Kleinere Werkstücke, die sich schlecht auf den Tisch eurer Schleifmaschine spannen lassen oder an der Baustelle bearbeitet werden müssen, werden von Hand an das elastische Schleifband gedrückt.
Bandschweißmaschine Automatische Schweißanlage, die im Walzwerk Coilende und -anfang verbindet. Auf diese Weise wird ein "endloses" Band erzeugt.
Bandstahl-Lehren Maßeinheiten für die Dicken- und Breitenmessung an warm- und kaltgewalzten Bandstählen oder Blechen
Bandstahlwalzwerk Nach der Bandbreite unterscheidet man Breitbandwalzwerlke und Schmal- bzw. Mittelbandwalzwerke. Nach der Temperatur des Walzgutes unterteilt man in Warmband- und in Kaltbandwalzwerke.
Bandverzinken ist das Auftragen von Zinküberzügen in kontinuierlichen Bandbeschichtungsanlagen. Verzinkt wird Blech und Band. Alternativ zum Feuerverzinken (kontinuierliches Bandbeschichten) im Schmelzbad kann elektrolytisch verzinkt werden. Es ermöglicht dünnere Zinkschichten und unterschiedliche Behandlung der Bandseiten. Außerdem sind elektrolytisch aufgebrachte überzüge frei von Zinkblumen.
Bandzug(system) Beim Kaltwalzen von Band oder Blech kann das Walzgut von außen mit einer Zugspannung beaufschlagt werden. Je nachdem, in welcher Richtung die Zugspannung angreift, unterscheidet man Vorwärts- (Haspelzug) oder Rückwärtszug (Bremszug). Durch diese Maßnahme kann die Walzkraft verringert werden.
Bariumferrite Ferrite sind ferromagnetische keramische Materialien auf der Basis von Eisenoxid-Verbindungen. B. sind hartmagnetische Ferrite in der Zusammensetzung BaOĀE6Fe2O3. Ihre hexagonale Struktur bewirkt eine Vorzugsrichtung der Magnetisierung. Dieser einachsige Charakter der Struktur ist die Bedingung zur Erzielung einer hohen Koerzitivfeldstärke. Die Anwendung für Bariumferrite liegt im Bereich der Permanentmagnete. (Dauermagnetwerkstoff)
Basisch Die chemische Grundhaltung von feuerfesten Steinen, Stampfmassen oder Schlacken kann basisch oder sauer sein. Basisch wirken Kalk, Magnesit, Dolomit; sauer sind die Silikate, Sand und Quarz. Die meisten Blasstahlkonverter, die meisten Elektro- und SM-öfen haben eine basische Auskleidung.
Batelle
Fallgewichtsversuch
Er dient zur Beurteilung des Bruchverhaltens ferritischer Stähle und kommt besonders bei Großrohren in Fernleitungen zum Einsatz. In eine Dreipunkt-Biegeprobe mit rechteckigem Querschnitt wird eine ca. 5 mm tiefe V-Kerbe eingedrückt. In der Mitte der Zugseite greift eine beschleunigte Masse an. Die Schlagenergie muß zum Bruch führen. Der Anteil der Verformungsbruchfläche in % wird ermittelt.
Baumann-Abdruck Verfahren zum Nachweis von Schwefel im Stahl. Bromsilberpapier wird in verdünnter Schwefelsäure getränkt und auf die angeschliffene Fläche des zu prüfenden Materials gedrückt. Auf dem Papier werden schwefelhaltige Einschlüsse durch braune Färbung wiedergegeben.
Bauschinger-Effekt Weicht die Beanspruchungsrichtung von der Verformungsrichtung ab, so fließt ein kaltverformter Stahl bereits bei einer geringeren Spannung. Die Ursache für diesen Effekt ist die leichtere Versetzungsbeweglichkeit bei Veränderungen der ursprünglichen Belastungsrichtung.
Baustahl Baustahl gibt es in unlegierter oder legierter Ausführung. Im Bereich der unlegierten Qualitätsstähle zählen alle Sorten mit den Stahlgruppennummern 01 und 91 (allgemeine Baustähle mit einer Zugfestigkeit <500 N/mm2) bzw. 02 und 92 (sonstige, nicht für eine Wärmebehandlung bestimmte Baustähle mit Zugfestigkeiten <500 N/mm2) dazu. Bei den unlegierten Edelstahlen findet man Baustahl bei den Stahlgruppennummern 11 und 13. Baustahl in seiner Variante als legierter Edelstahl ist ab Stahlgruppennummer 50 zu finden. Weiteres regelt DIN EN 10 020.
Baustahlgewebe Der Markenname BAUSTAHLGEWEBE® hat sich seit 1929 als Synonym für Betonstahlmatten einprägt, solange keine anderen Unternehmen solche herstellten.
Beanspruchungsart Werkstücke können auf vielerlei Arten bean-sprucht werden: Bei den Volumenbeanspruchungen (rühren zu einer Verformung) kennt man Zug, Druck, Scherung, Biegung oder Torsion. Je nach Art der Beanspruchung können ein- oder mehrachsige Spannungszustände auftreten. Volumenbeanspruchungen können zudem periodisch auftreten (Schwingungsbeanspruchung). Weiterhin gibt es Oberflächenbeanspruchungen, von denen hier besonders thermische (Passivierung,Oxidation/Verzunderung), elektrochemische (Korrosion) und tribologische (Verschleiß, Reibung) Varianten interessieren. In der Werkstoffprüfung wird die Eignung der verschiedenen Stahlsorten für bestimmte Beanspruchungsfälle getestet (mechanisch-technologische Prüfung).
Bearbeitungszugabe Stoffzugabe (Differenz zwischen Roh- und Fertigmaßen) an einem Werkstück, um bei der Bearbeitung die tatsächlich benötigten Fertigmaße zu erreichen. Verschiedene Bearbeitungsverfahren und Genauigkeiten verlangen unterschiedlich große Bearbeitungszugaben. Bei Berechnung der B. müssen zulässige Toleranzen, Unrundheiten, Rißtiefen, Ungeradheiten usw. berücksichtigt werden.

TQW - gehärtet in Wasser
TQO - gehärtet in öl
TQS - gehärtet im Salzbad
TQA - gehärtet in Luft
TQF - austenitformgehärtet
TOB - zwischenstufenvergütet
TP - ausgehärtet
TT - angelassen
TSR - spannungsarmgeglüht
TC - kaltumgeformt
TLC - kaltnachgewalzt
THC - warm-/kaltumgeformt
Beißschneiden Beim B. (zweischneidiges Keilschneiden) wird der Werkstoff von zwei gegeneinander laufenden Keilschneiden zerteilt. Bekannte Beißschneidwerkzeuge sind die Kneifzange, der Seitenschneider und der Hebelformschneider.
