Stahllexikon

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Fahrbahnmatte Betonstahlmatte für Betonstraßen (Autobahnen) und Betongroßflächen. Sie wird mit Randverstärkung hergestellt, weil die Hauptbeanspruchung der einzelnen Betonplatten im Randbereich auftritt. Sie wird als kurze (KF-Matte) oder lange (LF-Matte) Fahrbahnmatte in der vom Hersteller festgelegten Typisierung hergestellt.
Fahrzeugprofile F. werden warmgewalzt oder aus Warmband - selten aus Kaltband - kaltprofiliert. Nicht genormt. Verwendung im Fahrzeugbau (Stahl-Leichtprofile) als Fahrzeug-U-Profile - die benachbarten Profile passen zusammen -, Kipperleistenprofile, Scheuerleisten-, Regenleisten-, Klappen-Profile, auch als Bordwand-U-Profile.
Fallgewichts-
versuch nach
Pellini
Er dient zur Untersuchung der Sprödbruchsicherheit ferritischer Stähle mit einer Mindestdicke von 13 mm (SEP 1325). In Oberflächenmitte erhalten Dreipunktbiegeproben mit rechteckigem Querschnitt eine Schweißraupe, die in Zugrichtung orientiert wird. Auf diese Raupe läßt man eine Masse frei herabfallen, so daß Sprödbruch - innerhalb der vorgeschriebenen Gesamtdurchbiegung - auftritt. Nun ist festzustellen, ob sich der Riß bis zu einer der oder beiden Seitenflächen der Probe ausgebreitet hat (dann gilt die Probe als gebrochen), oder ob er vorher aufgefangen wurde. Einen Kennwert für das Rißauffangverhalten stellt die NDT-Temperatur dar (nil ductility transition, bedeutet etwa: kein zäher übergang). Ziel dieses Versuches ist entweder die Ermittlung der NDT-Temperatur oder der Nachweis, wie sich die NDT-Temperatur im Vergleich zu einer bestimmten Temperatur verhält.
Faltversuch An Blechen vorgenommener Versuch, der zum Nachweis der Umformbarkeit eines Werkstoffes bei Raumtemperatur im Zustand der Lieferung oder nach dem Glühen dient. Gehört zur Prüfung der Umformeigenschaften. Die Prüfung der Kaltumformbarkeit wird an allen Halbzeugen (wie Blechen, Bändern, Rohren, Stangen und Profilen, aber auch z.B. an Nieten) durchgeführt. Beim Faltversuch (DIN 50111, DIN 50121) wird der Biegewinkel ermittelt, bei dem die Probe auf der Zugseite anreißt. Oft ist auch ein Biegewinkel (meist 180°) vorgeschrieben, ohne daß ein Anriß vorhanden sein darf.
Falzblech Kurzwort für falzbares Band und Blech, unbeschichtet oder beschichtet, das sich ohne Biegerisse und Stauchungen falzen läßt. Vorzugsweise Kontinuierlich feuerverzinktes Blech und Band aus weichen Stählen zum Kaltumformen" nach DIN EN 10142 (früher DIN 17162) in vier Sorten mit relativ hoher Bruchdehnung; z.B. Fe P02 G: Maschinenfalzgüte, ferner Zieh-, Tiefzieh- und Sondertiefziehgüte. Hohe Anforderungen an die Haftung des Zinküberzugs. Verwendung für Trapezbleche, Wellbleche, Dachbleche und -zubehör.
Farbeindring-
verfahren
Verfahren zur Ermittlung von Oberflächenrissen. Die Oberfläche wird mit einem gefärbten oder fluoreszierenden öl benetzt, das in die feinsten Risse eindringt. Ist der überschuß entfernt und die Oberfläche mit einer weißen, saugfähigen Schicht überzogen (oder mit UV-Licht beleuchtet), so bilden sich die Fehlstellen gut sichtbar ab.
Faser Bei Metallen bezeichnet man zellenförmige Ungleichmäßigkeiten in Verformungsrichtung auch als Fasern. Sie entstehen meist während Kaltumformung, die zu einer Streckung der Einschlüsse führt (Zeilengefüge).
Faserstruktur Zeilengefüge
FATT-Temperatur (Abk. für fracture appearance transition temperature). Im Schrifttum benutzte Abkürzung für die übergangstemperatur der Kerbschlagzähigkeit.
Federring Ferderringe in einfacher, doppelter und dreifacher Ausführung werden als Spannelement bei Oberbauschrauben (Gleisoberbauerzeugnisse) eingesetzt.
Federstahl Werkstoff für die Herstellung technischer Federn, die ein außerordentlich vielseitiges Anwendungsspektrum haben. Eine Feder ist ein fester Körper, der die unter äußerer Krafteinwirkung aufgenommene Formänderung wieder rückgängig machen, d. h. die aufgenommene Energie speichern und auch wieder abgeben kann. Die Anforderungen an Federnwerkstoffe sind
- bezüglich der mechanisch-technologischen Werte: hohe Elastizitätsgrenze, hohe Bruchdehnung und Brucheinschnürung, günstige Zeitstand- und Dauerschwingfestigkeit,
- bezüglich der Beschaffenheit: geringe Randentkohlung sowie gute, rißfreie Oberfläche.
Insbesondere Si- und Mn-legierte Stähle - je nach Anforderung außerdem auch mit Cr, V und Mo, bei Korrosionsbeanspruchung zusätzlich mit Ni legiert - kommen als F. in Frage.
Stoffnormen: DIN 17221 - Warmgewalzte Stähle für vergütbare Federn; DIN 17222 - Kaltgewalzte Stahlbänder für Federn; DIN 17223 - Runder ®Federstahldraht; DIN 17224 - Federdraht und Federband aus nichtrostenden Stählen. Ferner für warmfeste Federn die Stähle der WNr. 1.2567, 1.4122 und 1.4923.
