Stahllexikon

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W-Material Kurzbegriff für verzinktes und verbleites Material, der überwiegend statistischen Zwecken dient.
Wälzfräsen ist ein Fertigungsverfahren, das für Außenverzahnungen an geraden und schrägen Stirnrädern, Kegel- und Schneckenrädern verwendet wird. Der schneckenförmige Wälzfräser wälzt sich am herzustellenden Zahnrad ab. Er führt die Vorschub- und Wälzbewegung aus und wird auf volle Zahntiefe eingestellt. Die Steigung des Wälzfräsers entspricht der Teilung des Zahnrades.
Wälzlager Lager haben die Aufgabe, zueinander bewegliche Teile zu tragen und führen, die einwirkenden Kräfte aufzufangen und auf das Gehäuse und das Gestell weiterzuleiten. Im Maschinenbau tragen Lager überwiegend Achsen und Wellen. Je nach Belastungsrichtung unterscheidet man zwei Gruppen von Wälzlagern (Radiallager, Axiallager). Ein Wälzlager besteht bei Radiallagern aus zwei Ringen, dem Außenring und dem Innenring, und bei Axiallagern aus zwei Scheiben. Dazwischen rollen (wälzen) die Wälzkörper ab. Die Wälzkörper bestehen aus gehärtetem, geschliffenem und poliertem Stahl (Wälzlagerstahl) in Form von Kugeln, Nadeln, Zylinder-, Kegel- und Tonnenrollen. Entsprechend des Wälzkörpers werden die Wälzlager bezeichnet. Beispiel: Kugel = Kugellager, Zylinder = Zylinderrollenlager.
Wälzlagerstahl Legierter Edelstahl, in erster Linie bestimmt für die Herstellung von Teilen für Wälzlager (Kugel-, Rollen-, Nadellager). Hohe und höchste Ansprüche an Reinheit, Gleichmäßigkeit, Härtbarkeit, Maßbeständigkeit, Freiheit von Oberflächenrissen und Randentkohlung. Der Stahl soll sich gut warm und kalt umformen lassen. Genormt sind in D1N 17230 (in Zusammenhang mit Euronorm 94, jedoch mit durchweg höheren Anforderungen) 20 Sorten in fünf Gütegruppen: Durchhärtende Stähle, Einsatz-, Vergütungs-, nichtrostende und warmharte Stähle. Lieferformen: Stabstahl gewalzt, geschmiedet, blankgezogen oder - bevorzugt zur Beseitigung der Randentkohlung - geschält, außerdem in Form von Rohren, Draht, Ringen und Scheiben.
Wärmeausdehnung Die meisten Stoffe dehnen sich bei Erwärmung aus und schwinden bei Abkühlung. Die Wärmeausdehnung eines Stoffes wird durch seine Wärmeausdehnungszahl (Ausdehnungsbeiwert oder Längenausdehnungsquotient a) gekennzeichnet. Der Längenausdehnungsquotient eines Stoffes gibt die auf die Anfangslänge bezogene Längenänderung pro 1 Kelvin (Kelvin) Temperaturänderung an. Nachfolgend einige Werkstoffkennwerte: Stahl 0,000012, Beton 0,000012. Beispiel: 1 m Stahlrohr wird von 0°C auf 100°C erwärmt. Die Längenzunahme beträgt 1,2 mm (Ausgangslänge mal Längenausdehnungsquotient mal Temperaturdifferenz).
Rohrleitungen für heiße Medien müssen Dehnungsausgleicher erhalten. Beim geschweißten Schienenstrang wirkt sich die verhinderte Dehnung als Druckspannung in der Schiene aus. Bei Gußteilen ist die W. die Ursache der Schrumpfung und Schwindung, bei geschweißten Bauteilen verursacht sie Spannungen. Praktisch genutzt wird sie beim Aufschrumpfen von Fügeteilen. (Thermische Ausdehnung)
Wärmebehandlung Gezieltes Erwärmen, Halten und Abkühlen von Stahl, mit dem Ziel, genau definierte Gefüge bzw. Eigenschaften einzustellen. Unter diesem Oberbegriff sind alle Arten des Glühens, das Härten und Vergüten einzuordnen.
Wärmebehandlung
aus der
Warmumformhitze
Hierbei wird direkt im Anschluß an ein Warmumformen kontrolliert abgekühlt, so daß definierte Eigenschaften erreicht werden.