Bedachungsbleche Verzinkte Wellbleche und Pfannenbleche nach DIN 59231 für Dächer, Wände und Fassaden.
Bedienerführung
(CNC-Maschinen)
Unter B. versteht man einen Dialog zwischen Mensch und Maschine, wobei die Maschine die für den nächsten Schritt wählbaren Weg- oder Schaltinformationen anzeigt. Der Bediener wählt die benötigten Informationen und gibt die notwendigen Daten ein.
Behandlungszustand Der (Wärme-)Behandlungszustand, in dem sich der Stahl jeweils befindet:
TU - unbehandelt
TA - weichgeglüht
TAC - geglüht auf kugelige Carbide
TM - thermomechanisch behandelt
TN - normalisierend behandelt
TST - lösungsgeglüht
TQ - gehärtet
Beizblasen Blasiges Ausbeulen der Stahldecke bei weichen Stahlsorten durch beim Beizen unter Druckerhöhung in die Stahloberfläche eindringenden (diffundierenden) atomaren Wasserstoff. Das Gefüge ist bestrebt, ihn wieder auszuscheiden. Treffen die Wasserstoffatome bei ihrer Wanderung auf Mikrolunker oder Poren, so bilden sie Moleküle und sind in dieser Form diffusionsunfähig.
Beizen Die Erzielung einer blanken Oberfläche durch Einwirkung von Säuren nennt man Beizen. Wichtigste Beizmittel sind verdünnte Salzsäure oder Schwefelsäure. Verunreinigungen (Zunder, Korrosionsprodukte, Fette/öle etc.) müssen von der Oberfläche entfernt werden. Erst dann kann der Stahl kaltumgeformt (Ziehen, Kaltwalzen) oder oberflächenveredelt werden. Chemisch beständige Stähle werden nach dem Beizen passiviert (Passivierung).
Beizporen Kleine Vertiefungen in der Oberfläche gebeizten Stahls, die durch zu heiße oder verbrauchte Beizbäder oder durch zu langes Beizen entstehen.
Beizsprödigkeit
(Beizbrüchigkeit)
Folgeerscheinung durch den sich beim Beizen in atomarer Form ausscheidenden und zum Teil in den Stahl hinein diffundierenden Wasserstoff. Harte Stahlsorten werden dadurch spröde und brüchig (vgl. Beizblasen: weicher Stahl). B. kann durch Glühen beseitigt werden.
Bekleidungsblech Hochblankes Spezialblech mit erhöhtem Formänderungswiderstand. Die Sorte FeP0l (bisher St 12 O5) wird wegen ihrer guten Formsteife für das Verkleiden von Omnibuswänden, Apparaten und Kühlschränken eingesetzt. Technische Lieferbedingungen nach DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1).
Belagbleche Riffelblech, Tränenblech
Beruhigter Stahl Mit Desoxidationsmitteln (Si, Mn, AI) oder nach einer Vakuumbehandlung vergossener Stahl, der (wegen dieser Zusätze) in der Kokille ohne Kochen und Funkensprühen erstarrt. Der Rohblock oder Strang hat in allen seinen Teilen eine annähernd gleiche Zusammensetzung und zeigt weder Blasen noch Seigerungen. Da das beruhigte Vergießen die Herstellungskosten erhöht, wird es nur bei entsprechenden Qualitätsansprüchen angewendet. Im Stranggießverfahren kann nur beruhigter Stahl vergossen werden.
Beschichtung Oberbegriff für ein oder mehrere in sich zusammenhängende Schichten auf einem Grundwerkstoff. Bei Stahl kennt man metallische und organische Beschichtungen.
Bessemer Bedeutender englischer Erfinder und Unternehmer (1813-1889). Unter seinen 120 Patenten war die Erfindung des Windfrischens (1855) die wichtigste und ertragreichste. Bessemers Gießmaschine bildete die Grundlage von Verfahren zum endabmessungsnahen Gießen.
Betonrippenstahl Schräg gerippter Betonstahl. Die Rippung der Stahloberfläche verbessert erheblich den Haftverbund. Nach DIN 488 sind für Betonstabstahl und Betonstahlmatten nur noch gerippte Stäbe zulässig.
Betonstahl besitzt einen nahezu kreisförmigen Querschnitt, der jedoch je nach Walzverfahren (und Abnutzungsgrad der Walzenkaliber) abweichen und oval sein kann. Manche Walzwerke walzen ein oktogonales oder nahezu quadratisches Profil, das für die Weiterverarbeitung vorteilhaft sein kann. B. dient ausschließlich der Bewehrung von Bauteilen aus Stahlbeton. Im Verbund der Baustoffe Beton und -stahl eignet sich der Beton besonders zur Aufnahme der Druck- und der Betonstahl zur Aufnahme der Zugspannungen. Voraussetzung für das Zusammenwirken der beiden Komponenten ist ihr inniger Verbund. Weil die überleitung der Kräfte über die Stahloberfläche erfolgt, werden Rippen auf die Staboberfläche gewalzt, durch die der Haftverbund verstärkt und die Einleitung der Zugspannungen aus dem Beton in den -stahl verbessert werden. Entscheidend für das Zusammenwirken der beiden Komponenten ist ihr fast gleiches Dehnungs- und Schrumpfungsverhalten, ohne das der Haftverbund sich lösen und die Stahleinlage wirkungslos würde.B. ist nach DIN 488-1 (künftig DIN EN 10080 -z. Zt. Entwurf-) der Oberbegriff für Betonstabstahl. Betonstahl in Ringen, Betonstahlmatten und Bewehrungsdraht. DIN 488 enthält in der Fassung 9/84 noch zwei B.-Sorten, von denen jedoch BSt 420 S (III S) in Deutschland nicht mehr eingesetzt und auch nicht mehr hergestellt wird. Die Sorte IV S (Mindeststreckgrenze 500 N/mm2) deckt sie mit ab, während IV M Betonstahlmatten betrifft. Art und Umfang der Güteüberwachung sind in DIN 488-6 festgelegt. Im Gegensatz zu Spannstahl für den Spannbetonteil wird B. nicht vorgespannt. B. muß schweißgeeignet sein (Schweißen von B).
Betonstahl,
nichtrostend
Nichtrostender Edelstahl nimmt seit einigen Jahren einen festen Platz auch im Bauwesen ein. Es hat sich gezeigt, daß Stahlbetonbauwerke auf Korrosionsschäden überwacht bzw. untersucht werden müssen. Ungenügende Betonüberdeckung oder nicht ausreichende Betonqualität und andere Ursachen können für eine Korrosion der Bewehrung verantwortlich sein. Versuche haben gezeigt, daß für Fälle, in denen eine Chloridbelastung ausgeschlossen ist, ein Chromstahl WNr. 1.4003 ausreichend ist. Bei Chloridbelastung hingegen muß auf Mo-legierte Sorten zurückgegriffen werden. Die schon seit längerem bewährten WNr. 1.4571 und 1.4462 sind auch als Bewehrungsstahl (glatt oder auch gerippt) geeignet.
