Stahllexikon

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Dachblech Pfannen-, Well-, Stahltrapezblech
Dachschwelle Stahlschwelle für den leichten Eisenbahnoberbau, genormt in DIN 5904.
Dampfrohr Veraltete handelsübliche Bezeichnung für schweres Gewinderohr nach DIN 2441. Nicht geeignet für Dämpfe hoher Temperaturen und Drücke sowie aggressive Medien!
Dauermagnet-
werkstoff
Zu den Dauermagnetwerkstoffen (Hartmagneten) zählen als Hauptgruppen die Dauermagnetstähle und die Oxidmagnete. Dauermagnetstähle umfassen verschiedene Legierungstypen, die nach Magnetisierung eine hohe magnetische und technisch nutzbare Energie behalten. Sie bestehen hauptsächlich aus Al-Ni-Co-Legierungen (benannt nach den Legierungselemerten, die sie neben dem Hauptbestandteil Eisen enthalten). Sie werden sowohl durch Gießen als auch durch Pulversintern hergestellt. Die Oxidmagnete (Hartferrite, besonders Bariumferrit) sind gesinterte Verbindungen von Eisenoxid und Bariumoxid, also keramische Werkstoffe. Ihren Werkstoffnummern nach sind sie aber bei den Eisenwerkstoffen mit besonderen physikalischen Eigenschaften eingestuft (z.B. Hartferrit 7/21: W-Nr. 1.3641). Sie sind leichter zu formen und preisgünstiger herzustellen.
Neben Nachrichtentechnik und Meßtechnik finden Dauermagnetwerkstoffe vor allem im Maschinenbau und in der Fertigungstechnik Anwendung - als Haftmagnete, Entstapler, Spannplatten, Transporträder, Greiferstäbe.
Dauer[schwing]bruch Werkstofftrennung, die infolge einer Dauerbeanspruchung auftritt. Die Bruchfläche zeigt den Dauerschwinganriß (glatt) und den Restbruch (grob). Charakteristisch für einen D. sind die Rastlinien. Sie treten jedoch nicht immer auf.
Dauer[schwing]-
festigkeit
sD
ist der um eine Mittelspannung sM schwingende maximale Spannungsausschlag, den eine Probe beliebig oft aushält, ohne dabei unzulässige Verformung oder Bruch zu erfahren (Wechselfestigkeit). Wird die D. überschritten, kommt es (besonders bei erhöhten Temperaturen) zu einem Anstieg der bleibenden Formänderung, dem Kriechen.
Dauerschwingprüfung liefert Kennwerte, die das mechanische Verhalten von Bauteilen bei dauernder oder oft wiederholter schwellender oder wechselnder Beanspruchung beschreiben.
Dehngrenze Rp heißt die Spannung bei einer nichtproportionalen Dehnung Ep. üblicherweise ermittelt man die technische Elastizitätsgrenze (bei 0,01%), die 0,2-Grenze (bei 0,2%) oder auch die 1-%-Dehngrenze.
Dehnung Verlängerung eines Werkstoffs bzw. einer Probe infolge Krafteinwirkung. Mathematisch ausgedrückt ist D. die gemessene Längenänderung bezogen auf den Ausgangsquerschnitt.
Dekapieren D. wird gleichbedeutend mit Beizen (Anwendung bei Elektroblechen und Verzinken) verwendet.
Deklassiertes Material Erzeugnisse - gleichgültig ob Stabstahl, Bleche, Rohre, Schienen -, die bei der Prüfung hinsichtlich ihrer Werkstoffeigenschaften, Maße oder äußeren Beschaffenheit nicht die Norm- oder Bestellvorschriften erfüllen, werden deklassiert, d. h. herabgestuft, um sie evtl. als 2. oder 3. Wahl für Verwendungszwecke absetzen zu können, bei denen das deklassierte Material den Ansprüchen noch genügt. D. ist jedoch nicht reklamationsfähig. Mit der Deklassierung entfällt die Gewährleistung des Herstellers oder Lieferanten. Die Verantwortung für die Eignung für einen bestimmten Verwendungszweck liegt ganz beim Verarbeiter.
Dendrit gerichtet erstarrter Kristallit mit tannenbaumartiger Struktur.