Wärmeeinfluß-
zone (WEZ)
Die Wärmeeinflußzone schließt sich beiderseits an die Schweißnaht an. Sie reicht bis an den Grundwerkstoff, der nicht durch die beim Schweißen eingebrachte Wärme beeinflußt wurde. Bei umwandlungsfähigen Stählen unterteilt sich die W. in vier Zonen: 1. Grobkorn- oder überhitzungszone, 2. Feinkorn- oder Normalisierungszone, 3. Zone unvollständiger Austenitisierung, 4. Rekristallisations- und Anlaßzone. Die W. nicht umwandelnder Stähle zeigt nur eine Grobkorn- sowie eine Rekristallisations- und Anlaßzone.
Wärmetauscherrohr Nahtloses oder geschweißtes Rohr, unlegiert oder legiert, das im Apparatebau vorwiegend für Rohrbündel-Wärmetauscher eingesetzt wird. Abmessungen 16 bis 38 mm Außendurchmesser und 1,2 bis 3,2 mm Wanddicke, überwiegend in exakten Stückzahlen und in Festlängen. Eingeengte Durchmesser- und Wanddickentoleranzen sind erforderlich, weil das Rohr in der Regel in passend gebohrte Rohrböden eingewalzt wird.
Wärmofen Aggregat zum Erwärmen von Strangguß vor dem Warmwalzen oder auch zur Wärmebehandlung nach dem Warm- oder Kaltwalzen. Zu unterscheiden sind öfen für satzweisen Betrieb und kontinuierlich arbeitende. Diskontinuierlich arbeiten Tief-, Herdwagen- und Haubenöfen. Kontinuierlich lassen sich Stoßöfen, Drehherd- und Hubbalkenöfen, Rollenherd- und Durchlaufglühöfen beschicken.
Walken Vorbehandlung zur Verhinderung von Fließfiguren bei abgelagerten Blechen. Diese werden vor der Umformung in der Walkmaschine gewalkt und erfahren hierbei eine bildsame Vorbeanspruchung, die einem geringen Kaltwalzgrad vergleichbar ist.
Walzdraht Auf Drahtwalzstraßen aus Vorblöcken oder Knüppeln gewalztes Erzeugnis in beliebiger Querschnittsform, das je nach der Analyse des Ausgangswerkstoffs als unlegierter oder legierter W. bezeichnet wird. Nach den deutschen Normen bezeichnet man als W. ein Erzeugnis, das im warmen Zustand unmittelbar von den Walzen aus in Ringen regellos aufgehaspelt wird. W. kann runden oder profilierten Querschnitt haben. Der durch Walzen herstellbare Draht kann bis auf Durchmesser von 5 mm reduziert werden. Noch dünnere Querschnitte erhält man durch anschließende Kaltumformung (Drahtziehen). Die Maße für W. aus allen Stählen sind in DIN 59110 (außer W. für Schrauben, Muttern und Niete = DIN 59115) genormt. Für W. zum Kaltziehen gilt DIN 17140, die jedoch in absehbarer Zeit durch EN 10016-1 bis 4 abgelöst wird, die z. Zt. noch als Entwurf vorliegt. Für W. aus Qualitäts- und Edelstahlen gelten die entsprechenden Güte-Normen (z. B. DIN EN 10083,17210, DIN EN 10088). Die genannten Maßnormen gelten für Rund-, Vierkant-, Sechskant-, Halbrund- und Flach-Querschnitte. Walzdraht aus Betonstahlsorten ist Vormaterial für Bewehrungsstahl in Ringen KR und WR.
Walze Zylindrischer oder profilierter Vollkörper, der als Werkzeug zur Umformung von Metallen eingesetzt wird. Man unterscheidet je nach Funktion Arbeits- und Stützwalzen. Werkstoffe: Stahl (geschmiedet oder gegossen), Gußeisen (Hartguß, Sphäroguß).
Walzen Druckumformen im Walzgerüst. Dabei wird das Walzgut von zwei Walzen erfaßt, die sich in Walzrichtung gegeneinander drehen. Es wird durch die Walzendrehung vorwärts bewegt. Im Walzspalt wird die Dicke des Walzguts durch den hohen Druck, den die Walzen ausüben, reduziert. Je nach Bauart des Walzgerüstes stehen zwei oder beim Planetenwalzwerk auch mehr Walzen zur Umformung zur Verfügung. In der Regel wird zunächst warmgewalzt, d.h. bei Walztemperaturen oberhalb Rekristallisationstemperatur. Das Kaltwalzen wird zusätzlich dort angewendet, wo durch das Warmwalzen erreichbare Dicken unterschritten werden sollen oder wo höhere Maßgenauigkeit oder besondere Oberflächenqualität gefordert sind.