Betonstahl-
Herstellung
Die Herstellung von B. erfolgt wie bei anderen Stahlsorten, Unterschiede gibt es jedoch in der Nachbehandlung. Das Herstellverfahren bleibt dem Hersteller überlassen; es kann sein:
1. warmgewalzt ohne Nachbehandlung (B. erhält seine Eigenschaften durch Mikrolegierung),
2. warmgewalzt und wärmebehandelt (ähnlich dem Vergüten); am gängigsten ist das Tempcore-Verfahren, bei dem der Stahl aus l.000 bis 1.100°C abgeschreckt wird, oder
3. kaltverformt (z.B. Tordieren, Ziehen oder Recken).Bedeutende Mengen B. werden heute als Ringmaterial (1,5 bis 2 t Coilgewicht) warmgewalzt als BSt 500 WR oder kaltverformt als BSt 500 KR hergestellt. In den Verarbeitungsbetrieben kann daraus kontinuierlich, d. h. rationeller und mit minimiertem Materialentfall produziert werden.
Betonstahlmatte In güteüberwachten Werken industriell auf Halb- oder Vollautomaten gefertigte rationelle Bewehrung für flächige Bauteile (z. B. Bodenplatten Decken, Wände). Sie besteht aus sich kreuzenden Längs- und Querstäben von kaltverformtem, geripptem Betonstahl, die an den Kreuzungspunkten durch Widerstands-Punktschweißung scherfest verbunden sind. Genormt in DIN 488-1 (Sorten, Eigenschaften, Kennzeichen) und Teil 4 (Aufbau). Der Kurzname lautet für Matten BSt 500 M, das Kurzzeichen ist IV M. DIN 488/4 unterscheidet die werksmäßig konfektionierte Lagermatte von der Listen- und Zeichnungsmatte, die nach den Angaben des Bestellers bedarfsbezogen produziert werden. Neben diesen bedeutendsten Arten gibt es noch die Bügelmatte, Fahrbahnmatte, K-Matte, N-Matte, Q-Matte, Randmatte, R-Matte und Sonderdyn-Matte. Alle Mattenarten - mit Ausnahme der N-Matte - sind grundsätzlich für dynamische (d. h. nicht vorwiegend ruhende) Beanspruchung geeignet. Ein Teil der Matten wird mit Randeinsparung hergestellt. Für das Verlegen der Mattenbewehrung werden zahlreiche Zubehöre und Hilfsmittel wie z. B. Abstandhalter, Abstandhalterkörbe, Distanzstreifen, Bewehrungsrahmen, - ringe u. a. angeboten.
Betriebsdruck Der B. ist der Lieferdruck vom Verdichter bzw. Speicherdruck vom Kessel und der Druck in den Leitungen zum Verbraucher. Dabei spielt das Medium (Luft, öl usw.) keine Rolle. Arbeitsdruck Druckstufen (DIN 2401).
Bewehren Einbringen der Betonstahl-Einlagen in die Schalung.
Bewehrung Stahleinlagen (Betonstabstahl, Betonstahlmatte, Spannstahl) im Beton. Sie helfen dem Beton (Stahlbeton), in erster Linie Zugspannungen, aber auch Druckspannungen aufzunehmen.
Bewehrungsdraht kaltverformter, glatter (BSt 500 G) oder profilierter (BSt 500 P) Betonstahl von 4 bis 12 mm Durchmesser, der in Ringen hergestellt und werkmäßig vom Ring zu Bewehrungen weiterverarbeitet wird. Die Streckgrenze beträgt mindestens 500 N/mm2 und die Bruchdehnung A10) mindestens 8 %. B. wird nur an Herstellerwerke von Betonstahlmatten und von dort nur direkt an den Verbraucher geliefert. Weil B. keine Rippung im eigentlichen Sinn wie gerippter Betonstahl aufweist, ist auch der Haftverbund im Beton ein geringerer. Er ist daher nicht für übliche Bewehrung nach DIN 1045, sondern nur für besondere Anwendung, z.B. Bewehrungsrahmen oder Bewehrungsring, einsetzbar.
Bewehrungsmatte Betonstahlmatte
Bewehrungsrahmen Aus Bewehrungsdraht gebogener Rahmen zur Bewehrung von Betonschächten.
Bewehrungsring Aus Bewehrungsdraht gebogener Ring zur Bewehrung von Betonrohren.
BF-Glühen (Glühen zur Erzielung einer bestimmten Zugfestigkeit) ist ein Spezialfall des Normalglühens. Man versteht darunter eine Wärmebehandlung auf bestimmte Zugfestigkeit. Sie besteht aus Erwärmen auf 850 - 950°C mit anschließendem Abkühlen und nachfolgendem Anlassen bei ca. 500 - 550°C.
BG-Glühen (Glühen zur Erzielung eines bestimmten Gefüges) ist - wie auch das BF-Glühen - dem Normalglühen untergeordnet. Man versteht darunter eine Wärmebehandlung bei 900 - 1000°C mit anschließender geregelter Abkühlung zur Erzeugung eines Ferrit-Perlit-Gefüges.
Biegefestigkeit Festigkeitswert, der besonders bei spröden Werkstoffen (Grauguß) ermittelt wird. Der Probestab liegt mit beiden Enden auf und wird in der Mitte belastet. Für die Abnahme ist die Biegefestigkeit unverbindlich.
Biegen Beim B. wird das Werkstück (Werkstoff) durch Biegekräfte plastisch umgeformt. Das Verfahren wird angewandt, um Bleche, Rohre, Profile, Drähte und Stabwerkstoffe umzuformen.
Biegeradius Beim Umformen des Stahles durch Biegen, Falzen oder Kanten einzuhaltender Radius, damit der Stahl an der Oberfläche nicht reißt. Der B. wird vom Mittelpunkt des Kreises bis zur Achse des zu biegenden/gebogenen Teiles gemessen. Er errechnet sich aus der Materialdicke und richtet sich nach der ®Walzrichtung des Stahles. Der B. ist längs zur Walzrichtung größer als quer zur Walzrichtung (Anisotropie).
Biegerollen-
durchmesser
Beim Biegen von Betonstahl sind auf den Biegemaschinen Biegerollen zu verwenden, deren Durchmesser im Einzelfall vom Stabdurchmesser des Betonstahls, der Betonstahlsorte, der Art der Biegung (z.B. Haken, Bügel, Aufbiegung) und der Bewehrungsaufgabe abhängt und durch DIN 1045 bestimmt wird.