Desoxidation Verfahren zur Entfernung von überschüssigem Sauerstoff (aus Frischprozeß) aus Stahlschmelzen. Der Sauerstoffgehalt ist dabei so weit abzusenken, daß die Erstarrung ohne Blasenbildung abläuft. Desoxidiert wird in der Pfanne oder im Elektrolichtbogenofen. Man unterscheidet D. über die Gasphase, Fällungsdesoxidation (durch Zugabe von Elementen, deren Sauerstoffaffinität größer ist als die des Eisens; hierzu zählen Mg, Mn, Si, AI, C, Ca), Diffusionsdesoxidation, auch in Kombination mit synthetischen Schlacken.
Desoxidationslegierung CaSi, FeSi, SiMn sind Desoxidationslegierungen, die der Schmelze zugesetzt werden können, um eine Fällungsdesoxidatiom zu bewirken.
Desoxidationsprodukt Metalloxid, das aus der Reaktion des Desoxidationsmittels mit dem Sauerstoff der Schmelze entsteht.
Dessiniertes Blech Im Unterschied zu ®warmgewalztem Blech mit Mustern ist D. ein kaltgewalztes Blech aus ®nichtrostendem (Edel-)Stahl. Es ist zu unterscheiden:
1. Mustergewalztes Blech; es erhält durch Ober- und Unterwalze eine durchgeprägte Struktur. Durch das Prägewalzen tritt eine Verfestigung ein, das Blech ist steifer, so daß die Dicke vermindert werden kann (Gewichtsersparnis).
2. Dekorgewalztes Blech; durch die gemusterte Oberwalze wird ein Muster aufgewalzt, während die Unterseite glatt bleibt.
Beide sind in mehreren Musterungen lieferbar. Ihre Oberfläche ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke, Kratzer u. ä. Gebrauchsspuren, daher für Wandverkleidungungen in der Innen- und Außenarchitektur, Fassaden, Aufzugskabinen, Rolltreppen, Sanitärräume, Theken, Kühltruhen und -vitrinen und viele andere besonders geeignet.
DH-Verfahren (Abk. für Dortmund-Hörde) Verfahren zur Entgasung von Stahlschmelzen unter Vakuum.
Bei diesem sog. Vakuumheberverfahren wird das Vakuumgefäß angehoben und wieder abgesenkt. Dies bewirkt ein zyklisches Ansaugen und Ablaufen jeweils einer Teilmenge der Schmelze.
Dichte Unter der Dichte eines Stoffes versteht man den Quotienten aus der Masse m und dem Volumen V eines Körpers. Anschaulich vorstellen kann man sie sich als die Masse eines Würfels mit l dm Kantenlänge. Die Einheiten der Dichte sind kg/dm3, g/cm3 oder t/m3 für Feststoffe und Flüssigkeiten sowie kg/m3 für Gase. Die Dichte für Eisen und Stahl beträgt 7,85 g/cm3, d. h., ein Würfel von l cm Kantenlänge wiegt 7,85 g. Mit Hilfe dieser Kennzahl läßt sich das (theoretische) Gewicht aller Formen und Profile errechnen. Auf der Dichte beruht auch die Unterscheidung von Leicht- und Schwermetallen (5 kg/dm3).
Dickenmessung Die Erzielung einer gleichmäßigen Dicke des Walzgutes ist von entscheidender Bedeutung für die Produktqualität. Daher wird die Dicke während des gesamten Walzprozesses genau geregelt. Hierzu stehen Meßrollen oder auch berührungslos arbeitende Sensoren zur Verfügung.
Dielektrikum Im Zusammenhang mit der Funken- bzw. Elektroerosion: Ein Dielektrikum wirkt durch seine Existenz als Flüssigkeit, deren Wesenseigenschaft darin besteht, daß sie einen elektrischen Strom nicht oder nur sehr schlecht leitet. Als Dielektrikum finden in der Fertigungspraxis Kohlenwasserstoffverbindungen und endionisiertes Wasser Verwendung.
Diescher-Walzwerk Spezielle Bauart eines Schrägwalzwerks zum Walzen nahtloser Rohre (Rohrherstellung). Im D. wird der erste Umformschritt, das Lochen, vollzogen. Der erzeugte Hohlblock wird in einem nachfolgenden Walzwerk kalibriert oder im Durchmesser reduziert.
Differenzverzinkung bedeutet, daß sowohl bei kontinuierlich feuerverzinktem Band und Blech als auch bei elektrolytisch verzinkten Flacherzeugnissen je Seite unterschiedlich dicke Schichten vereinbart werden können.