Maßnormen: Es gelten die für Stabstahl, Draht, Band und Blech üblichen Normen. Für bestimmte Federarten kommen noch hinzu: DIN 1570 -Warmgewalzter gerippter Federstahl; DIN 2077 -Federstahl, rund, warmgewalzt; DIN 4620 -Federstahl, warmgewalzt, für ungeschichtete Blattfedern; DIN 49145 - Federstahl, warmgewalzt, mit halbkreisförmigen Schmalseiten, für Blattfedern.
Die Materialauswahl richtet sich nach Art der Beanspruchung (Zug-, Druck-, Dauerbeanspruchung, Temperatur, Korrosion), der Aufgabe (Speicherung mechanischer Arbeit, Rückführung bewegter Teile, Stoß- oder Schwingungsdämpfung, Kraftverteilung oder -ausgleich u. a. m.), der Bauart und der Form (z.B. Schrauben-, Spiral-, Ring-, Schenkel-, Drehstab-, Teller- oder Formfedern). Hinzu kommen konstruktive Probleme und Fragen der Verarbeitung und evtl. Wärmebehandlung.
Der Materialquerschnitt ist überwiegend rund (Federstahldraht) oder flach (Flachstahl oder Band). Der Lieferzustand kann warmgewalzt, (unbehandelt oder wärmebehandelt) oder kaltgeformt (gezogen, geschliffen, kaltgewalzt; jeweils mit oder ohne Wärmebehandlung) sein. Im allgemeinen wird F. erst zu Federn geformt und dann wärmebehandelt (vergütet). Für sehr schwierig zu formende Teile wird GKZ-Glühen vorgesehen. Gezogener Draht wird vorzugsweise in patentierter Ausführung eingesetzt (Patentieren).
Federstahlblech Stahlblech aus Federstahl walzhart, geglüht oder federhart vergütet, zur Herstellung von Tellerfedern u. ä.
Federstahldraht 1. Patentiert-gezogener F. aus unlegierten Stählen nach DIN 17223-1 in vier Sorten A, B, C und D für verschiedene Beanspruchungen in Rundabmessungen von 0,07 bis 20 mm zur Herstellung von Schraubenfedern, Federringen und sonstigen Drahtfedern.
2. ölschlußvergüteter F. aus unlegierten und legierten Stählen nach DIN 17223-2 in je drei Sorten Ventilfederdraht (Kürzel VD) oder Federdraht(FD) in Durchmessern von 0,50 bis 17 mm.
3. F. aus nichtrostenden Stählen nach DIN 17224 in drei Sorten.
Abmessungsnorm DIN 2076, die außer für Federstahldraht auch für Kupferknetlegierungen nach DIN 18682 gilt.
Feile Feilen sind mehrschneidige, spanende Werkzeuge zum Abtragen geringer Mengen von Werkstoff. Der Feilenrohling wird aus legiertem Werkzeugstahl geschmiedet. Die Zähne werden in das Feilenblatt eingehauen (negative Spanwinkel, Feile schabt) oder eingefräst (positive Spanwinkel, Feile schneidet). Dieses wird anschießend gehärtet, die Angel angelassen. Gefeilt wird von Hand oder maschinell. Man unterscheidet
1. nach der Feilenform: Flachfeilen, Rundfeilen, Dreikantfeilen und Sonderfeilen
2. nach dem Feilenhieb: einhiebige und kreuzhiebige Feilen
3. nach dem Arbeitsgebiet: Schruppfeilen und Schlichtfeilen.
Feilen werden im Maschinen-, Werkzeug-, Formen- und Modellbau für Paßarbeiten, zum Schärfen von Sägen sowie bei Reparatur-, Verputz- und Entgratarbeiten eingesetzt.
Feinblech Flacherzeugnis in Dicken von 0,35 bis unter 3,00 mm. Maßnorm DIN EN 10131 (bisher DIN 1541), Technische Lieferbedingungen nach DIN EN 10130 (bisher DIN 1623-1) - Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus weichen Stählen zum Kaltumformen, DIN 1623-2 - Kaltgewalztes Band und Blech - Allgemeine Baustähle, DIN 1623-3 - Weiche unlegierte Stähle zum Emaillieren. Hinzu kommen die höherfesten Sorten sowie metallisch oder organisch beschichtete Flachprodukte in den genannten Dicken. Nichtrostende und hitzebeständige Edelstahle in den fraglichen Dicken gehören im eigentlichen Sinn nicht zu F., sie haben auch eigene Maßnormen.
Durchweg wird F. auf vollkontinuierlich arbeitenden Anlagen aus Warmbreitband und weiter ebenfalls vollkontinuierlich zu Kaltbreitband gewalzt. In jüngerer Zeit werden auch schon Feinbleche in warmgewalzter Ausführung hergestellt. Die Dünnbandtechnologie wird diesbezüglich noch Umwälzungen bringen.
Feinen gleichbedeutend mit Frischen
Feinguß Oberbegriff für Gußstücke, die im Wachsausschmelzverfahren hergestellt wurden. Durch Verwendung einer ungeteilten Form lassen sich beliebig geformte Teile mit hoher Genauigkeit erzielen. Feinguß kommt bevorzugt bei harten, schwer zerspanbaren Werkstoffen (legierte Stähle oder Hartlegierungen) mit geringen Stückgewichten zum Einsatz. Eine anschließende Wärmebehandlung sorgt für eine Verbesserung der Zähigkeit.
Feinkorn-
[bau]stahl
Bezeichnung für Baustähle mit höherer Streckgrenze und guter Schweißbarkeit. Der Kohlenstoffgehalt dieser Stähle muß dementsprechend weniger als 0,2 % betragen. Legierungselemente, deren Nitride bzw. Carbide erst bei hohen Temperaturen in Lösung gehen, sorgen für ein feines Korn. Das feine Sekundärkorn wird durch Normalglühen oder thermomechanisches Walzen erzielt. Detaillierte Vorschriften für diverse Produkte aus diesen Stahlsorten finden sich z. B. in SEW 083, SEW 085, SEW 092, DIN EN 10 113.