Biege[streck]grenze sbF im Biegeversuch an duktilen Gußwerkstoffen zu bestimmender Kennwert. Entspricht der Streckgrenze.
Biegeumformen Oberbegriff für das Kanten, das Schwenkbiegen, das Walzbiegen und das Versteifen von Blech, wie z. B. das Sicken, Beim B. werden die Biegekanten, besonders wenn zur Vorbereitung des Falzes bis um 180°gebogen werden muß, sehr hoch beansprucht. Wichtig ist die Berücksichtigung der Walzrichtung. Bei der Herstellung des Bleches im Walzwerk werden die Kristallite des Rohmaterials durch den Walzendruck in der Bewegungsrichtung des Stranges gestreckt. In dieser Richtung besitzen die Bleche die größte Festigkeit. Beim Biegen von Blechen sollte die Biegekante möglichst senkrecht zur Walzrichtung liegen. Ist dies nicht möglich, muß der Biegeradius vergrößert werden.
Biegung Greift eine Kraft an dem freien Ende eines Stabes, dessen anderes Ende eingespannt ist, quer zur Längsachse an, und weicht der Kraftangriffspunkt in Richtung der Kraft aus, so erfährt der Körper eine Biegung. Dabei wirken in dem Körper sowohl Zug- als auch Druckkräfte, die sich gegenseitig aufheben. Zug- und Druckbereich sind durch die neutrale Faser voneinander getrennt. Die maximale Zugspannung tritt an der Kraftangriffsseite, die maximale Druckspannung an der gegenüberliegenden Seite auf.
Bindefestigkeit ist die Festigkeit, die beim sogenannten Abbinden einer Klebschicht (Kleben) entsteht, die im Wesentlichen auf die physikalischen Prozesse zurückzuführen sind, wie
1. Ablüften von Lösungsmitteln vor dem Fügen
2. Erstarren einer Schmelze oder
3. Gelierung eines Zweiphasensystems.
Blankdraht Gezogener Draht
Blanke Stahlwelle Erzeugnis mit rundem Querschnitt und sauber bearbeiteten Enden, dem durch Entzunderung u Kaltumformung oder durch spanende Bearbeitung (Schälen) und anschließendes Druckpolieren (Komprimieren) eine glatte blanke Oberfläche gegeben worden ist. Genormt nach D 669, Toleranzfeld h 9. Kennzeichnend im Unterschied zu normalem Blankstahl nach h 9 sind das vorgeschriebene Polieren und die Endenbearbeitung.
Blankglühen Glühen von Werkstücken in einer Atmosphäre. der das Glühgut eine blanke Oberfläche er- bzw. behält. Das kann im Vakuum oder in einer sauerstoffreien Atmosphäre (unter Schutzgas) geschehen.
Blankstahl wird durch Entzundern und anschließen Kaltformung aus warmgewalztem, seltener aus geschmiedetem Stahl hergestellt und weist eine blanke, glatte Oberfläche sowie eine wesentlich größere Maßgenauigkeit auf als warmgeformte Stahlprodukte. Prinzipiell können alle Stahlsorten blankbehandelt werden. Automatenstahl wird fast ausschließlich in blanker Ausrührung geliefert. Gezogener Blankstahl wird in verschiedenen Querschnittsformen durch Ziehen auf Ziehbänken spanlos hergestellt, nach dem Ziehen gerichtet, in dünneren Abmessungen auch zu Ringen aufgewickelt. Das Ziehen bewirkt gleichzeitig eine je nach Dicke mehr oder weniger tiefgreifende Kaltverfestigung. Geschälter B. mit ausschließlich rundem Querschnitt wird aus gewalztem oder geschmiedetem Stabstahl nach dem Richten durch Schälen spanend hergestellt und anschließend ggf. druckpoliert. Dabei werden die Schälriefen weitgehend geglättet und die Randschicht geringfügig verfestigt.Geschliffener B. ist ein gezogener oder geschälter B., der durch Schleifen eine noch bessere Oberflächenbeschaffenheit und eine noch höhere Maßgenauigkeit erhalten hat.Die Bedeutung der Maßgenauigkeit für B., der vorwiegend für Maschinenteile ohne weitere Oberflächenbearbeitung Verwendung findet, wird durch die Festlegung von Passungen nach ISO (vgl. auch ISO-Toleranzen) in den Maßnormen unterstrichen: DIN 668 (Passung h 11) für Rundstahl, DIN 671 (h 9) Rundstahl, DIN 670 (h 8) Rundstahl, DIN 669 (h 9) Blankstahlwellen, DIN 175 (h 9) polierter Rundstahl, DIN 174 scharfkantiger Flachstahl, DIN 176 blanker Sechskantstahl, DIN 178 blanker Vierkantstahl, DIN 6880 Keilstahl, DIN 59350 Präzisionsflach-und -vierkantstahl, DIN 59360 und 59361 Geschliffen-polierter blanker Rundstahl, DIN 59370 Blanker gleichschenkliger scharfkantiger Winkelstahl.
Blankvergüten Analog dem Blankglühen erfolgt die beim Vergüten erforderliche Wärmebehandlung blanker Teile im Vakuum oder in sauerstofffreier Atmosphäre. Die Oberfläche ist verfahrensbedingt dunkler und rauher als bei nicht wärmebehandeltem Blankstahl. Wo dies unerwünscht ist, kann bei Rundstahl die Ausführung V + SH, d. h. vor dem Schälen vergütet, gewählt werden.
Blasenkranz Beim Erstarren des unberuhigten Stahls in der Kokille versuchen die gelösten Gase zu entweichen und werden dabei z.T. als Blasen festgehalten. Sie durchsetzen den Rohblock aber nicht gleichmäßig, sondern nach einem bestimmten Schema: Auf eine blasenfreie ?aüss?ere Schicht ("Speckschicht") folgen in gewissen Abständen eine oder zwei blasenreiche Zonen (?aüss?erer und innerer B.). Beim Warmwalzen oder Schmieden verschweißen diese Blasen im allgemeinen und werden auf diese Weise unschädlich gemacht.
Blasform Blasformen sind öffnungen im Hochofenmantel, rings um den gesamten Querschnitt gleichmäßig verteilt, durch die der Wind eingeblasen wird. Der entsprechende Bereich wird demnach als Blasformebene bezeichnet. Sie befindet sich im unteren Teil des Hochofens, direkt unterhalb der Rast, und bildet quasi den oberen Rand des Gestells.
Blasstahlverfahren Stahlerzeugung im Konverter durch Frischen von flüssigem Roheisen. Bei den modernen Sauerstoffblasverfahren wird Sauerstoff entweder auf das Bad (LD-Verfahren und Varianten) oder durch den Boden in das Bad (OBM) geblasen. Inzwischen wird praktisch überall gleichzeitig sowohl von oben als auch von unten geblasen.