Walzgerüst Aus dem Rahmen zur Lagerung und Führung der Walzen, aus den Walzkörpern und aus den Antriebselementen der Walzen bestehender Ständer. Das Zweiwalzengerüst (Duo) hat zwei Arbeitswalzen, das Dreiwalzengerüst (Trio) deren drei, das Vierwalzengerüst (Quarto) hat zwei Arbeits- und zwei Stützwalzen, das Universalgerüst zwei vertikale und zwei horizontale Arbeitswalzen, das Vielwalzengerüst hat zwei Arbeitswalzen und eine Vielzahl von Stützrollen. Beim Duo-Umkehrwalzgerüst ändern die beiden Walzen nach jedem Durchgang des Walzgutes durch den Walzspalt (Stich) ihre Drehrichtung.
Walzhaut Beim Warmwalzen entstehende, festhaftende Oxidhaut von blauschwarzer Farbe. Sie bietet einen sehr guten Korrosionsschutz, erschwert aber einen Rostschutzanstrich.
Walzprofilieren ist ein Biegeverfahren, mit dem sich Bänder zu Profilen umformen lassen (Anwendungsbeispiel: Türrahmenprofile). Das Band durchläuft mehrere hintereinander angeordnete Walzenpaare. Der Spalt zwischen den beiden Walzen ändert sich von Paar zu Paar, bis die angestrebte Profilform erreicht ist. Dabei bleiben Dicke und Querschnittsgröße des Bandes konstant. Während des Biegeprozesses ist darauf zu achten, daß Kantendehnungen nicht zu Verwerfungen führen können.
Walzsinter Walzzunderschlamm
Walzstahl-
fertigerzeugnisse
Gewalzte Fertigerzeugnisse in allen Sorten und Güten, legiert und unlegiert, hergestellt aus Halbzeug. Sie sind das Rohmaterial für die weiterverarbeitende Industrie, die diese ihrerseits vielfach als Halbzeug bezeichnet.
Walzstraße Fertigungsanlage, bestehend aus einem oder mehreren Walzgerüsten inklusive aller Zuführungs-, Handhabungs- (Rollgänge, Kanter, Dreh- und Hebetische) und Trennvorrichtungen. Die Bezeichnung einer W. kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen:
1. nach dem Erzeugnis: z. B. Block-, Brammen-, Knüppel-, Warm[breit]band-, Grobblech-, Drahtstraße, usw.
2. nach der Arbeitsweise: Umkehrstraße, halb-, vollkontinuierliche Straße, Tandemstraße,
3. nach den unterschiedlichen Arbeitsbedingungen am Eintritt und Auslauf: Vor-, Zwischen- und Fertigstraße.
Walztextur Textur. Unter einer W. versteht man eine Kristallorientierung in Walzrichtung; mit anderen Worten, die Gefügebestandteile werden in Walzrichtung gestreckt. (Kornorientierte Elektrobleche).
Walztoleranz Beim Walzen zulässige Spielräume für die geometrischen Maße (Dicke, Breite, Planheit) eines Bleches oder Bandes (Toleranz).
Walzwerk Produktionsstätte, die alle Einrichtungen umfaßt, die zum Walzen erforderlich sind. Hierzu zählen: Anwärm- und Glühöfen, Walzstraßen, Adjustage. Nach dem Erzeugnis unterscheidet man: Block-W, Halbzeug-W, Profil-W, Blech-W, Bandstahl-W, Draht-W., Rohr-W.
Walzwerksfehler 1. Formfehler durch mangelhafte Halbzeugwalzung;
2. Oberflächenfehler durch eingewalzten Zunder und durch überlappungen;
3. Planheitsfehler bei Flachprodukten durch Wellen und Falten;
4. Querschnittsmängel beim Kaliberwalzen;
5. Säbelkanten bei Bändern;
6. Qualitätsminderung durch ungünstige Walztemperaturen.
Walzzunderschlamm (auch als Walzsinter bekannt) ist ein Produkt, das bei der Warmformgebung von Stahl anfällt. Es handelt sich um ein Gemisch aus Eisenoxid, Öl und Wasser. Der Anteil mit weniger als 1 % Öl (= Grobsinter) kann dem Prozeß wieder zugeführt werden. Der Feinsinter wird in Entölungsanlagen aufbereitet; man gewinnt das Eisenoxid zurück.
Warm[breit]band Warmgewalztes Erzeugnis mit rechteckigem Querschnitt von mindestens 600 mm Breite, das unmittelbar nach dem Walzen zu Rollen (Coils) mit möglichst genau aufeinander liegenden Kanten (uhrfederartig) aufgewickelt wird. Die Kanten sind wie gewalzt oder beschnitten. Herstellung auf Warm[breit]bandstraßen, überwiegend kontinuierlich in Dicken von 1,2 bis 20,0 mm und Breiten, welche die 2.000-mm-Grenze bereits überschritten haben. W. dient als Vormaterial für Fein- und Grobbleche sowie Kalt[breit]band (Band).