Feinschneiden /
Feinstanzen
Feinschneiden, auch Feinstanzen genannt, ist ein Fertigungsverfahren, bei dem in einem Arbeitsgang gratfreie Werkstücke mit glatten, rechtwinkligen Schnittflächen hergestellt werden. Da der Schneidenspalt nur 0,5 % der Blechdicke betragen darf und bei dünnen Blechen sehr klein wir, sind zur Führung Säulengestelle erforderlich. Vor Beginn des eigentlichen Schneidens wird der Schnittstreifen durch eine bewegliche Preßplatte fest auf die Schneidplattenoberfläche gedrückt. Charakteristisch für dieses Verfahren ist eine keilförmige Ringzacke, die sich dabei allmählich in Schnittstreifen einpreßt und den Werkstoff in der Scherzone festhält.
Feinschneid- /
Feinstanzgüte
Das Feinschneiden erfordert ein dem Verfahren angepaßtes Stahlgefüge mit guten Fließeigenschaften, d.h., die Eisencarbide müssen in kugeliger Form vorliegen und einen hohen Einformungsgrad aufweisen. Bei niedriggekohlten Stählen ist dies meist kein Problem. Die F. wird meist durch Kombination von gezielter Kaltwalzung und Wärmebehandlung erzielt. Mehr und mehr wird jedoch F. aus höhergekohlten und auch legierten Stählen verlangt. Um zum Feinschneiden geeignet zu sein, müssen diese GKZ-geglüht werden. F. wird in Dicken bis zu 12 mm hergestellt.
Feinstblech Kaltgewalztes Blech aus weichem, unlegiertem Stahl
- einfach kaltgewalzt* in Dicken von 0,17 bis 0,49 mm (* = kaltgewalzt, anschließend geglüht und dressiert),
- doppelt reduziert* in Dicken von 0,14 bis 0,29 mm (* = nach dem Glühen eine zweite, größere Kaltumformung).
Für das Vormaterial gilt DIN EN 10205 - Band in Rollen zur Herstellung von Weißblech oder elektrolytisch spezialverchromtem Stahl. Sie ersetzt zusammen mit DIN EN 10203 die bisherige DIN 1616 (Weißblech und Feinstblech in Tafeln). Für die Fertigerzeugnisse gelten
1. DIN EN 10203 - Kaltgewalztes elektrolytisch verzinntes Weißblech,
2. DIN EN 10202 - Kaltgewalzter elektrolytisch spezialverchromter Stahl.
Anwendung vorwiegend im Verpackungssektor, daher zahlreiche besondere Vorschriften bezüglich der Oberflächenbeschaffenheit (Eignung zum Bedrucken, für Lebensmittel usw.).
Feinstraße Walzenstraße, auf der Stabstahl und Band in dünnen Abmessungen - Feinprofile - gewalzt werden.
Fensterprofile Spezialprofile in warmgewalzter Ausführung für die Herstellung kittloser Glasdächer und kittloser Stahlfenster.
Ferrit Metallographische Bezeichnung des krz a-Mischkristalls (Eisen-Kohlenstoff-Diagramm), in dessen Gitter Kohlenstoff interstitiell gelöst ist. Seine maximale Kohlenstofflöslichkeit beträgt nur 0,02 %. Ferrit tritt bei untereutektoiden Stählen auf, läßt sich legieren (legierter Stahl) und ist bis 769°C ferromagnetisch. Rein ferritisches Gefüge besitzt geringe Festigkeit, aber hohe Duktilität. Durch Zulegieren von Si oder Cr erhält es besondere Eigenschaften (Elektrobleche). Neben massivem und Korngrenzenferrit kann es bei Kohlenstoffgehalten zwischen 0,2 und 0,4 % infolge schneller Abkühlung von hohen Temperaturen zur Bildung von sog. Widmannstätten'schem Ferrit kommen. Dieses spröde Gefüge tritt bevorzugt in Gußgefügen und nach dem Schweißen auf.
Ferritbildner Legierungselemente, die den Existenzbereich von Ferrit erweitern. Beim Erwärmen wandelt entsprechend legierter Stahl nicht mehr um. Zu den Ferritbildnern, die ein vollständig geschlossenes Austenitgebiet erzeugen, zählen Cr, Mo, V, Al, Ti, P, Si und Be (ferritische Chromstähle). Niob, Tantal, Cer und Zirkon verengen das Austenitgebiet so, daß es durch ein heterogenes Feld abgeschlossen wird.
Ferritische
Stähle
Stähle, die bei der Erstarrung ein ferritisches Gefüge erhalten, das durch eine Wärmebehandlung nicht zu beeinflussen ist. Diese Eigenschaften beruhen auf Ferritbildnern. Diese Stahlsorten sind warmfest, besitzen besondere magnetische Eigenschaften, lassen sich nicht abschreckhärten und neigen zur Grobkornbildung.
Ferrit-Perlit-
Gefüge
Gefüge, das sich bei langsamer Abkühlung (an ruhender Luft) niedriglegierter Stähle nach Unterschreiten der eutektoidischen Temperatur (Eisen-Kohlenstoff-Diagramm) ausbildet.
Ferrolegierungen Im Kokshochofen, Lichtbogenofen oder Niederschachtofen hergestellte Zwischenerzeugnisse, die als Zusätze bei der Eisen- und Stahlerzeugung dienen und eines oder mehrere der folgenden Legierungselemente enthalten: mehr als 8 % Si (= Ferrosilicium), mehr als 30 % Mn (= Ferromangan), mehr als 20 % Cr (= Ferrochrom), mehr als 40 % W (= Ferrowolfram), mehr als insgesamt 10 % andere Legierungselemente, z. B. Cu, AI, Ti, V, Mo, Nb. F. sind nach Euronorm l und DIN 17560 -17569,17599, SEW 1740 genormt.