Differenzverzinntes
Weißblech
Elektrolytisch verzinntes Weißblech als Tafel oder Rolle mit unterschiedlicher Zinnauflage je Seite
Diffusion nennt man die gegenseitige Durchdringung von Stoffen. Dieser physikalische Vorgang wird durch Temperaturerhöhung begünstigt.
Diffusionsglühen Langzeitiges Glühen bei Temperaturen dicht unter Solidustemperatur mit langer Haltedauer zum Ausgleich örtlicher Unterschiede in der Stahlzusammensetzung (Seigerungen).
Di-Max-Blech® Warmgewalztes Elektroblech, das sein günstiges magnetisches Verhalten nicht allein dem Si-Gehalt verdankt, sondern auch einem besonderen, der Armco International Corp. (USA) geschützten Verfahren. Gegenüber anderem Elektroblech gleicher magnetischer Güte ist es besser zu stanzen und zu biegen. Die ebene und dichte Oberfläche ergibt einen höheren Stapelfaktor.
DIN-Norm ®Normung
Direkthärten ist die am häufigsten angewendete Variante des ®Einsatzhärtens. Von der Aufkohlungs- (Carbonitrier-)Temperatur wird abgeschreckt und anschließend angelassen. Mit dieser Methode lassen sich die höchsten Kernhärtewerte erzielen.
Dabei muß man allerdings eventuell Kornvergröberung oder auch Restaustenitgehalte in der Randschicht in Kauf nehmen. Feinkornstähle eignen sich für diese Wärnebehandlung, die für Werkstücke mit großen Maßtoleranzen in Frage kommt oder solche, die unempfindlich gegenüber Verzug sind, bzw. bei denen der Verzug wieder beseitigt werden kann.
Direktreduktion Alle Verfahren, die Eisenerz im festen Zustand, d.h. ohne den Umweg über die flüssige Roheisenstufe, reduzieren. Das Produkt ist Eisenschwamm (oft auch DRI für direct reduced iron). Dabei werden Erze feinkörnig oder stückig eingesetzt. Reduziert wird mit gasförmigen (Wasserstoff, Kohlenoxid, Gasgemische) oder festen Reduktionsmitteln (Kohle) bei relativ niedriger Temperatur von 600 bis 1.000°C. Nach ihrer Arbeitsweise lassen sich folgende Verfahren der D. unterscheiden (Verfahrensbeispiele in Klammern):
1. Wirbelschicht- Verfahren
Feinerz wird von Reduktionsgas aufgewirbelt und im Schwebezustand reduziert. Das kontinuierlich abgeschiedene Eisenpulver wird im Anschluß brikettiert. (Das FIOR-Verfahren arbeitet mit einer stationären, die Circored- und Circofer-Prozesse mit zirkulierender Wirbelschicht).
2. Retorten-Verfahren
Die Reduktion erfolgt in mehreren Behältern (Retorten), die nacheinander vom heißen Reduktionsgas durchströmt werden (HYL). Kohle und Koksgrus verwendet das Höganäs-Verfahren. Beide arbeiten absatzweise nach dem Gegenstromprinzip. Reaktionstemperatur ca. l. 000°C.
3. Schachtofen-Verfahren
Ein klassierter Erzmöller wird in einem senkrechten Schachtofen von durchgeblasenem Reduktionsgas reduziert bzw. durch dessen Teilverbrennung vorgewärmt. Kontinuierlicher Betrieb mit Arbeitstemperaturen von rd. 900°C (Midrex).
4. Drehrohrofen-Verfahren
Stückiges Erz wird im beheizten, schwach geneigten Drehrohrofen mit festem Brennstoff bei einer Arbeitstemperatur von ca. 1.050°C reduziert.
Als Produkt wird Eisenschwamm kontinuierlich abgezogen (SL/RN-Verfahren). Der Vorteil der D. im Vergleich zum Hochofen liegt im Verzicht auf Koks. Direktreduktionsverfahren sind für Ministahlwerke auf Elektroofenbasis von Bedeutung. Zur Erzeugung von Flachprodukten sind sie in jüngster Zeit auch zunehmend in Europa im Gespräch.
Direktwalzen Unmittelbares Warmwalzen im Anschluß an das Stranggießen unter Ausnutzung der vorhandenen Temperaturen, so daß auf zwischenzeitliches Wiedererwärmen verzichtet werden kann.
Dispersionshärten ®Aushärten
DN Nennweite
Dolomit Dem Kalkstein verwandtes Gestein, wie dieser von basischer Beschaffenheit. Entsprechend aufbereitet, dient D. als feuerfeste Auskleidung in Stahlwerksöfen und Konvertern. Lieferform:
Bausteine oder Stampfmasse.