Blaublech
(Blauglanzblech)
Kaltgewalztes Feinblech in Tafeln oder Rollen (Coils) mit einer fest haftenden Eisenoxidschicht, die durch Glühen in oxidierender Atmosphäre bei 800 bis 900 °C entsteht. Die Oxidschicht bewirkt durch ihr dunkelblaues Aussehen einen besonderen optischen Effekt, stellt einen begrenzten Korrosionsschutz dar, schützt vor Beschädigungen der Oberfläche und kann als Haftgrund für Lackierungen dienen. Die technologischen Eigenschaften und die Umformbarkeit der Blaubleche entsprechen den Grundwerkstoffen. Einsatzgebiete: Auskleidung von Heizaggregaten, Maschinenverkleidungen, Ofenrohre, Backofenauskleidungen, Backformen und -bleche.
Blausprödigkeit Zwischen 150 und 350°C verlieren unlegierte, kohlenstoffarme Stähle einen Teil ihrer Zähigkeit, sie verspröden. Die Bruchflächen laufen blau an (Anlaßfarbe).
Blech Flacherzeugnis mit etwa rechteckigem Querschnitt, dessen Breite (mind. 600 mm) viel größer
als die Dicke ist. Die Oberfläche ist im allgemeinen technisch glatt und eben, kann aber in bestimmten Fällen (z.B. bei Tränenblechen) absichtlich Erhöhungen oder Vertiefungen in regelmäßigen Abständen aufweisen. Es wird unterschieden:
1. warmgewalztes B., das walzroh oder entzundert sein kann, in Tafeln von meist viereckiger oder auch anderer Form, mit Naturwalz-, mechanisch oder brenngeschnittenen Kanten. Es kann unmittelbar durch Walzen auf einer Umkehrstraße, durch Abteilen von einer Walztafel oder aber von einem kontinuierlich warmgewalzten Band hergestellt sein. Nach der Dicke wird unterschieden in Feinblech von < 3 mm und Grobblech von &rt; 3 mm. Ein auf einer Umkehrstraße erzeugtes B. wird auch als "Quartoblech" bezeichnet. Ein leichtes Kaltnachwalzen (Dressieren oder Skinpass mit meist unter 5 % Verformung) ändert nichts an der Zuordnung zu warmgewalztem B. 2. kaltgewalztes B., das aus einem warmgewalzten Vormaterial (wie unter l.) durch Kaltwalzen eine Querschnittsverminderung um mind. 25 % erfahren hat. Bei bestimmten Edelstahlsorten kann die Kaltumformung auch kleiner als 25 % sein.
Blechblasen haben verschiedene Ursachen:
1. Lunker, die auf Schwindungserscheinungen beim Erstarren zurückgehen,
2. Gasblasen, die durch die beim Erstarren freiwerdenden Gase, wie Kohlenoxid und Wasserstoff, entstehen.
3. Einschlüsse, die beim Walzen langgestreckt worden sind und den Zusammenhang des Metalls unterbrechen. Die Blasen kommen meist erst beim unsachgemäßen Beizen zum Vorschein (Beizblasen). Durch Walzen bei genügend hoher Temperatur lassen sich Blasen vollständig verschweißen. B. können beim Tiefziehen aufreißen und zu Ausschuß oder sogar zu Beschädigungen am Ziehwerkzeug führen. Kleine Bläschen können bei der Oberflächenveredelung hervortreten und größer werden. Auch flache Eindrücke an den Walzen können blasenähnliche Oberflächenerscheinungen hervorrufen. Man nennt sie dann falsche oder unechte Blasen.
Blechlängs- und
-querteilanlage
Anlage zum Spalten von Blechen. Aufgehaspeltes Bandblech wird nach Kundenwunsch oder in gängige Formate geschnitten. Danach sind Längsteilen und Querteilen des Bandes zu unterscheiden. Beim Längsteilen werden die Bänder in Streifen geschnitten, während die Bänder beim Querteilen auf entsprechende Längen bzw. Blechformate (Blechtafeln) geschnitten werden.
Blechrundbiege-
maschine
Maschine mit drei oder vier Walzen zum Biegen eines flachen Bleches zu einem kreisförmig gerundeten Blech.
Blechschraube Blechschrauben sind gehärtet und formen ihr Gewinde selbst. Sie haben verschiedene Kopfformen und bis zu 6,3 mm Nenndurchmesser für Blechdicken bis zu 6,5 mm. Die Bohrung im Blech soll nur wenig größer als der Schraubenkerndurchmesser sein. Blechschrauben sind genormt nach DIN EN ISO 7045, DIN 968 und DIN 7513.
Blechumformung Biegeumformen, Tiefziehen, Ziehen
Blei Chemisches Element, Zeichen: Pb. Dichte: 11,3 g/cm3 (Schwermetall). Weiches, dehnbares, bläulich-weißes Metall von geringer Zugfestigkeit. Es ist im Stahl nicht löslich, kann aber zur Verbesserung der Zerspanbarkeit mit etwa 0,15-0,30 % zugesetzt werden und befindet sich dann in feinster, suspensionsartiger Verteilung im Stahl. Bleilegierter Automatenstahl. Bleiüberzüge (Verbleien) dienen dem Korrosionsschutz, Bleiglas und Bleiplatten dem Strahlenschutz.
Bleilegierter
Automatenstahl
Automatenstahl mit etwa 0,15 bis 0,30 % Pb. Gegenüber normalem Automatenstahl ermöglicht B. eine um 25 bis 75% höhere Schnittgeschwindigkeit, eine doppelte Standzeit der Werkzeuge und ergibt eine verbesserte Oberflächenqualität. Dadurch entsteht eine erhebliche Kostenersparnis.
Blindhärten Härten nicht aufgekohlter Proben. Das Verfahren gibt Aufschluß darüber, welche Härte der Kernwerkstoff beim späteren Einsatzhärten annehmen wird.
Blockwandbewegung Ferromagnetische Werkstoffe besitzen unterhalb einer kritischen Temperatur (Curie-Temperatur) eine spontane Magnetisierung. Im ferromagnetischen Kristall sind dabei alle Spinmomente parallel ausgerichtet. Ohne außeres Feld zerfällt die Magnetisierung in eine Anordnung verschieden orientierter Bereiche. Diese energetisch günstigere Anordnung nennt man Weissche Bezirke. Sie werden durch sogenannte Blochwände begrenzt. Die Blochwände werden in ihrer Bewegung durch Hindernisse (Gitterfehler, innere Spannungen, Einschlüsse, Korngrenzen) gehemmt. Bei Magnetisierungsänderungen springen die Blochwände von einem Hindernis zum anderen, induzieren so Mikrowirbelströme, die an der Werkstoffoberfläche zu messen sind. Somit können Rückschlüsse auf Gefüge und Eigenschaften des Werkstoffs gezogen werden. In weichmagnetischen Werkstoffen (z. B. Fe-Legierungen mit ca. 4 % Si, Legierungen auf Basis Fe-Co, Fe-Al oder Fe-Ni) kann die B. leicht ablaufen; in hartmagnetischen Werkstoffen wird die B. durch Kaltwalzen eine Querschnittsverminderung um mind. 25 % erfahren hat. Bei bestimmten Edelstahlsorten kann dieKaltumformung auch kleiner als 25 % sein.