Fertigmaß Das Maß, das ein Werkstück in fertig bearbeiteter Form haben soll. Um es einwandfrei zu erhalten, braucht man eine Bearbeitungszugabe nach der Formel: Fertigmaß + Bearbeitungszugabe = Rohmaß.
Fertigungsverfahren Der Weg vom Rohstoff bis zum Fertigteil kann mehrere Verfahren umfassen. DIN 8580 unterteilt sie ihrer Wirksamkeit nach in Hauptgruppen (in Klammern sind jeweils einige Beispiele angeführt). Bei den einzelnen Hauptgruppen können Form und Zusammenhalt des Werkstoffes geschaffen, geändert, beibehalten, vermehrt oder vermindert werden.
1. Urformen (Gießen, Sintern);
2. Umformen (Walzen, Schmieden, Pressen, Ziehen, Biegen);
3. Trennen (Zerteilen, Spanen, Abtragen);
4. Fügen (Schweißen, Löten, Kleben, Nieten, Schrauben);
5. Beschichten (Lackieren, Galvanisieren, -Emaillieren);
6. Stoffeigenschaft ändern (Aufkohlen, Tempern, Magnetisieren, Härten, Anlassen, Nitrieren)
Festigkeit ist der Widerstand, den ein Werkstoff dem Einwirken einer äußeren Kraft entgegensetzt, ohne daß der Werkstoff versagt. Sie kann sich mit der Temperatur und/oder der Zeit ändern. Bei Werkstücken spricht man von Werkstück- oder Gestaltfestigkeit.
Festigkeits-
eigenschaften
Zur Kennzeichnung der Festigkeitseigenschaften eines Werkstoffs genügt in den meisten Fällen die Angabe der Zugfestigkeit. Lang andauernde Beanspruchungen oder solche bei höheren Temperaturen führen früher zum Bruch. Das Verhalten des Werkstoffs unter diesen Umständen wird durch die Zeit[stand]festigkeit und die Dauer[schwing]festigkeit ausgedrückt. Die Festigkeitseigenschaften sind wichtige Größen, wenn es um die Gebrauchseigenschaften eines Werkstoffs geht.
Festlänge
(Feste Länge)
Eine bestimmte Länge bei Stab- und Formstahl und Rohren, die im Rahmen der Längenarten mit einer zulässigen Abweichung geliefert wird:
1. bei Formstahl ±50 mm
2. bei Stabstahl ±100 mm (hier kann die Gesamtspanne auch ganz auf die Plusseite gelegt werden, also -0/+200 mm)
3. bei Rohren mit einer Toleranz von ±500 mm Anfallende kürzere Längen dürfen bei Präzisionsrohren in bestimmtem Rahmen mitgeliefert werden. Im Unterschied hierzu Herstellänge, Genaulänge.
Feueraluminiertes
Feinblech
Aluminium, Aluminieren
Feuerfeste
Werkstoffe
ist der Oberbegriff für keramische Werkstoffe mit hohem Schmelz- bzw. Erweichungspunkt, hoher Temperaturwechselbeständigkeit und guter chemischer Beständigkeit. Je nach den thermischen, chemischen und mechanischen Beanspruchungen, denen sie standhalten müssen, verwendet man tonerdereiche Steine, Schamotte, saure oder basische Erzeugnisse, Tondinas, Kohlenstoffsteine, Silika und Sondererzeugnisse. Detaillierte Kennwerte zu feuerfesten Erzeugnissen sind in SEW 912-917 zusammengestellt. Feuerfeste Erzeugnisse kommen in Form von Mauersteinen, Formsteinen, Stampf- oder Spritzmassen zum Einsatz.
Feuerverzinken gehört zu den Schmelztauchverfahren und dient zur Oberflächenveredelung von Stahl (Verzinken). Bei Temperaturen zwischen 440 und 465°C wird ein Zinküberzug auf die Stahloberfläche aufgebracht. Dies geschieht durch Eintauchen des Stahls in Bäder aus Zink oder Zinklegierungen. Um Reoxidation zu vermeiden, muß jegliche Berührung mit Luftsauerstoff während des gesamten Prozesses ausgeschlossen werden. Unlegierte und niedriglegierte Stähle eignen sich grundsätzlich zum Feuerverzinken.
Feuerverzinktes
Blech und Band
Kontinuierlich feuerverzinktes Blech und Band
Filterrohr Gelochtes Rohr aus Stahl roh, verzinkt, b schichtet oder nichtrostendem Edelstahl. Es wird nach DIN 4920 und DIN 4922 hergestellt und Reinigungszwecken, z.B. im Bohrbrunnenbau verwendet.
Finish 1. (veraltet) Abschließende Phase eines Bearbeitungsganges, insbesondere bei der Oberflächenbehandlung. Im übertragenen Sinn auch für den Oberflächenzustand bei Blech u Band.
2. Finish-Verfahren, zählt zur Feinbearbeitung. Hierzu wird ein mit Diamantkorn besetzter Finishstein verwendet, der beim Läppen der Hartmetallschneide bei definierten Bewegung verwendet wird. Dadurch entsteht eine Feinheit der Werkzeugschneide, die kaum noch meßbar ist.
Firstblech Pfannenblech
Fittings (nach dem englischen "to fit" = passen, verbinden). Das Fitting tritt überwiegend in der Mehrzahl auf. Die Mehrzahlbildung hat sich nach dem englischen "fittings" etabliert, die grammatisch korrekte deutsche Form "Fittinge" ist manchmal noch gebräuchlich. Im Englischen ist F. nicht eindeutig, im Deutschen werden damit lediglich Rohrformstücke bezeichnet. Diese können, Temperguß oder allen anderen Rohrleitungswerkstoffen sein. Sie werden (als Einschweiß-F. und Gewinde-F.) je nach Werkstoff und Verwendung zum Kleben, Schweißen, Löten oder Verschrauben gefertigt. Im letzten Fall ist das Gewinde dem zugehörigen Rohrgewinde angepaßt. Die Abgrenzung zwischen F. und Rohrformstück war bislang ungenau, meist wurde nach der Art der Einbringung in die Rohrleitung unterschieden. Fittings werden im allgemeinen durch Schrauben oder Löten (neuerdings auch Kleben), Formstücke durch Einschweißen eingebaut.