Doppelhärten Zweimaliges Härten des aufgekohlten Werkstücks (Aufkohlen), wobei die erste Härtung bei der Härtetemperatur des Kernwerkstoffes, die /weite Härtung bei der Härtetemperatur der Randschicht erfolgt (Einsatzhärten). Bei dieser Methode, die an verzugsunempfindlichen Werkstücken durchgeführt werden kann, ist der erreichte Kernhärtewert niedriger als beim Direkthärten. Folglich enthält die Randschicht weniger Restaustenit.
Doppelroller Maschine zum Dünnbandgießen. Dabei wird flüssiger Stahl zwischen zwei horizontal angeordnete, sich gegensinnig drehende, seitlich abgedichtete Gießwalzen gegossen. Das Band erstarrt zwischen diesen Rollen in nur l mm Dicke. Das Verfahren wird in Pilotanlagen bereits erprobt.
Doppelt
reduziertes
Weißblech
Elektrolytisch verzinntes Weißblech als Tafel oder Rolle von weniger als 0,18 mm Dicke, für welches das Feinstblech durch zweimaliges Kaltwalzen ohne Glühbehandlung nach dem zweiten Stich hergestellt wird. D. ist verhältnismäßig steif, federt und weist außerdem von der Walzrichtung abhängige Richtungseigenschaften auf.
Dopplungen Fehler im Walzgut in Form von Aufspaltungen. Sie entstehen dadurch, daß Hohlräume im Halbzeug, insbesondere Lunker, nicht verschweißen. D. kommen meist erst bei der Umformung des Stahls zum Vorschein. Man unterscheidet durchlaufende und örtlich begrenzte D. sowie punktförmige Werkstofftrennungen.
Dorn Hilfsmittel zur Erzeugung von Hohlräumen. Findet in der Umformtechnik bei Eindrück- oder Durchdrückverfahren Verwendung. Man unterscheidet Voll- und Hohldorn. Auch bei der Rohrherstellung werden Dornstangen als Hilfsmittel eingesetzt.
Draht Draht ist ein Erzeugnis mit meist rundem Querschnitt. Durch Warmwalzen von Knüppeln erhält man den Walzdraht. Er wird hinter dem Walzgerüst spiralförmig zusammengelegt. Will man dünne Drähte (<5 mm Durchmesser) haben, so wird der Durchmesser in Ziehereien durch Kaltumformung noch weiter reduziert. Das (Draht-)Ziehen eignet sich auch zur Herstellung von Drähten mit besonderen Anforderungen an die Oberfläche. Der Querschnitt kann kreisförmig sein (Runddraht) oder halbrund, oval, quadratisch, recht-, sechs- oder achteckig. Gewalzter D. hat Dicken von etwa 5 bis über 30 mm, gezogener D. von 13 mm bis herunter zu den kleinsten Durchmessern. D. kann aus allen Stahlsorten hergestellt werden. Von größtem Einfluß auf seine Festigkeitseigenschaften sind die Kaltverformung und Wärmebehandlung. Das Glühen verbessert die Schmiegsamkeit (Blumendraht, Drahtgeflecht) das Härten die Festigkeit (Schirmstangen, Kratzendrähte), das Vergüten und Patentieren die Festigkeit und Zähigkeit (Sprungfedern und Seildraht). Auch Betonstahlmatten und Bewehrungsdraht und ein Teil der Spannstähle, soweit nach der Herstellung aus Walzdraht oder gezogenem D. bestehend, sowie Maschinendraht, Drahtseile, Stacheldraht usw. rechnen zu D. im vorstehenden Sinne. Wichtigste Maßnormen: DIN 177 (Stahldraht kaltgezogen), DIN 2076 (Federstahldraht). DIN 2078 (Stahldrähte für Stahlseile).
Drahtelektrode 1. Abtragen: Beim funkenerosiven Schneiden (Elektroerosion) wird in der Regel ein Messing- oder Kupferdraht verwendet. Dieser Draht dient als Elektrode, der sich ähnlich wie bei einer Laubsäge durch den Werkstoff schneidet. Da die Drahtelektrode ständig einem Verschleiß unterworfen ist, muß sie über eine Drahtführungseinrichtung permanent erneuert werden.
