Stahllexikon

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Tailored Blanks nennt man maßgeschneiderte Platinen, die im Automobilbau (als Bodenbleche) zum Einsatz kommen. Dazu werden Bleche unterschiedlicher Stahlsorten und mit verschiedenen Dicken zusammengefügt. Dies geschieht entweder durch Quetschnaht- oder Laserstrahlschweißen. Auch für die Kombination von Stahl mit Aluminium in T. ist bereits ein Verfahren patentiert.
Tandemofen Stahlofen mit zwei hintereinander liegenden (Tandem-Anordnung) Herdkammern, die abwechselnd dem Roheisenfrischen und Schrottvorwärmen dienen.
Tandemstraße Anlage, bei der die Walzgerüste hintereinander (Tandem-Anordnung) stehen. Tandem-Kaltbandstraßen bestehen im allgemeinen aus zwei bis fünf eng zusammengerückten Duo- oder Quarto-Gerüsten, die das Walzgut ein- oder mehrere Male durchläuft.
Tantal Chemisches Element, Zeichen: Ta, Dichte 16,6 g/cm3, Schmelzpunkt: 2.995 ± 25°C. Grauweißes, duktiles Metall mit hoher chemischer Beständigkeit bei Raumtemperatur. Kommt rein oder als Legierungszusatz für höchst beanspruchte Teile zum Einsatz. In Verbindung mit Niob (Nb) Stabilisierungsfaktor für chemisch beständige Stähle. Findet als Tantalcarbid Verwendung in Hartmetallen.
Technische
Elastizitäts-
grenze
nennt man die Spannung bei einer nichtproportionalen Dehnung von 0,01%. Dehngrenze.
Technologische
Eigenschaften
von Werkstoffen bezeichnen das Gebrauchsverhalten unter bestimmten betriebsnahen Beanspruchungen und die Verarbeitungseigenschaften. Hierzu zählen die Umformbarkeit, Schweißbarkeit, Härtbarkeit, Oberflächenhaftfestigkeit. Im Unterschied dazu: mechanische Eigenschaften.
Technologische
Prüfung
Prüfverfahren, welche die -technologischen Eigenschaften von Werkstoffen bzw. Bauteilen ermitteln. So werden Tiefziehbleche durch den Tiefungsversuch, Schweißverbindungen im technologischen Biegeversuch, Rohre im Aufweit- oderRingfaltversuch, Drähte im Hin- und Herbiegeversuch usw. auf ihre spezifische Eignung untersucht. (Mechanisch-technologische Prüfung).
Teilchenhärten Aus[scheidungs]härtung
Teilentkohlter
Stahl
Vorwiegend im Open-Coil(-Verfahren) geglühter Stahl für die Herstellung von emaillierfähigen Blechen.
Tekken-Test Zusammen mit dem CTS-Test (controlled thermal severity) stellt der in Japan entwickelte Tekken-Test das international am meisten verbreitete Verfahren zur Ermittlung der Kaltrißanfälligkeit dar. Dieser ursprünglich empirische Test läßt Aussagen über die kritische Rißspannung an dehnungsbehinderten Schweißverbindungen zu. Für den Tekken-Test werden zwei angeschrägte Stahlproben zunächst zwecks Befestigung an beiden Enden ein kurzes Stück zusammengeschweißt. In die Mitte der Probe wird nun die Versuchsnaht gelegt, indem die Probestücke stumpfgeschweißt werden. Wurzel, wärmebeeinflußter Grundwerkstoff und auch der übergangsbereich werden auf Risse untersucht.
Tellur Chemisches Element, Zeichen: Te, Dichte 6,24 g/cm3. Hexagonales, silbergraues sprödes, grobkristallines Metall mit mäßiger chemischer Beständigkeit. T. kann die Entgasung und Bearbeitbarkeit nichtrostender Stähle verbessern; insbesondere die Spanbarkeit bei Automatenstählen. T. bewirkt Kugelgraphitausscheidungen, weshalb es dem Gußeisen zugesetzt wird.
Tempcore®-
Stahl
Markenbezeichnung der Association Tempcore, Lüttich (Belgien) für Betonstahl. Beim Tempcore®-Verfahren durchläuft der Stahl unmittelbar nach dem Walzen eine Wasserkühlstrecke, wodurch die Randzone aus etwa 1.000 bis 1.100°C abgeschreckt wird. Auf dem Kühlbett gleichen sich die Temperaturen von Randschicht und Kern aus, was in etwa einem -Anlassen entspricht.