Block Festes Rohstahlprodukt in Form von Quadern oder Zylindern. Bei Körpern mit rechteckigem Querschnitt muß die Breite geringer als die zweifache Dicke sein. Im Gußzustand spricht man vom Rohblock, nach der ersten Formgebung vom Vorblock.
Blockbearbeitung Zur Beseitigung von Oberflächenfehlern werden Rohblöcke und -brammen geflammt (Flammen) oder bei hochlegierten Stählen durch Fräsen, Drehen oder Hobeln spanend bearbeitet.
Blockgießen Diskontinuierliches Urformverfahren, bei dem die Schmelze satzweise in Kokillen abgegossen wird und darin erstarrt. Je nach Art der Befüllung der Kokille unterscheidet man fallenden, steigenden oder Gespannguß. Das B. ist heutzutage vom Stranggießen weitgehend verdrängt.
Blockkokille Säulenförmige Hohlform mit rechteckigem Querschnitt, die nach oben hin konisch zuläuft.
Biockseigerung Während der Erstarrung eines Rohblocks kommt es zur Volumenschwindung. Vor der Erstarrungsfront werden Begleitelemente und Einschlüsse geschoben und in der Restschmelze angereichert. Seigerungen kann man nicht durch Glühen beseitigen, höchstens durch beruhigtes Vergießen vermeiden.
Blockwalzwerk Anlage zum Auswalzen der Rohblöcke zu Vorblöcken. Das Walzgut wird vorwiegend gestreckt. Die Blockschere entfernt den Blockkopf mit dem Lunker und teilt den Walzstrang in Halbzeuglängen auf.
Bodenbelag-
Winkelstahl
Nicht genormtes Spezialprofil. Wird gewalzt und blankgezogen geliefert.
Bodenblasen Blasstahlverfahren, Sauerstoffblasverfahren
Bodenrahmenprofil Spezial-Leichtprofil für den Fahrzeugbau, das warmgewalzt oder aus Stahlband kaltprofiliert wird.
Böden Flache und gewölbte B. aus Stahlblech werden im Kessel-, Behälter- und Apparatebau eingesetzt. Warm- und kaltgeformte Scheiben, Teller-, flache und flachgewölbte Klöpper- und Korbbogen- sowie Halbkugel-B. in Durchmessern, die dem Behältermantel entsprechen. Sie werden auch in Sonderformen mit Halsungen, Mannlöchern, Verschlüssen und Zubehör geliefert. Stahlsorten entsprechend den Behälterwerkstoffen. Klöpper- und Korbbogenb. sind genormt in DIN 28011 bis 28014, Rohrb. (Kappen) in Klöpperform nach DIN 2617.
Bördeln Das B. dient neben der Versteifung von Blechplatten auch der Herstellung von Behälterböden oder Flanschanschlüssen. Unter B. versteht man allgemein das Aufrichten schmaler Ränder. Beim Innenbördeln wird der Werkstoff gestaucht, beim Außenbördeln gestreckt. Bördel lassen sich von Hand mit Hilfe eines Bördeleisens herstellen. In der Regel benutzt man aber Kraftformmaschinen oder Sickenmaschinen mit Spezialwalzen. Der Bördel kann weiteren Zwecken dienen: a)Versteifung der Bauteile, b) Kantenausbildung für die Bördelschweißnaht, c) Formung von Fügeteilen (Behälterboden, Losflanschverbindung).
Bördelrohre Rohre mit gebördelten Enden, die durch lose auf dem Rohr sitzende Flansche (DIN 2642) mit anderen Rohren oder Zubehören verbunden werden.
Bohren ist Spanen mit kreisförmiger Schnittbewegung und gerader Vorschubbewegung in Richtung der Drehachse. Bohren dient zur Herstellung zylindrischer Löcher sowohl aus dem vollen Werkstoff als auch durch Nachbearbeitung.
Bohrrohr Nahtloses B. für Tiefbohrungen und Bohrungen nach Wasser gemäß DIN 4918-1. Nahtloses Gestängerohr nach DIN 4940 für Wasser- und Gesteinsbohrungen nach dem Schlag- und Kernbohrverfahren. Als Werkstoffe kommen Stähle nach DIN 1629 sowie eine Reihe von Sondergüten in Frage. Eine besondere Bedeutung kommt den ölfeldrohren zu, die der Erschließung und Förderung sowie dem Transport von Erdöl und Erdgas dienen.
Bohrwerkzeuge Der gebräuchlichste Bohrertyp ist ein zweischneidiger Wendelbohrer, in der Praxis auch Spiralbohrer genannt. An der Bohrerspitze liegen die Hauptschneiden. Sie dringen durch die Vorschubkraft in den Werkstoff ein, der dann durch die Schnittkraft der kreisförmigen Schnittbewegung abgetrennt wird.
Bolzenschweißen Mit Hilfe des elektrischen Lichtbogens als Wärmequelle werden Stifte, Gewindebolzen, Drähte und Flachstäbe an Metallflächen stirnseitig angeschweißt. Nach dem Zündvorgang unterscheidet man Bolzenschweißen mit Hubzündung und Spitzzündung. Beim B. mit Hubzündung können Bolzen bis 30mm Durchmesser verschweißt werden. Das B. mit Spitzzündung wird überwiegend für runde Teile mit einem Durchmesser bis 10 mm angewendet.
Bombieren 1. Kumpeln
2. nennt man den Vorgang, Walzen ballig zu schleifen.
Bombierte Wellbleche Wellblech
Bondern® Chemische Behandlung der Stahloberfläche. Es bilden sich Phosphatschichten, die als Korrosionsschutz, als Grundierung für Anstriche oder auch zur Verminderung der Reibung beim Umformen dienen. (Phosphatieren).
Bor Chemisches Element, Zeichen: B; Nichtmetall. Borstähle, Boral (Boraluminium). Borbehandelte, borierte Stahloberflächen erreichen höchste Härte (Borieren). Das Zulegieren von Bor bewirkt eine Härtbarkeitssteigerung (namentlich bei Stählen mit niedrigen C-Gehalten), bei korrosionsbeständigen Cr-Ni-Stählen verschlechtert es aber auch die Korrosionsbeständigkeit. Wegen seiner hohenNeutronenabsorptionseigenschaften wird bis zu 2 % B. zum Stahl legiert, der in Atomkraftwerken eingesetzt wird.