Seit 1991/92 ist mit Neufassung der DIN 2605, 2609,2615,2616,2617 der Normbegriff Formstück zum Einschweißen für Rohrbogen, T-Stück, Reduzierstück und Kappe festgelegt. Weil der Sprachgebrauch einer gewissen übergangszeit bedarf, seien hier die gebräuchlichsten F. aufgeführt:
Muffen, Bogen, Winkel, T- und Kreuzstücke, Verschraubungen, Nippel, Doppelnippel, Reduzierstücke und -muffen, Stopfen, Muttern. Temperguß-F. werden überwiegend in der Gas- und Wasserinstallation verwendet.
Fixlänge Veraltete, aber noch im Sprachgebrauch übliche Bezeichnung für Festlänge und Genaulänge.
Flachblech übliche Bezeichnung für unverformtes Blech, glattes Blech, im Unterschied zu profilierten Erzeugnissen (Wellblech, Stahltrapezblech).
Flacherzeugnisse haben nach DIN EN 10079 einen etwa rechteckigen Querschnitt, dessen Breite viel größer als die Dicke ist. Die Oberfläche ist technisch glatt, kann aber (z.B. bei Tränenblechen) absichtlich Vertiefungen oder Erhöhungen in regelmäßigen Abständen aufweisen. Das sind
1. Warmgewalzte Erzeugnisse wie
- Breitflachstahl
- Bleche
- Warmbreitband (> 600 mm)
- Längsgeteiltes Warmbreitband (Walzbreite > 600 mm, Lieferbreite > 600 mm)
- Bandstahl (Walzbreite < 600 mm)
2. Kaltgewalzte Erzeugnisse
- Blech
- Kaltbreitband (> 600 mm)
- Längsgeteiltes Kaltbreitband (Walzbreite > 600 mm, Lieferbreite > 600mm)
- Kaltband (Walzbreite < 600 mm)
3. Elektroblech und -band
4. Verpackungsblech und -band
5. Warm- und kaltgewalzte Flacherzeugnisse mit Oberflächenveredelung
6. Profilierte Bleche
7. Zusammengesetzte Erzeugnisse (plattierte Bleche und Sandwichbleche).
Einzelheiten findet man unter den genannten Erzeugnisarten.
Im Unterschied dazu ®Langerzeugnisse.
Flachhalbrundstahl Halbrundstahl
Flachlasche Stahlprofil zur Verbindung von Schienenstößen. Für den schweren Oberbau genormt nach DIN 5902, für den leichten Oberbau nach DIN 5901. Gleisoberbauerzeugnisse
Flachschleifen übliche Bezeichnung für das Schleifen flacher, ebener Flächen. Gegensatz: Rundschleifen (Schleifen).
Flachstahl 1. Rechteckiges Stabstahlprofil, warmgewalzt nach DIN 1017 von 10 x 5 bis 150 x 60 mm. Breiten über 150 mm gelten als Breitflachstahl.
2. Geschmiedeter F. nach DIN 7527-6.
3. Blanker F. nach DIN 174 .
Normbezeichnung für F. nach DIN EN 10079:
Flachstäbe. Blankstahl
Flachstahlschiene Ungenormte Sonderart von Kranlaufschienen. Flachprofil aus E295 (bisher St 50-2) oder S355JO (bisher St 52-3) mit rechteckigem Querschnitt, abgerundeten oberen Kanten, nur noch in 50 x 30 und 60 x 40 mm.
Flachwalz-
erzeugnisse
Veralteter Sammelbegriff für Bleche und Bänder. Flacherzeugnisse
Flachzeug überholter Sammelbegriff für Bleche und Bänder. Jetzt gültige Bezeichnung nach DIN EN 10079: Flacherzeugnisse.
Flammhärten Randschichthärten
Flammrichten F. beruht auf einer gezielten örtlichen Erwärmung in Verbindung mit einer Dehnungsbehinderung durch die kalte Umgebung. Dadurch wird ein Aufstauchen der erwärmten Zone bewirkt. Beim Abkühlen entstehen in der gestauchten Zone Schrumpfspannungen, die zu der angestrebten Formänderung führen. Das richtige Setzen eines "Wärmekeils" erfordert Geschick und viel Erfahrung, damit die Zone der unmittelbaren Flammeneinwirkung einen möglichst großen Teil des Keils umfaßt. Geschweißte Stahlkonstruktionen können sich wegen der ungleichmäßigen Wärmeeinbringung oft verziehen; Wärmekeile, Wärmepunkte und -striche sorgen dann für den Ausgleich der Spannung.
2. Meist in der Mehrzahlform "Flansche" auftretendes Fachwort für ringförmige ®Rohrverbindungsstücke, welche die Rohrenden mittels Schrauben und ggf. Dichtungen miteinander oder mit anderen Rohrleitungsteilen (z. B. Ventilen) verbinden. DIN 2500 gibt eine übersicht über die für Flansche und Flanschverbindungen gegebenen Normen, in denen die Flanscharten mit Nenndruck, Nennweite und Werkstoff aufgelistet sind. Unabhängig von der Flanschart sind für alle Maßnormen einheitliche Anschlußmaße, die in DIN 2501-1 genormt sind, festgelegt, damit Flansche gleicher Kenndaten beliebig miteinander verbunden oder gegeneinander ausgetauscht werden können. Sie müssen übereinstimmen in Flanschaußendurchmesser, Anzahl und Durchmesser der Schraubenlöcher und Lochkreisdurchmesser.
Werkstoffe: Gußeisen, Stahlguß, Stahl. Flanscharten: Gewinde-F, glatter F., Vorschweiß-F, loser F., glatter und Vorschweiß-Bund, Blind-F, Schweiß- und Vorschweiß-F. für Behälter, Druckbehälter und Apparate.