2. Schweißen: Beim Metall-Schutzgasschweißen (MSG) brennt ein Gleichstromlichtbogen zwischen einer positiv gepolten Drahtelektrode und dem Werkstück. Die als Lichtbogenträger und als Zusatzwerkstoff abschmelzende Drahtelektrode wird von einer Drahtspule mit der Geschwindigkeit ihres Abschmelzens von einem steuerbaren Drahtvorschubgerät durch das Schlauchpaket und durch den Schweißbrenner geschoben.
Drahtgeflecht Drahtbahnen, deren Drähte auf Geflechtautomaten zu größtenteils viereckigen, aber auch sechseckigen u. a. Maschen verflochten oder verknotet werden. Werkstoff: Stahldraht, je nach Beanspruchung auch verzinkt oder kunststoffbeschichtet. überwiegende Verwendung für Zäune und Einfriedungen, aber auch Berührungsschutz an Maschinen, Aufzügen u.a. Ferner noch als "Sekundageflecht" (IIa-Geflecht) für geringe Lebensdauer.
Drahtgewebe Dieses Produkt, auch Metalltuch oder Siebtuch genannt, wird wie textiles Gewebe in Bahnen auf Webmaschinen hergestellt. Der Webdraht kann aus unterschiedlichen Wirkstoffen (Stahl, Sonderstähle, NE-Metalle) sein. Drahtdurchmesser von etwa 0,010 bis 2,5 mm sind die Regel, aber auch stärkere (Grobgewebe bis 15 mm) sind möglich. Verwendung als Schutzgitter, Siebe, Filter, Förderbänder, Kontaktgewebe u. a. m. Unterschiedliche Maschenfomen und -größen (Verhältnis Maschenweite zu Drahtdicke etwa 1:1 bis 10:1).
Drahtgitter
(Wellengitter)
Zu Drahtgewebe gehöriges Produkt von größerer Drahtdicke (serienmäßig etwa 2 bis 5, jedoch auch bis zu 15 mm) in Rund- oder Profildraht, quadratische oder rechteckige Maschen. An den Kreuzungspunkten der Längs- und Querdrähte (Kette und Schuß) werden die Drähte gekröpft, um die Kreuzungsstelle zu sichern, vielfach auch punktgesctweißt.
Drahtkorn Kurze Drahtabschnitte (Strahlmittel) für die Oberflächenbehandlung von Stahl.
Drahtpatentieren Besondere Wärmebehandlung von Draht. Patentieren
Drahtrichten Je nach Verwendungszweck ist ein Richten des Drahtes erforderlich. Der Sinn solcher Richtmaßnahmen liegt z. B. darin, dafür zu sorgen, daß der Draht bei nachfolgender Weiterverarbeitung störungsfrei und gerade vom Haspel läuft. Auch kann es angebracht sein, Draht so zu richten, daß er seine Neigung zur Schlingenbildung verliert.
Drahtseil Aus Stahldrähten zusammengedrehtes (geschlagenes) Seil (Spiralseil). Die meistverwendeten Drahtseile sind Litzenseile, die durch Zusammendrehen von Spiralseilen kleineren Durchmessers (Litzen) schraubenlinienförmig um eine Seele aus einer Faserlage oder aus verseilten Drähten hergestellt werden. Seildraht. Je nach Verwendung unterliegt D. besonderen Prüfvorschriften für Fördermittel, Hebezeuge, Seilfahrtanlagen, Bergbau oder Schiffahrt.
Drahtstift Aus schmierblank gezogenem Draht hergestelltes Drahterzeugnis, das zu den "Eisenwaren" gehört. Man unterscheidet - je nach der Form des Kopfes und der Länge - Drahtstifte mit versenkten und gestauchten Köpfen, Tapezierstifte, Schreinerstifte, Gurtstifte usw. Manche D.-Arten werden durch Erwärmen blau gemacht; sie sind auch verzinnt oder verzinkt lieferbar. Drahtstifte fallen unter den Sammelbegriff Nägel und werden in den unterschiedlichsten Längen sowie Dicken für alle denkbaren Verwendungszwecke gefertigt, z. B. als Meißelstifte, Nietstifte, Rohrstifte, Dachpappstifte, Fitschbandstifte, Schuhstifte usw. Auch Schlaufen und Krampen gehören dazu.
Drahtwalzwerk Hochleistungsstraßen, die das Vormaterial in bis zu 30 rechnergesteuerten Gerüsten zu Draht walzen. Dabei kann die Walzgeschwindigkeit bis auf 360 km/h ansteigen. Die 80 m langen Kühllinien (Stelmor) geben dem fertiggewalzten Draht optimale Eigenschaften für die Weiterverarbeitung.