Temperatur-
wechsel-
beständigkeit
1. Stahl: T. ist die Fähigkeit eines Werkstoffs, wiederholt ablaufende Temperaturänderungen ohne Gefügeschädigungen zu ertragen. Sie wird insbesondere gefordert bei Warmarbeitsstählen, die bei ihrer Arbeit durch Warmrisse zerstört werden können. Durch höhere Legierungszusätze von Molybdän, Chrom und Vanadium wird die T. verbessert.
2. Feuerfestes Material: T. ist der Widerstand gegen Temperaturschock ohne katastrophale Rißbildung. Sie hängt ab von der kritischen Temperaturdifferenz und der kritischen Aufheiz- bzw. Abkühlgeschwindigkeit.
Tempern Wärmebehandlung an weißem Gußeisen, um entweder durch Entkohlen oder durch Graphitisieren Temperguß herzustellen.
Tenifer Ein Badnitrierverfahren Nitrieren.
Terneblech Kaltgewalztes feuerverbleites Blech aus weichen unlegierten Stählen für Kaltumformung. Wird in Deutschland nicht hergestellt. Genormt in EU 153. Verwendung vor allem für Kraftstoffbehälter, Öl- und Luftfilter.
Terrassenbruch Sulfidzeilen im Gefüge verringern die Verformbarkeit eines Werkstücks in Dickenrichtung. Beim Schweißen ist eine Beanspruchung senkrecht zur Oberfläche jedoch oft nicht zu vermeiden. Als Folge können terrassenförmige Aufreißungen unterhalb der Schweißung und parallel zur Blechoberfläche auftreten.
Textur Geregelte Anordnung von Kristallgittern. Durch Walzen oder Ziehen erhält das Grundgefüge eine bestimmte Orientierung (Textur), so daß sich längs oder quer zur Walzrichtung unterschiedliche Werte ergeben. Diese Folge nennt man: Anisotropie; Kornorientierte Bleche
Thermische
Ausdehnung
ist der Oberbegriff für Längenänderungen infolge von Temperaturerhöhungen. Man unterscheidet reversible und irreversible thermische Ausdehnung. Verantwortlich für reversible Längenänderungen ist die Verlagerung der Schwingungszentren von Gitterbausteinen, "thermische Dehnung". Irreversible Längenänderungen sind durch Diffusion, Modifikationsänderungen, Rekristallisation oder gar Schmelzphasenbildung bedingt.
Thermo-
mechanische
Behandlung
Der zeitliche Ablauf von Temperaturänderung und Umformung wird so gesteuert, daß sich ein bestimmter Werkstoffzustand einstellt. Man unterscheidet Verfahren mit vollständiger und ohne wesentliche Rekristallisation des Austenits. Entsprechend behandelte Teile zeichnen sich durch ein feines Korn und eine hohe Streckgrenze aus.
Thermisches
Spritzen
Oberbegriff für Verfahren zum Urformen bzw. Beschichten von Werkstoffen. Dabei wird die zu beschichtende Oberfläche nicht aufgeschmolzen. Nach Art des Energieträgers unterteilt man in Schmelzbad-, Flamm-, Hochgeschwindigkeitsflamm-, Flammschock-, Lichtbogen- und Plasmaspritzen. Zu den Anwendungsbereichen zählen: Verschleiß-, Korrosions- und Wärmeschutz, elektrische Isolierung genauso wie elektrische Leitfähigkeit, Erzeugung von Oberflächen mit definiertem Reibwert, Oberflächenstrukturen oder eine Nachpassung.
Thermisches
Trennen
Brennschneiden, Thermisches Schneiden, Abtragen, Laserstrahlschneiden.
Thermit-
schweißen
(Aluminothermisches Schweißen) Schweißverfahren, bei dem die Wärmequelle die Verbrennungswärme des Aluminiums ist, das in Pulverform - mit Eisenzunder gemischt - die Thermitmasse bildet. Den erforderlichen Sauerstoff liefert das Eisenoxid, das dabei reduziert wird. Der flüssige, hoch überhitzte Stahl füllt die Schweißfuge aus und schmilzt die Kanten auf. Die Tonerdeschlacke setzt sich darüber ab. T. dient hauptsächlich zum Schienen- und Reparaturschweißen.