Technische Lieferbedingungen regelt DIN 2519 für die a) Herstellungsverfahren; aus Blech gefertigt, geschmiedet, gepreßt, nahtlos gewalzt; aus Walzprofilen gebogen und geschweißt, b) Lieferzustand und Maßabweichungen, c) Anforderungen an Oberflächenbeschaffenheit, Prüfung und Kennzeichnung. Die Form der Dichtflächen ist in DIN 2526 festgelegt. Hinzu kommen zahlreiche Normen für Sonderflansche, Schrauben, Bolzen, Muttern, Dichtungen.
Flammrohr Gewelltes Großrohr, das bei gewissen Dampfkesseltypen (Flammrohrkessel) die Feuerung aufnimmt. Zwei Wellenprofile: normalgewellt oder tiefgewellt.
Flanschrohr Rohr mit Flanschverbindung (Bund und loser Flansch, Vorschweiß- oder Aufschweißflansch), das im Bergbau (siehe auch DIN 20002) und im Rohrleitungsbau eingesetzt wird.
Flansch Bei Formstahl die senkrecht zum Steg liegenden Teile; sie sind meist gleich breit und symmetrisch angeordnet, die Außenflächen parallel verlaufend, während die Innenflächen entweder zum Steg hin geneigt oder ebenfalls parallel verlaufen.
Flexibles
Fertigungssystem
Ein flexibles Fertigungssystem besteht aus mehreren CNC-Maschinen an verschiedenen Bearbeitungsstationen, die durch ein gemeinsames Informations-, Werkzeug- und Materialflußsystem miteinander verknüpft werden.
Fließfiguren Bei der Verarbeitung von Blechen und Bändern auftretende Erscheinung. Sie beruht darauf, daß die plastische Verformung nicht gleichmäßig einsetzt, sondern in streifenförmigen Zonen, die etwa unter 45° zur Kraftangriffsrichtung verlaufen. Die Ursache der F. ist Reckalterung nach längerem Lagern und die damit verbundene Blockierung der Versetzungen. Durch das Frysche ätzverfahren können F. nachgewiesen werden. Hierbei erscheinen die Stellen, an denen die Fließgrenze überschritten wurde, geschwärzt, da die Stickstoffausscheidungen vom ätzmittel stärker angegriffen werden. Aluminiumberuhigter Stahl ist im allgemeinen über einen längeren Zeitraum resistent gegenüber F.-Bildung.
Fließgrenze Sammelbegriff für diejenige Spannung, bei der die plastischen (bleibenden) Verformungen einsetzen. Unter Zugbeanspruchung spricht man von Streckgrenze, unter Druckbeanspruchung von Quetschgrenze, unter Biegung von Biegegrenze, unter Verdrehung von Torsionsgrenze.
Fließkurve Graphische Auftragung der Fließspannung kf- in Abhängigkeit vom Umformgrad j.
Fließ- und
Knicklinie
Durch örtliches Fließen in Bandrichtung während des Bandablaufs auftretende Erscheinung. Sie hat die gleiche Ursache wie Fließfiguren. Hohe Streckgrenzdehnung in Verbindung mit niedrigen Streckgrenzwerten fördert die Neigung zu ihrer Bildung (Streckgrenze).
Fließpressen Umformen eines Zuschnitts oder Preßrohlings in einem Gesenk durch einen Stempel, der den für das Fließen nötigen hohen Druck ausübt und - zusammen mit den Gesenkwänden - das Kaliber bildet. Das Verfahren war ursprünglich den NE-Metallen vorbehalten (Tuben, Becher und Hülsen aus Zink, Zinn und Aluminium). Es wird heute in zunehmendem Maße auch für Stahlteile angewandt, und zwar als Kalt- oder als Warmumformen. Als Grenze gilt die Rekristallisationstemperatur (Kaltfließpressen), wobei der Werkstoff seine Fließgrenze überschreitet. Das F. wird in DIN 8582 "Fertigungsverfahren Umformen" und in DIN 8583 "Druckumformen" näher beschrieben. Die einzelnen Verfahren werden nach dem Aufbau der verwendeten Werkzeuge unter zwei Oberbegriffen eingruppiert: Fließpressen mit starrem Werkzeug und Fließpressen mit Wirkmedien.
Fließspannung
kf
ist diejenige Spannung, die bei einachsigem Spannungszustand Fließen verursacht. Sie ist abhängig vom Werkstoff, dem Umformgrad, der Umformgeschwindigkeit und der Umformtemperatur.
Flockenrisse Feinrissige Stellen im Stahlinnern deren Bruchaussehen ähnlichkeit mit Schneeflocken zeigt. F. entstehen, wenn das Gefüge infolge zu schneller Abkühlung mit Wasserstoff übersättigt ist. Nachträglich kann es dann zu lokalen Wasserstoffanreicherungen kommen. Die damit einhergehende lokale Druckerhöhung gipfelt schließlich in örtlichen Rissen. Neben vorbeugenden Maßnahmen zu ihrer Vermeidung (Vakuumguß, ausreichend langsame Abkühlgeschwindigkeit) kann man F. nachträglich durch Schmieden beseitigen.
Flügelmutter Mutter
Fluidatbettverfahren Wirbelschichtverfahren
Fluoreszenz ist eine Lichtemission, die durch den übergang eines Elektrons auf ein höheres Niveau entsteht. Die Erscheinung wird durch elektromagnetische Strahlung, ultraviolettes oder sichtbares Licht hervorgerufen.
Fluoreszenz-
verfahren
ist den atomspektroskopischen Methoden der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung zugeordnet. Im Gegensatz zu Prüfverfahren, welche die Emission oder Absorption ausnutzen, basiert diese Methode auf der Fluoreszenz. Bei der Röntgenfluoreszenzanalyse wird das Elektron durch Röntgenstrahlen angeregt.