Drahtziehen (Ziehen) ist ein Kaltumformverfahren, bei dem Draht zum Zweck der Durchmesserverringerung durch eine Ziehdüse gezogen wird. Dabei erfährt der Werkstoff eine Kaltverfestigung, die entweder durch Glühen beseitigt oder durch Patentieren intensiviert werden kann. Vor dem Ziehen findet eine Entzunderung der Drahtoberfläche statt, so daß die Schmiermittel besser haften. Draht zieht man auf Einzel- (eine Zieheinheit besteht aus Ziehwerkzeug + Ziehtrommel) oder auf Mehrfachzügen (bis zu acht Zieheinheiten in Reihe), die der Draht nacheinander mit zunehmender Geschwindigkeit durchläuft.
Drallrohr Dünnwandiges Rohr wird in einem Prägeverfahren mit spiralförmig umlaufenden Rillen versehen. Durchströmende Flüssigkeiten oder Gase werden in wirbelnde Bewegung versetzt. Dadurch kann die spezifische Wärmeübertragung und die Effizienz z.B. von Verdampfern, Wärmetauschern, Wärmerückgewinnungs- und Kühlanlagen gesteigert werden.
Drehen Drehen ist ein Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide und kreisförmiger Schnittbewegung. Meist führt das Werkstück die Drehbewegung aus. Das einschneidige Werkzeug ist fest eingespannt und wird an der zu bearbeitenden Fläche entlanggeführt. In besonderen Fällen kann auch das Werkzeug die Drehbewegung ausführen (Plan- und Ausdrehwerkzeuge sowie Gewindewirbeln). Die Drehverfahren werden eingeteilt nach der Lage der Bearbeitungsstelle (Außendrehen, Innendrehen), der erzeugten Bearbeitungsfläche (Rund-, Plan-, Schrauben-, Unrund-, Profil- und Formdrehen) und nach der Vorschubrichtung (Längsdrehen, Querdrehen). Als Schneidstoffe für Drehwerkzeuge verwendet man vorwiegend beschichtete Hartmetalle und Schneidkeramiken. Sie werden meist in Form von Wendeschneidplatten in Klemmhaltern eingesetzt. Profildrehmeißel und kleine Innendrehmeißel besitzen vielfach Schneiden aus Schnellarbeitsstahl. Entsprechend den Bearbeitungsfällen gibt es eine Vielzahl von Formen der Drehmeißel. Weit verbreitet sind die sogenannten Universaldrehmaschinen. Sie werden auch Spitzendrehmaschinen genannt, weil das Werkstück zwischen den Spitzen eingespannt wird, und können dann auch als Leit- und Zugspindeldrehmaschinen bezeichnet werden.
Drehstrom-
[lichtbogen]ofen
Mit Drehstrom gespeiste, klassische Variante des Elektrolichtbogenofen.
(Wechselstrom[lichtbogen]ofen)
Drehteilrohr Neben HAB-Stahl (Hohlgezogener Automaten-Blankstahl) und Maschinenbaustahlrohr werden Drehteilrohre als Vormaterial für alle Bedarfsfälle hergestellt, die von den genannten Produkten nicht abgedeckt werden. Hierfür gibt es keine Standards. Werkstoff und Maße sowie Toleranzen bedürfen der Absprache. In nichtrostenden Stählen gibt es Hohlstahl als Standardprodukt.
Dreikantstahl Im Querschnitt gleichseitiges dreieckiges Stabstahlprofil (nicht genormt). Die Benennung erfolgt nach der Seitenlänge. D. wird gewalzt von 8 bis 60 mm Seitenlänge und blankgezogen geliefert.
Dreilagenblech Plattierte Bleche
Dressierblumen Beim Nachwalzen durch örtliches Fließen auftretende Erscheinung. D. entstehen meistens dann, wenn beim Nachwalzen das Profil des einlaufenden Bandes nicht mit dem Walzspaltprofil übereinstimmt, z. B. bei wenigen Bändern.
Dressieren Kaltnachwalzen
DPI Abk. für direct reduced iron, zu deutsch: direkt reduziertes Eisen. Direktreduktion
Druck ist eine Beanspruchungsart. Er ist definiert als die Kraft, die auf eine Fläche wirkt. Die Einheit ist N/mm2.