Thermoelement Vorrichtung zur Temperaturermittlung durch Vergleich mit einer konstanten Bezugstemperatur und Umwandlung in Thermospannung.
Thomas-Stahl Der im Thomas-Konverter erblasene Stahl. Das von S. G. Thomas abgewandelte Windfrischverfahren nach Bessemer wurde inzwischen durch die modernen, umweltschonenden Blasstahlverfahren verdrängt.
Tiefätzung Zur Kenntlichmachung von Ungleichmäßigkeiten angewendetes chemisches Prüfverfahren. Bei stärkerer Säure-Einwirkung werden die verunreinigten und deswegen leichter angreifbaren Stellen herausgelöst und dadurch sichtbar gemacht (ätzen).
Tiefbohren Vom herkömmlichen Bohren unterscheidet sich das Tiefbohren außer durch eine unsymmetrische Schneidenanordnung am Werkzeug dadurch, daß das Kühlschmiermittel unter Druck direkt zu den Schneiden geführt wird, und daß eine Spülwirkung der vorrangige Transportmechanismus für die anfallenden Späne ist. Mit dem Tiefbohren werden Bohrungstiefen bis zum 150fachen des Durchmessers erzielt.
Tiefen (DIN 8585) Umformen ebener Blechzuschnitte zu Hohlformen, wobei der Werkstoff gedehnt wird und die Oberflächenvergrößerung eine Wanddickenabnahme bewirkt (Tiefziehen).
Tiefkühlen kann nach dem Einsatzhärten erfolgen, um eine Umwandlung des Restaustenits zu bewirken. Die Tiefkühltemperatur hängt von der zu erzielenden Wirkung ab. Als Tiefkühlmittel stehen gekühlte Luft (bis -60°C), Trockeneis, Alkoholmischungen, flüssige Gase, flüssiger Stickstoff (bis -196°C) zur Verfügung.
Tieflage Kerbschlagarbeit
Tiefofen Gasbeheizte Kammer, in welcher die eben erstarrten Rohblöcke den Ausgleich zwischen heißem Kern und kälterer Schale erfahren. Auch zum Erwärmen kalter Blöcke auf Walztemperatur. Gleichzeitig Rohstahlpuffer zwischen Stahl- und Walzwerk.
Tiefungsversuch
(nach Erichsen)
Bei Blechen und Bändern zur Feststellung der Tiefzieheignung angewendetes Verfahren nach Erichsen. Im Gegensatz zum Zugversuch liegt hier ein zweiachsiger Spannungszustand vor. Auch sind höhere Umformgrade erreichbar. Ein 0,2 - 2 mm dicker Blechstreifen wird fest über eine Matrize eingespannt. Ein Stempel mit polierter Stahlkugel beult die Probe bis zum Anriß aus. Der zurückgelegte Stempelweg zum Zeitpunkt des Anrisses liefert die sog. Erichsen-Tiefung, ein Maß für die Streckziehfähigkeit des Werkstoffs. Die Form des Risses gibt zudem Aufschluß über das Vorliegen einer Textur (geradliniger Riß) oder die Art der Walzung in Längs- und Querrichtung (kreisförmiger Riß bei Gleichmäßigkeit); genarbte Oberfläche "Orangenhaut" im tiefgezogenen Bereich deutet auf grobkörniges Gefüge.
Tiefziehbleche Feinbleche aus weichen, unlegierten Stählen zum Kaltumformen in Güten nach DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1) in vier unlegierten (mit niedrigen C-Gehalten zwischen 0,06 und 0,12 %) und einer legierten Qualitätsstahlsorte (mit nur 0,02 % C und Ti-legiert). Sie sind gekennzeichnet durch hohen Reinheitsgrad, üblicherweise nach dem Glühen kalt nachgewalzt (dressiert), geeignete Oberflächenbeschaffenheit und gleichmäßiges Gefüge.
Oberflächenart A: Poren, kleine Riefen, kleine Warzen, leichte Kratzer, leichte Verfärbung sind zulässig, wenn die Eignung zum Umformen und Haftung von Oberflächenbezügen nicht beeinträchtigt wird. Oberflächenart B: Die bessere Seite muß so fehlerfrei sein, daß einheitliches Aussehen einer Qualitätslackierung oder eines elektrolytisch aufgebrachten überzugs nicht beeinträchtigt wird; die andere Seite muß mindestens den Anforderungen der Oberflächenart A entsprechen. Die Oberflächenausführung kann rauh, matt, glatt oder besonders glatt mit festgelegten Mittenrauhwerten sein.