Borcarbid Nach Diamant der härteste bekannte Stoff. Bauteile aus Borcarbid besitzen hohe Festigkeit und großen Verschleißwiderstand gegen Reibung.
Bordwand-U-Profil Spezialprofil für den Fahrzeugbau, das warmgewalzt oder kaltprofiliert wird.
Borid Hartstoff bestehend aus Bor und einem der übergangsmetalle der Gruppen IVa - VIa des
Periodensystems der chemischen Elemente.
Borieren Thermochemische Anreicherung der Randschicht eines Werkstücks durch Bor. So entstehen superharte Oberflächenschichten. Dazu gibt man das Werkstück in Borcarbidpulver und glüht bei 900-1100°C. Je nach Behandlungsdauer (1 bis 8 h) werden Schichtdicken von 0,01 bis 0,8 nun erzielt. Das Verfahren eignet sich für unlegierte und niedriglegierte Stähle. Die Schichten sind verschleißfest und warmhart, ihre Härten liegen bei HV 1600-2500.
Bramme Fester Rohstahl mit rechteckigem Querschnitt. Die Breite beträgt mindestens das Zweifache der Dicke. Halbzeug für -Ā‚Blech und -Ā‚Warmbreitband. Man unterscheidet: Rohbramme und Vorbramme.
Breitband Warmbreitband
Breitflachstahl Auf allen vier Flächen warmgewalztes Erzeugnis ohne Oberflächenveredelung nach DIN 59200. Breite b:> 150 bis < 1.250 mm. Dicke: >4 mm. Lieferung in ausgewalzter, nicht aufgehaspelter Form. Breitflachstahl muß besondere Anforderungen an die Scharfkantigkeit erfüllen. Auch Erzeugnisse, die aus breiteren Teilen brenngeschnitten sind, ansonsten aber die hier definierten Grenzwerte einhalten, gelten als B.
Breitflanschträger
(Breiter I-Träger)
H-Profil
Breitfußschiene Vignolschiene
Breitstahl Stangenförmiges Halbzeug mit rechteckigem Querschnitt und abgerundeten Kanten. Es dient als Vormaterial zum Auswalzen von Stalbstahl und Walzdraht sowie zum Verschmieden.
Brennfuge 1. auch Schnittfuge genannt. Die Schnittfuge ist abhängig von der Schneidgeschwindigkeit, der Schnittführung und der Gaseinstellung beim Brenner.
2. Brennfugen (Fugenhobeln) ist eine Variante des Brennschneidens. Dazu wird ein Schneidbrenner mit einer Spezialdüse unter Winkeln von 20°-40° zur Blechoberfläche angesetzt. Wie beim Brennschneiden wird der Werkstoff örtlich auf Entzündungstemperatur erwärmt, im Sauerstoffstrahl oxidiert und in Vorschubrichtung aus der entstehenden Fuge bzw. Mulde herausgetrieben. Die Fuge kann durch Einstellen des Sauerstoffdruckes beeinflußt werden. Brennfugen dient zum Herstellen von Schweißfugen, Herausarbeiten von Schweißwurzeln, fehlerhaften Schweißnähten und zum Modellieren. Erzeugt werden Fugentiefen bis zu 8 mm.
Brennschneidanlage Abgesehen von Hand-Schneidbrennern, die in keiner metallverarbeitenden Werkstatt fehlen, findet man maschinelle Schneidanlagen im Schiffbau, Stahlbau, Behälter- und Maschinenbau sowie in Stahlhandelsunternehmen oder auch in selbständigen Dienstleistungsbetrieben (Service-Center). Dort werden Bleche aus unlegierten und legierten Stählen jeder Dicke bearbeitet. Die maschinelle Einrichtung eines leistungsfähigen Brennschneidbetriebes umfaßt neben numerisch gesteuerten Groß-Brennschneidmaschinen auch kleinere Aggregate für zwischendurch anfallende Aufgaben. Getrennt vom Arbeitsraum, der über eigene Transporteinrichtungen verfügen muß, sind die Steuerungseinrichtungen und die Energieversorgung untergebracht. Hier werden die Informationen für die Führungsmaschine und ihre Brenner in Lochbändern gespeichert und die optimale Nutzung der Blechformate (Schachtelung der Bauteile) durch die Zeichenmaschine des Systems (CAD) festgelegt und kontrolliert. Brennschneidmaschinen sind heute überwiegend als Kopierautomaten oder numerisch gesteuerte Schneidanlagen (CNC) ausgeführt. Die Sauerstoffversorgung der Brenner sowie die Versorgung mit Heizgas (Erdgas, Propan usw.) müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Das gleiche gilt für das Plasma- und Schutzgas für das Plasmaschneiden.
Brennschneiden Das B. beruht auf der Tatsache, daß Metalle in reinem Sauerstoff verbrennen. Die Verbrennungstemperatur muß hierbei unter der Schmelztemperatur liegen. Auf Zündtemperatur erwärmter Stahl wird im Sauerstoffstrahl verbrannt. Erwärmung mit Brenngas-Sauerstoff-Flamme (Acetylen, Leuchtgas, Propan, Wasserstoff). Das Zumischen von Eisenpulver zur Heizflamme ermöglicht bzw. erleichtert das Schneiden von Gußeisen und chromlegierten Stählen (Pulverbrennschneiden). Der Schneidbrenner wird entweder von Hand geführt oder von einer halb- oder vollselbständig arbeitenden Maschine. Das B. ist nicht nur ein Trennverfahren, sondern es dient auch der Formgebung (Formschnitte, Blechkantenbearbeitung). Brennschneidverfahren sind auch das Sauerstoffhobeln (Flammen), das Pulverputzen und das Sauerstoffbohren.
Brikettieren Verfahren zum Agglomerieren (Stückigmachen) feiner Partikel. Unter einem definierten Druck wird z.B. Kohle in eine Form gepreßt. Beim Heißbrikettieren kann zusätzlich die erhöhte Temperatur des Brikettiergutes zur Formgebung ausgenutzt werden. Eisenschwamm wird beispielsweise für den Transport brikettiert.
Brinellhärte Kurzzeichen HB. Eine gehärtete Stahlkugel (HBS) oder auch eine Hartmetallkugel (HBW) bekannten Durchmessers wird mit der Prüfkraft F senkrecht in die Oberfläche einer glatt aufliegenden Probe gedrückt. Die Prüfkraft ist innerhalb einer definierten Zeitspanne (zwei bis acht Sekunden) aufzubringen; die Einwirkzeit muß zwischen zehn und 15 Sekunden betragen. Aus dem Durchmesser des Eindrucks und der Prüfkraft errechnet sich die Brinellhärte. Das Brinellhärtemeßverfahren kommt bevorzugt bei Eisenbasiswerkstoffen oder NE-Legierungen zur Anwendung. Eine in die Prüfeinrichtung integrierte Heizvorrichtung verleiht dem Brinell-Verfahren Bedeutung zur Ermittlung der Warmhärte von Metallen. Härtemeßverfahren.