Druckgießen Verfahren zur Herstellung von Massenteilen aus Nichteisenmetall-Legierungen. Die Schmelze wird dabei unter Druck in Dauerformen aus Stahl abgegossen.
Druckglätten Glattwalzen, Prägepolieren
Druckrohr Rohr aus Gußeisen, als Sandguß oder Schleuderguß hergestelltes Rohr für Gas- und Wasserleitungen. Druckrohre werden durch Muffen, Flansche oder Formstücke verbunden. Technische Lieferbedingungen in DIN 28500 und 28600, Maßnorm DIN 28610.
Druckstufen Die Rohrleitungen werden nach einer genormten Stufenreihe von Drücken berechnet und auch ausgeführt. Die Drücke sind nach DIN 2401, Teil l genormt. Diese Norm über Drücke in Rohrleitungen und Armaturen gilt für Stufung und Ordnung der Normen über Rohrleitungen und Rohrleitungsteile, die durch Innendruck beansprucht werden. Der Nenndruck (PN) ist das Kennzeichen für eine Druckstufe, in der Teile gleichartiger Ausführung und gleicher Anschlußmaße zusammengefaßt sind. Die Druckstufen sind nach Normzahl gestuft. Der Zahlenwert eines Nenndruckes ist gleich dem des maximal anwendbaren Druckes in bar, bei der Bezugstemperatur 20°C. Weiterhin sind in der DIN 2401 noch die Begriffe: maximal anwendbarer Druck (PMA), maximaler Betriebsüberdruck (PMS), Arbeitsdruck (PA) und Prüfdruck aufgeführt. Der Prüfdruck entspricht in etwa dem 1,5fachen Nenndruck.
Druckversuch gibt Aufschluß über das Werkstoffverhalten unter einachsiger, gleichmäßig über den Probenquerschnitt verteilter Druckbeanspruchung. Man erreicht größere Formänderungen als beim Zugversuch. Der Versuchsverlauf wird in Form eines Diagramms dokumentiert, in dem die Druckspannung über der Stauchung aufgetragen ist. Die charakteristischen Größen sind die Druckfestigkeit, die 0,2- oder die 2-%-Stauchgrenze, die natürliche Quetschgrenze, die Bruchstauchung und die Bruchausbauchung. (DIN 50 106)
Druckwasser-
stoffbeständige
Stähle
Mit Cr und teilweise mit Mo, Ni. V und W legierte Stähle, insbesondere für Werkstücke, die Wasserstoff ausgesetzt sind (z. B. in der Ammoniaksynthese. Kohlehydrierung, Erdölverarbeitung). Wasserstoff greift den Stahl an. Insbesondere bei höheren Temperaturen und unter Druck dringt er in den Stahl ein und reagiert mit dem Kohlenstoff zu Methan, das dann das Stahlgefüge zerstört.
Drücken Spanloses Formgebungsverfahren (Zugumformen) zur Herstellung von rotationssymetrichen Hohlkörpern wie Schüsseln, Beleuchtungskörpern, Raketenteilen aus Blechronden oder vorgezogenen Blechteilen. Ausgangsform des Werkstückes ist eine Blechronde oder ein vorgeformter Hohlkörper. Das Blech ist gegen die umlaufende Form gespannt, dreht sich mit ihr und wird dabei von einer langsam vorgeschobenen Rolle gegen diese gepreßt, bis es sich ihr völlig anschmiegt. Dieses Verfahren läßt sich auch auf besonders ausgerüsteten Drehmaschinen durchführen.
Dualphasenstahl Stahl mit ferritischer Matrix, in die Bainit- oder Martensitinseln eingelagert sind. Dualphasenstähle haben eine Streckgrenze um 350 N/mm2, ihre Zugfestigkeit liegt bei ca. 600 N/mm2. Im Unterschied zum Duplex-Stahl ist der Volumenanteil der zweiten Phase immer geringer als der der ferritischen Phase. Eine Weiterentwicklung der Dualphasenstähle sind die TRIP-Stähle. Der Begriff Dualphasenstahl wird heute von den Stahlherstellern vielfach für alle zweiphasigen Stähle verwendet.
Dünnbandgießen gehört zu den endabmessungsnahen Gußverfahren. Das Produkt Dünnband erstarrt in Dicken von weniger als 15mm.
Dünnbrammen-
gießen
gehört zu den Verfahren des endabmessungsnahen Gießens. Eine Dünnbramme erstarrt in Dicken von 50 bis 100mm.
Duktilität ist die Fähigkeit eines Werkstoffes, seine Form zu verändern, ohne daß dabei Werkstofftrennungen auftreten.