Die Neigung zu Fließfiguren nimmt einige Zeit nach dem Kaltwalzen zu. Die Erzeugnisse sollten alsbald nach der Auslieferung verarbeitet werden. Lediglich der legierte Stahl ist frei von Fließfiguren.
Auch legierte Stähle können gute Tiefzieheigenschaften besitzen. Die austenitischen nichtrostenden Stähle besitzen sehr gute Tiefziehfähigkeit. Isotroper Stahl.
Tiefzieheignung Eignung eines Bleches für das Tiefziehen. Sie hängt vom Werkstoff und den formgebenden Verfahren ab. Sie kann in verschiedenen Verfahren ermittelt werden. Der ®Zugversuch liefert (neben den Werten für Streckgrenze, Festigkeit und Dehnung) den Verfestigungsexponenten, n-Wert, der einen Rückschluß auf die Kaltumformbarkeit erlaubt, und den r-Wert, der die senkrechte Anisotropie charakterisiert. Darüber hinaus kennt man die Erichsenprüfung, den hydraulischen Tiefungsversuch, den Näpfchenziehversuch oder den Tiefzieh-Aufweiteversuch. Bei den ersten beiden Prüfvarianten wird das eingespannte Blech durch Stempel oder Flüssigkeitsdruck ausgeheult und das Aussehen bzw. Versagen der Teilung beurteilt. Beim Näpfchenziehversuch werden Grenzziehverhältnis und Neigung zur Zipfelbildung ermittelt. Beim letztgenannten Test hat das eingespannte Prüfblech eine mittige Bohrung, deren Aufweitung bzw. Verformung einen Rückschluß auf die Kaltumformbarkeit erlauben.
Tiefziehen Verfahren der Zug-Druck-Umformung (spanlose Verformung). Ein ebenes Blech wird durch Dehnen und Stauchen ohne beabsichtigte änderung der Blechdicke in einen Hohlkörper umgeformt. Für die Möglichkeiten und Grenzen ist das "Ziehverhältnis" maßgebend. Es errechnet sich aus dem Verhältnis der Oberflächen von Zuschnitt und Stempel und ist von verschiedenen Einflüssen (Werkstoff, Blechdicke, Schmierung usw.) abhängig. Das Tiefziehwerkzeug besteht grundsätzlich aus dem Stempel (Positiv-Form des Werkstückes), dem Ziehring und dem Niederhalter. Wo es nicht möglich ist, die Form durch einen Zug herzustellen, müssen weitere Züge mit entsprechend umgestaltetem Werkzeug (evtl. mit Zwischenglühen) vorgenommen werden.
Höhere Ziehverhältnisse lassen sich mit Sondertiefziehverfahren erreichen. Hierzu gehören die Verfahren, die mit elastischen Druckmitteln arbeiten: bei den Gummiformverfahren ist die Matrize ein Gummikissen in einem Stahlkoffer, bei den hydraulischen Ziehverfahren tritt an Stelle des Gummikissens eine Druckflüssigkeit, die ohne oder mit zwischengeschalteter Membrane auf das Werkstück wirkt.
Toleranz Unterschied zwischen dem zulässigen Höchstmaß und dem zulässigen Mindestmaß einer Meßgröße, d. h. der Spielraum, in dem sich das Fertigmaß (Ist-Maß) eines Werkstückes bewegen darf (tolerieren = dulden, ertragen). Das Toleranzfeld wird durch die beiden Abmaße bestimmt und durch einen Buchstaben und eine Zahl gekennzeichnet. Die Breite des Feldes ist in der ISO 2768, Teil 1 und ISO 286 (ISO-Grundtoleranzen), festgelegt, ebenfalls die Lage zum Nennmaß. Es ist zu unterscheiden zwischen den Allgemeintoleranzen für Längen, Form und Lage sowie dem System der ISO-Toleranz.
Tiegelstahl Edelstahl, der in kleinen Mengen in einem feuerfesten Tiegel erschmolzen wurde. Heute durch Blasstahlverfahren-, Elektrostahl abgelöst.
TIG (Tungsten-
lnert-Gas)
Bezeichnung des Wolfram-Inert-Gas-Verfahrens (WIG) im angelsächsischen Sprachgebiet. Tungsten ist der aus dem Schwedischen stammende Name für Wolfram. Der Lichtbogen wird bei diesem Schweißverfahren unter Schutzgas und mit einer nichtabschmelzenden Wolfram-Elektrode gezogen.