Bronze Kupferlegierung mit mindestens 60 % Cu und einem oder mehreren Hauptlegierungszusätzen (nicht jedoch Zink). Zur Kennzeichnung der verschiedenen Legierungen wird vor den Begriff "Bronze" der Name des Hauptlegierungselementes gesetzt, z. B. Zinnbronze, Bleibronze, Aluminiumbronze. Im Werkstoffkurznamen wird zahlenmäßig nur das Hauptlegierungselement aufgeführt. Mehrstoff-Zinnbronzen sind auch unter dem Begriff Rotguß geläufig.
Bruch 1. Vorgang der gewaltsamen Zerstörung eines Werkstückes durch überschreiten der Zusammenhangskräfte in oder zwischen den Kristallen.
2. Fläche, die bei der gewaltsamen Trennung entsteht.
Bruchart Je nachdem, ob eine Verformung aufgetreten ist oder nicht, unterscheidet man ®Verformungsbruch oder Sprödbruch.
Bruchdehnung A Bleibende Verlängerung bis zum Bruch einer Probe im Zugversuch. Sie wird auf die Ausgangsmeßlänge der Zugprobe (Proportionalstab) bezogen und in Prozentpunkten angegeben. Diese Größe umfaßt den Einschnürungsbereich und wird somit stark von der gewählten Meßlänge bestimmt. Im Gegensatz dazu:Gleichmaßdehnung.
Bruchebene kristallographischer Bereich, in dem sich der Bruch vollzieht.
Brucheinschnürung Z Die auf den Anfangsquerschnitt einer Zugprobe bezogene größte bleibende Querschnittsänderung bis zum Bruch - in Prozent. Sie ist ein Maß für die Zähigkeit des Werkstoffs.
Bruchgefüge Brüche, die durch Werkstoffehler entstehen, haben vielfach ein charakteristisches Bruchaussehen. Oft erkennt man mit bloßem Auge ihre Ursache, weil das makroskopische B. entsprechende Merkmale aufweist, z.B. glitzernd (spröde) oder matt-sehnig (zäh) ist. Ein charakteristisches Aussehen hat das Bruchgefüge auch beim Dauerschwingbruch.
Bruchlage In der Werkstoffprüfung spielt oft auch die Lage eines Bruchs im Werkstück eine große Rolle, z. B. ob der Bruch mittig oder außermittig erfolgte. Bei geschweißten Verbindungen interessiert es, in welchem Bereich die Werkstofftrennung stattfand in der Wärmeeinflußzone oder im Grundwerkstoff.
Bruchzähigkeit Kic Kennwert der linear-elastischen Bruchmechanik. Bezeichnet den Widerstand, den der Werkstoff der instabilen Rißausbreitung entgegensetzt.
Brünieren Oberflächenbehandlung mit oxidierend wirkenden Salzlösungen, die man aufträgt und eintrocknen läßt. In kochendem Wasser oder Dampf bildet sich schwarzes Eisenoxidul. Es dient zum Schutz von Oberflächen gegen Korrosion und zur Veredelung.
Buckelblech Geprägtes Blech mit eingepreßten Buckeln.
Buckelschweißen Das B. entspricht dem Punktschweißen, wobei die punktförmige Verschweißung durch eingeprägte Vertiefungen in den zu verbindenden Blechen erreicht wird. Eine solche Vertiefung wird als Buckel bezeichnet. Durch entsprechende Anordnung der Buckel können mehrere Punkte gleichzeitig verschweißt werden. Sie verschweißen unter dem Druck einer großflächigen Kupferelektrode und ebnen sich beim Erweichen ein. Dieses Verfahren findet in der Massenfertigung von kleinen dünnwandigen Stahlteilen seine Anwendung.
Bügel Aus Betonstahl, meist Bewehrungsdraht, geschnittene und gebogene, quadratische, recht-, sechs- oder achteckige Bewehrungselemente, die z. B. in Stützen und Balken aus Stahlbeton die Hauptbewehrung ganz (geschlossene Ausführung) oder teilweise (Steckbügel) umschließen und als Schubbewehrung und zur Sicherung der richtigen Lage der Hauptbewehrung dienen.
Bügelmatte Spezielle Betonstahlmatte zur Herstellung von Bügelkörben. Sie ist erhältlich als 2,45 m breite Standard-B, mit festgelegtem Aufbau oder als Listen-B, nach Angaben des Bestellers.
Bügelsäge Charakteristisch für das Bügelsägeverfahren ist die reversierende Bewegung des Sägebügels. Wegen der bogenförmigen Bewegung findet sich nur ein Teil des Sägeblattes im Eingriff. Darüber hinaus wandert die Eingriffzone während eines Hubes am Sägeblatt entlang. Damit ist es möglich, selbst dünnwandige Materialien mit hoher Leistung zu zerspanen und im Vollmaterial hohe Vorschübe pro Zahn bei guter Standzeit-Ausnutzung des Sägeblattes zu erreichen.
Bund 1. Transportfähig gebundenes Material (Stäbe, Streifen, Ringe). Als B. wird auch zur Rolle (Coil) gewickeltes Band bezeichnet.
2. Teil einer Losflanschverbindung. Der glatte B. wird auf das Rohrende geschweißt, der Vorschweiß-B. gegen das Rohrende; beide übernehmen die Funktion des gebördelten Endes von Bördelrohren. Glatte B. sind in DIN 2641/DIN 2642 und Vorschweiß-B. in DIN 2673 genormt.
Bundgewicht Das Versandgewicht eines Bundes (Bund l.). Beim Coil unterscheidet man das durch Wiegen ermittelte und das auf die Bandbreite bezogene theoretische Gewicht, beim Blech das Brutto- vom Nettogewicht. Nach Handelsbrauch wird im allgemeinen bfn (brutto für netto) berechnet.
Buntmetall Synonym für Nichteisenmetalle (NE). Hierzu gehört in erster Linie Kupfer mit seinen Legierungen, aber auch Zink, Blei, Nickel, Zinn, Chrom u.a. Die Kupferlegierungen zeigen je nach Cu-Gehalt Farben von gelb bis rotbraun. Im einzelnen unterscheidet man: Messing (Kupfer-Zink-Legierung ggf. mit Blei und anderen Zusätzen), Tombak (Messing mit über 67 % Kupfer), Bronze (Kupfer und Zinn), Rotguß (Kupfer, Zink und Zinn).

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