Duplex-Stahl So bezeichnet man einen korrosionsbeständigen Stahl mit austenitisch-ferritischem Gefüge. Im Unterschied zum Dualphasenstahl sind die Volumenanteile beider Phasen etwa gleich groß.
Duplex-Verfahren Feuerverzinkung und Beschichtung: Besonders wirkungsvollen Korrosionsschutz erzeugen Beschichtungssysteme aus einer Feuerverzinkung und zusätzlichen Anstrichen. Voraussetzung für die volle Wirksamkeit des Duplex-Systems ist eine gute Haftung der Beschichtung auf dem Zinküberzug. Problematisch ist die Beschichtung frischer Feuerverzinkungen. Sie müssen vor dem Anstrich entfettet und mit einer phosphathaltigen Lösung (Netzmittel) abgewaschen werden. Bewitterte Feuerverzinkungen (3-5 Jahre Bewitterung) sind problemlos zu beschichten.
Durchblasen Bodenblasen einer Stahlschmelze mit Sauerstoff. Sauerstoffblasverfahren, Blasstahlverfahren.
Durchbruch 1. Aufreißen der Haut beim Stranggießen.
2. Im Dauerschwingversuch auftretende Werkstofftrennung, die über den gesamten Querschnitt verläuft.
Durchhärten Umwandlungshärten über den gesamten Werkstückquerschnitt.
Durchlaufglühen 1. Kontinuierliche Wärmebehandlung im Durchlaufofen.
2. Glühen von Draht in einem Durchlaufglühofen in einem Arbeitsgang mit dem Verzinken.
Durchlaufofen Wärmetechnische Einrichtung, die eine Wärmebehandlung an schrittweise oder kontinuierlich durchlaufendem Wärmgut ermöglicht. Bänder und Drähte werden durch den Ofenraum der Durchziehöfen gezogen; schweres Halbzeug (Brammen, Blöcke und Knüppel) schiebt sich beim Einstoßen eines neuen Folgeteils um einen Schritt über die Herdfläche des Stoßofens. Beim Rollenherdofen wird das Glühgut durch gekühlte, von außen angetriebene Herdrollen transportiert. Beim Hubbalkenofen stehen zwei Balkensysteme zur Verfügung, die das Glühgut im Wechsel anheben, vorwärtstragen, absetzen und wieder zurückschwingen. Der ringförmige Drehherdofen ist auf Rollen gelagert und in Einzelkammern unterteilt; sie werden von außen beschickt und nach einer vollen Umdrehung wieder entleert.
Durchsetzfügen (auch Clinchen) ist der Sammelbegriff für eine Reihe von umformtechnischen Fügeverfahren, die ohne jegliche Hilfsfügeteile auskommen. Eine formschlüssige Verbindung läßt sich erreichen, indem mindestens zwei Fügeteile durchgesetzt werden. Dies geschieht in Verbindung mit Einschneiden oder -pressen, anschließendem Kaltstauchen, letztlich gefolgt von Breiten oder Fließpressen. D. läßt sich bei Blech-, Rohr- und Profilteilen anwenden.
Durchstrahlen Verfahren zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung mit Röntgen- oder Gammastrahlen. Hierzu zählen die Radiographie, Radioskopie, Computertomographie, Compton-Rückstreutechnik. Das Fehlerbild kommt durch die unterschiedliche Schwächung der Strahlen beim Durchgang durch das zu prüfende Teil zustande. Der Fehler wird auf einem Film oder dem Bildschirm abgebildet.
Durchvergüten Vergüten, bei dem bis zum Kern des Werkstückes annähernd gleiche Festigkeitseigenschaften erreicht werden. Voraussetzung ist ein Durchhärten.
Durchwärmdauer Zeitspanne vom Erreichen der Solltemperatur in der Randschicht des Werkstückes bis zum Erreichen der Solltemperatur im Kern.
DVM-Kriechgrenze ist eine (nicht mehr gebräuchliche) Kenngröße für Kesselbaustähle. Im Gegensatz zum aufwendigen Langzeitversuch half eine vereinfachte Methode, die ruhende Spannung zu ermitteln, bei der weder eine vorgegebene Kriechgeschwindigkeit noch eine bestimmte bleibende Dehnung überschritten sein durften.
DVM-Rundkerbprobe Quadratische Probe mit rundem Kerb für den Kerbschlagbiegeversuch. Charpy-Probe

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