Fluxen Magnetische Prüfverfahren
Folgeschneid-
werkzeug
Werkzeug zum Feinschneiden. Im F. erfolgt die Fertigung in mehreren aufeinander folgenden Schneidstufen, wobei zu Beginn immer ein Vorlochen des Blechstreifens notwendig ist, um in den anschließenden Operationen den Blechstreifen im Werkzeug genau positionieren zu können. (Gesamtschneidwerkzeug)
Folienkaschierte
Stahlbleche
Kontinuierlich bandbeschichtete Stahlbleche,Bandbeschichten
Formänderungs-
widerstand
Kraft, die ein Werkstoff einer Verformung entgegensetzt.
Formgebung Sammelbegriff für alle Fertigungsverfahren (nach DIN 8580), die formschaffend wirken. Ihrem Wesen nach lassen sie sich unterteilen in Verfahren, die Zusammenhalt
a) schaffen (Urformen), wie Gießen und Sintern;
b) beibehalten (Umformen), wie Walzen, Schmieden, Pressen, Ziehen, Biegen;
c) verändern (Fügen und Trennen), wie Schweißen, Löten, Kleben, Nieten, Schrauben bzw. Abtragen, Brennschneiden, Scheren, Spanen.
Formgedächtnis-
Legierung
Memory-Legierung
Formschluß-
verbindung
Maschinenelemente wie Riemenscheiben, Kupplungen und Zahnräder müssen mit Wellen so verbunden werden, daß das entsprechende Drehmoment übertragen werden kann. Nach der Art der Kraftübertragung unterscheidet man Formschlußverbindungen, Kraftschlußverbindungen und Stoffschlußverbindungen.
Formschlußverbindungen übertragen Kräfte (Drehmomente) durch ineinander passende Formen. Dabei ist eine axiale Verschiebung von Welle und Nabe möglich. Beispiel: Paßfeder-, Keilwellen- und Zahnwellenverbindungen sowie Kerbzahnprofile und Polygonwellenverbindungen
Formstahl Mit DIN EN 10079 überholte Bezeichnung für Große I-, H - und U-Profile.
Formstahlwalzwerk Anlage zur Warmumformung von Vorblöcken zu Formstahl.
Formstück Sammelbegriff für Rohrleitungsteile, die zum Abzweigen, ändern der Richtung oder des Querschnitts oder auch zum Verschließen einer Leitung verwendet werden, sofern es sich nicht um Fittings (im allgemeinen aus Temperguß) handelt. Letztere gehören zu den Rohrverbindungsstücken. Formstücke werden durch Einschweißen eingebaut. Sie sind großenteils Normteile:
DIN 2609 - Formstücke zum Einschweißen,
Technische Lieferbedingungen
DIN 2605 - Rohrbogen
DIN 2615 - T-Stücke
DIN 2616 - Reduzierstücke
DIN 2617 - Kappen
Hierin nicht erfaßte Teile werden nach Bedarf hergestellt. Rohr- und Formstück-Werkstoff müssen die gleichen Anforderungen - auch hinsichtlich Schweißeigenschaften - erfüllen. F. werden im allgemeinen aus den entsprechenden Rohren durch Umformen oder Schweißen hergestellt, in anderen Fällen aus Blechsegmenten zusammengeschweißt.
Form- und
Lagetoleranz
Form- und Lagetoleranzen nach DIN ISO 1101 dienen dazu, die Funktion und Austauschbarkeit von Werkstücken und Baugruppen zu gewährleisten. Sie werden nur dann zusätzlich zu den Maßtoleranzen mit Hilfe von Grundzeichen eingetragen, wenn sie für die Funktion und/oder die wirtschaftliche Herstellung der Teile unerläßlich sind.
Formtoleranzen begrenzen die zulässige Abweichung eines Elementes von seiner geometrisch idealen Form. Sie bestimmen die Toleranzen, innerhalb der das Element liegen muß und beliebige Form haben darf.
Lagetoleranzen sind Richtungs-, Ort- und Lauftoleranzen. Sie begrenzen die zulässigen Abweichungen von der idealen Lage zweier oder mehrerer Elemente zueinander, von denen meist eines als Bezugselement festgelegt wird.
Fräsen ist ein Spanen mit geometrisch bestimmter Werkzeugschneide zur Herstellung von ebenen und gekrümmten Flächen, Nuten, Wendelnuten, Verzahnungen und Gewinden. Das mehrschneidige Fräswerkzeug führt die kreisförmige Schnittbewegung aus, während Vorschub und Zustellbewegung meist vom Werkstück ausgeführt werden. Charakteristisch für das F. ist der unterbrochene Schnitt. Man unterscheidet Umfangfräsen und Stirnfräsen.
Freiformschmieden Im Gegensatz zum ®Gesenkschmieden Gestaltung eines Werkstückes durch ständiges Verändern seiner Lage unter dem formenden Werkzeug. Dabei beschränkt sich das Umformen auf die Druckanwendung durch Stauchen, Recken, Breiten und Rundkneten. Geschmiedet wird mit Hämmern oder Pressen; die Werkstückbewegung erfolgt bei kleineren Teilen mit der Zange von Hand, bei großen Stücken durch den Schmiedemanipulator.
Freiform-
schmiedestück
Durch Freiformschmieden hergestelltes Werkstück aus allen schmiedbaren Stahlsorten.
Für geschmiedete Stäbe in Rund-, Vierkant-, Sechskant-, Achtkant-Querschnitten gelten die Bearbeitungszugaben und Toleranzen nach DIN 7527-6. Darin sind Dicken von 16 bis 1.000 mm erfaßt. Ausführung im allgemeinen a) sauber roh auf Maß (Bestellung nach Schmiedemaß) oder b) sauber mit allseitiger Zugabe (Bestellung nach Fertigmaß) geschmiedet. Verfahrensbedingt muß bei Freiformschmiedestücken mit erheblich größeren Bearbeitungszugaben und gröberen Toleranzen gerechnet werden als bei gewalzten Stäben. Außer glatten Stäben sind auch abgesetzte Wellen, Ringe, Ronden u. ä. Formen möglich.