Titan Chemisches Element, Zeichen Ti, Dichte 4,5 g/cm3 (Leichtmetall). Durch hohe Festigkeit, niedrige Dichte und hohe Korrosionsbeständigkeit sind Ti und seine Legierungen für Apparate- und Flugzeugbau wertvoll. Ti ist ein viel verwendetes Legierungsmetall (stabilisierte Stähle und hochfeste Edelbaustähle). Bei austenitischen nichtrostenden Stählen bindet Ti Kohlenstoff und verhindert so dessen Ausscheidung. Titancarbide sind ein Bestandteile verschleißfester Hartmetallsorten. Titanoxid (Rutil) findet Verwendung als Schweißzusatzwerkstoff.
Toleranzfeld Im ISO- (und im damit übereinstimmenden) DIN-Toleranz-System ist die Lage des Toleranzfeldes durch Buchstaben zur Nullinie bzw. zum Nennmaß gekennzeichnet. Großbuchstaben (A-Z) werden bei Innenpaßmaßen (Bohrungen) und Kleinbuchstaben (a-z) werden bei Außenpaßmaßen (Wellen) verwendet.
Toleranzklasse Die Toleranzen werden mit den Zahlen 01,0,1-18 in zwanzig Toleranzklassen unterteilt. Die T. 01 hat bei gleichem Nennmaß die kleinsten, die T. 18 die größten Toleranzen. Bei gleicher T. haben größere Nennmaße größere Toleranzen. Die Toleranzklassen sind in Abhängigkeit von der geforderten Werkstückgenauigkeit zu wählen.
Topfglühen Satzweises Wärmebehandeln von kaltgewalzten Bandstählen und blanken Drähten, um ein Anlaufen (Verzundern) zu vermeiden. Die Ringe befinden sich dazu in Glühtöpfen, die wiederum einzeln in Schachtöfen eingesetzt werden. Anschließend überführt man sie in Abkühlbehälter. Bei Anwesenheit von Schutzgas spricht man von Schutzgas- oder Blankglühen.
Torpedopfanne Roheisenmischerwagen
Torsion ist eine Beanspruchung, die durch ein Moment ausgelöst wird. Dabei wirkt eine Kraft in Umfangsrichtung eines Körpers und verdreht ihn um seine Längsachse. Bei T. existiert ein zweiachsiger Spannungszustand.
Torstahl Abgekürzte Bezeichnung für Rippentorstahl.
Träger Walzprofil mit I-Querschnitt (I-Profile).
Tränenblech Warmgewalztes Blech mit Mustern
Trans-
formatoren-
bleche
Elektrobleche (DIN 46400), die im Transformatorenbau zur Herstellung des Eisenkerns in Lamellenform gebraucht werden. Bleche mit Ummagnetisierungsverlusten zwischen 1,85 und 1,1 W/kg werden in Dicken von 0,50 mm hergestellt und Bleche von 1,5 bis 1,1 W/kg in 0,35 mm Dicke. In 0,35 mm Dicke werden jedoch auch T. von 1,0 bis 0,75 W/kg geliefert.
Treiben Kaltumformen ebener Bleche zur Hohlform. Dabei wird das Blech mit dem Treibhammer von Hand oder maschinell in entsprechend gewölbte Unterlagen gedrückt.
Trennen Beim Trennen werden zur Formänderung Werkstoffteilchen vom Ausgangswerkstück abgetrennt (DIN 8580). Dabei wird der Zusammenhalt örtlich aufgehoben durch: Zerteilen (Scherschneiden, Beißschneiden), Spanen (Drehen, Bohren, Sägen, Schleifen), Abtragen (thermisches Abtragen, Funkenerosion) sowie Zerlegen und Entleeren (Abschrauben, Vakuumziehen).
Trennschleifen Spangebendes Verfahren zum Zerteilen. Das Werkzeug ist eine schnell umlaufende, dünne Schleifscheibe. Der Scheibendurchmesser richtet sich nach der geforderten Eindringtiefe (für 350 mm: 1.200 mm). Die Zerspanungsleistung liegt beim T. wesentlich höher als beim Sägen. Schwierigkeiten beim Zerteilen hochlegierter und gehärteter Stähle gibt es nicht. Wärmeempfindliche Werkstoffe schneidet man unter Wasserkühlung, glühendes Halbzeug mit Heißtrennschleifmaschinen.