Fremdrost Gelangen Rostteilchen - während Lagerung, Transport oder Bearbeitung - auf die Oberfläche nichtrostender Stähle, so können sie den Edelstahl "infizieren" und Korrosion einleiten.
Fretz-Moon-
Verfahren
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung geschweißter Rohre, benannt nach seinen amerikanischen Erfindern. Auf den Fretz-Moon-Straßen werden Rohre von 13,5 bis 88,9 mm hergestellt. Ausgangswerkstoff ist zu Ringen aufgehaspelter Bandstahl. Durch einen Enden-Schweißautomaten werden die Bandenden elektrisch zusammengeschweißt, so daß ein endloses Band entsteht. In einem Durchlaufofen wird das Band auf Schweißtemperatur erwärmt. Nach dem Austreten des Bandes aus dem Ofen formt ein Walzenpaar das Schlitzrohr. Das zweite Walzenpaar (Schweißwalzen) preßt die Kanten des Schlitzrohres mit Druck gegeneinander und bewirkt dadurch den Schweißvorgang. Anschließend erfolgen das Teilen durch eine Wannsäge, das Entgraten der Rohrenden und die Innendruckprüfung. Der Rohrstrang kann auch endlos in einem nachgeschalteten Streckreduzierwalzwerk in gleicher Hitze auf kleinere Abmessungen heruntergewalzt werden. Rohre, die verzinkt werden sollen, durchlaufen nach der Innendruckprüfung zunächst ein Säurebad (Beize) und dann die Verzinkerei. Die neueren Fretz-Moon-Straßen verarbeiten Röhrenstreifen von einheitlich 280 mm Breite. Das vom Schweißwalzwerk daraus hergestellte Rohr entspricht dem Vorprodukt eines 2"-Rohres. Im Streckreduzierwalzwerk wird nun die Abmessung 2" auf kleinere Dimensionen reduziert. Außer der Reduzierung der Wanddicke ist im Streckreduzierwalzwerk durch Einstellen der entsprechenden Walzengeschwindigkeit auch ein Anstauchen möglich, so daß unterschiedliche Wanddicken erzielt werden können. Hinter dem Streckreduzierwalzwerk ist eine zweite rotierende Säge eingebaut, die den endlosen Rohrstrang zerteilt. Die Einzellängen laufen über Kühlbetten zur Adjustage.
Friemeln Richten und Runden von Stabstahl und Rohren zwischen schrägstehenden und in gleichem Sinn umlaufenden Walzen.
Frischen Entfernung des überschüssigen Kohlenstoffs aus flüssigem oder glühendem Eisen durch Einleiten von Sauerstoff. Das Frischen mit reinem Sauerstoff beschleunigt die Verfahren der Stahlherstellung und führt zu besseren Stahlsorten. Bei den modernen »Sauerstoffblasverfahren (LD, LD/AC, OBM, TBM, MRP etc.) bildet das Sauerstofffrischen den Kern des Verfahrens, im Lichtbogenofen wird die Sauerstofflanze nur zur Beschleunigung des Frisch- und Einschmelzvorganges und somit als eine Ergänzung des Verfahrens eingesetzt.
Fügen Durch Fügen werden zwei oder mehr Werkstücke miteinander verbunden. Dies kann durch Schrauben-, Stift-, Wellen-Nabe- und Preßverbindungen sowie Klebe-, Lot- und Schweißverbindungen geschehen.
Fülldraht Legierungszusätze, z. B. Ca, in Drahtform, die mit Hilfe von geeigneten Spuleinrichtungen in die Schmelze zugegeben werden.
Fülldraht-
elektrode
Sie enthält das Schweißpulver im Inneren der Elektrode. Sie eignet sich zum maschinellen Schweißen. Die geringe Menge an Mineralien im Inneren des Fülldrahtes genügt meistens nicht, um das Schmelzbad zu schützen, so wird in der Regel noch zusätzlich Schutzgas verwendet. Diese Elektrodenart wird selten angewendet.
Fugenform Form des Spaltes für das Verbinden zweier Kanten durch Schweißen. Genormt in DIN EN 29 692 - allgemeine Fugenformen Lichtbogenhandschweißen, Schutzgasschweißen und Gasschweißen; Schweißnahtvorbereitung für Stahl, (enthält Rahmenfestlegungen für die Ausbildung der Fugenformen an Stählen in Abhängigkeit vom Schweißverfahren) oder in DIN 2559 -Schweißnahtvorbereitung (Stahlrohre). Bei der Fugenherstellung sind folgende Einflußfaktoren zu berücksichtigen: Grundwerkstoff, Werkstoffdicke, Fugenform, Schnittgenauigkeit und Wärmebeeinflussung.
Funkenbilder Aus der Farbe und Form des Funkenbildes kann auf die Art und Zusammensetzung des Werkstoffes geschlossen werden. Hierzu wird das zu prüfende Metallstück in einem abgedunkelten Raum gegen eine rotierende Schleifscheibe gedrückt (Funkenprobe). Beispiele:
Einsatzstahl: glatter Funkenstrahl, wenige stachelige C-Explosionen;
Vergütungsstahl: eingeschnürte rote Lanzenspitzen, feine büschelige Stacheln;
unlegierter Vergütungsstahl C 45: glatter Strahl, mehrere stachelförmige C-Explosionen.
Funkenerosion Elektroerosion
Funkenprobe Aus dem Aussehen der Schleiffunken (Gestalt und Farbe) kann der Fachmann die Zusammensetzung einer Stahlsorte annähernd richtig erkennen, d. h. den Kohlenstoffgehalt und die Legierungsmetalle schätzen. Einfache Prüfung, die in der Werkstatt durchzuführen ist, vor allem als Verwechslungsprüfung. (Funkenbilder)
Futterrohr Rohr zum Auskleiden des Bohrlochs bei Tiefbohrungen, um es vor dem Einsturz zu schützen. Futterrohre gehören zu den ölfeldrohren untertage.

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