Treppenschutz-
schienen
Winkelförmiges Spezialprofil zum Einbetonieren in Treppenstufen, um die Trittkante vor Ausbrüchen zu schützen. Der obenliegende Schenkel des Winkels ist gerieft, um ihn rutschsicher zu machen. Nicht genormt, lieferbar in Grundstahl und nichtrostendem Edelstahl.
Tribologie Technisches Fachgebiet, das sich mit den Zusammenhängen von Reibung, Verschleiß und Schmierung beschäftigt, um Werthaltung von Maschinen und -elemeten, Energieeinsparung und allgemein Verschleißminimierung zu erreichen.
Trio-Gerüst Aus drei Walzen bestehendes Walzgerüst, in dem abwechselnd im oberen und unteren Walzenspalt gewalzt wird, wobei das Walzgut abwechselnd gehoben und gesenkt wird.
TRIP-Stahl Abk. für transformation induced plasticity (umwandlungsinduzierte Plastizität). Weiterentwicklung der Dualphasenstähle. TRIP-Stähle können entweder höhere Festigkeiten (bis 850 N/mm2) bei vergleichbarer Dehnung oder wesentlich höhere Dehnungswerte bei vergleichbaren Festigkeiten von ca. 600 N/mm2 aufweisen.
Trommeln
(Trommel-
polieren)
Polierverfahren für Massenartikel, die von Hand nicht oder nicht wirtschaftlich poliert werden können. Polierte Chromstahlkugeln oder -stifte verschiedener Größe werden zusammen mit einer Polierflüssigkeit oder Polierpaste und den Werkstücken in einer Trommel gedreht. Die Kugeln oder Stifte wirken schleifend auf die Gegenstände.
Trowalisieren Schleifverfahren (Trowal-Gleitschliff-Verfahren) für Massenteile. Es dient zum Entgraten, Schleifen und Polieren. Chips (kleine Schleifkörper verschiedener Form, Größe und Körnung) sowie chemische Behandlungsmittel werden zusammen mit den Werkstücken in einen freischwebend aufgehängten Vibrationsbehälter gefüllt. Durch intensive Reibung der Kontaktflächen werden Grat, Zunder, Poren, Riefen usw. rasch beseitigt.
T-Stahl Im Querschnitt T-förmiges Profil. Man unterscheidet hochstegigen und breitfüßigen T, der wahlweise rundkantig oder scharfkantig lieferbar ist. Die Benennung erfolgt nach Fußbreite, Steghöhe und Dicke. T. wird geliefert:
1. Gewalzt hochstegig, rundkantig von 30 bis 140 mm Steghöhe und 4 bis max. 15 mm Dicke nach DIN EN 10055 (früher teilw. DIN 1024); breitfüßig, rundkantig von 40 bis 120 mm Fußbreite und 4,5 bis max. 10 mm Dicke nur noch als Spezialprofil. Nach DIN 59 051 als gewalztes, scharfkantiges T-Profil von 20 bis 40 mm Steghöhe und 3 bis max. 5 mm Dicke. Daneben zahlreiche nicht genormte Spezialprofile in T-Form (z. B. versetztstegig, breitfüßig scharfkantig).
2. Blankgezogen als nicht genormte Spezialprofile.
Tüpfelverfahren Schnellanalyse zur qualitativen Ermittlung der chemischen Zusammensetzung von Stahl am fertigen Bauteil. Durch Auftropfen weniger Tropfen geeigneter Lösungen (Säuren, Laugen oder spezielle Reagenzien) erzielt man chemische Reaktionen einzelner Elemente, die durch entsprechende Färbungen zugeordnet werden können.
Türkenkopf Kalibriergerüst zum Verformen eines geschweißten Rundrohres zum Profilrohr. Zwei hintereinander angeordnete Vierwalzengerüste, in denen die Walzenachsen jeweils um 90° gegeneinander versetzt sind, bewirken den Formungsvorgang.
Tundish Gießverteiler in Stranggießanlagen. Er speist die Kokille mit flüssigem Stahl und sorgt für einen konstanten Gießspiegel.
Tunnelglühen Kontinuierliches Verfahren zum Glühen von Blechen und Bändern. Sie werden in Glühkisten auf Wagen durch einen tunnelförmigen Ofen hindurchgefahren. Die Plattform der Wagen bildet dabei den unteren Abschluß des Glühraumes.

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