Walzzunge Abfallenden, Deklassiertes Material.
Walzzustand "Als im Walzzustand" (umgangssprachlich auch walzhart) bezeichnet den üblichen Lieferzustand von Walzstahl. Er wird der Verarbeitung ohne zusätzliche Wärmebehandlung zugeführt.
Warmarbeitsstähle Untergruppe der Werkzeugstähle. W. sind legierte Stähle, deren Oberfläche im Einsatz Temperaturen oberhalb von 200°C ausgesetzt werden kann. Neben einer hohen Warmfestigkeit müssen sie auch eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen. DIN 17350. Sie finden z.B. Anwendung als Schmiedematrize, Spritzgießkokille, Preß- und Lochdorn etc.
Warmbadhärten Austenitisieren und Abschrecken auf Temperaturen um den Martensitpunkt (Martensit). Dabei ist die Abkühlgeschwindigkeit derart einzustellen, daß weder Ferrit, noch Perlit oder Bainit gebildet werden können. Halten bis zum Temperaturausgleich und ein nachfolgendes weiteres Abkühlen (meistens an Luft) auf Raumtemperatur, so daß die Martensitbildung gleichmäßig eintritt. (Härten, gestuftes).
Warmbreitband-
straße
Fertigungsstraße zur Herstellung von Warmbreitband. Man unterscheidet drei verschiedene Bauweisen: Vollkontinuierliche W. (fünf bis sechs Vor- und sechs Fertiggerüste), halbkontinuierliche W. (ein Reversierquarto als Vorgerüst, sechs kontinuierliche Fertiggerüste) und Steckelwalzwerk (ein Reversierquarto als Vorgerüst, ein Reversierquarto als Fertiggerüst zwischen Haspelöfen).
Warmbruch nennt man eine Werkstofftrennung infolge herabgesetzter Warmumformbarkeit. Letztere ist eine ungünstige Nebenwirkung von Ausscheidungen, die eigentlich zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften im Stahl erzeugt werden. W. kann beispielsweise beim Warmbiegen von Rohren auftreten.
Warmfeste Stähle Stähle, die bei Temperaturen bis etwa 540°C gute mechanische Eigenschaften (Zeitdehngrenze, Zeitstandfestigkeit, Relaxationswiderstand) unter Langzeitbeanspruchung aufweisen. DIN 17240. (Für höhere Temperaturbeanspruchung: hochwarmfeste Stähle, hitzebeständige Stähle). Nahtlose Stahlrohre aus warmfesten Stählen, Kesselrohre.
Warmgewalztes
Blech mit Mustern
In DIN 59220 genormtes Blech, das hauptsächlich als rutschfestes und trittsicheres, selbsttragendes Belagblech - z.B. für Treppen und Laufstege - verwendet wird. Es hat auf der für diesen Zweck entscheidenden Seite regelmäßig erhaben aufgewalzte Muster (Tränen oder Riffeln) und ist auf der anderen Seite im allgemeinen glatt. Genormt sind sechs Nenndicken (die Blechdicke ohne Musterauflage) von 3 bis 10 mm, handelsüblich kommen auch größere Dicken vor. Die Musterauflage beträgt 1 bis 2 mm. Die Tränen sind ellipsenförmige, spitz zulaufende Erhöhungen, die gegenüber Riffeln den Vorteil bieten, daß Flüssigkeitsansammlungen abfließen können. Gütenormen: DIN EN 10025 (bisher DIN 17100) und DIN EN 10088 (bisher DIN 17440).
Warmhärte Härte eines Werkstoffes bei höherer Temperatur. Von Bedeutung vor allem bei Warmarbeitsstählen und Schnellarbeitsstählen.
Warmhärte-
prüfung
Die änderung der Härte eines Werkstoffes mit der Temperatur wird in Warmhärteprüfungen ermittelt. Hierzu eignen sich nur Verfahren, die Diamanten als Prüfkörper benutzen (Härtemessung).
Warmstreckgrenze Bei höheren Temperaturen im Kurzversuch ermittelte Streckgrenze. Bei erhöhten Temperaturen vermindern sich Zugfestigkeit und Streckgrenze, so daß der Einsatz von warmfesten Stählen notwendig werden kann.
Warmumformung Formgebungsprozesse, bei denen der Werkstoff bei Temperaturen oberhalb Rekristallisationstemperatur verarbeitet wird. Warmumformtemperaturen liegen zwischen 1.200 und 900°C (Stahl) bzw. 600 und 400°C (NE-Metalle). Für Stahl kommen folgende Verfahren in Frage: Freiform- und Gesenk- Schmieden, Warmwalzen, Warmziehen, Warmpressen und Warmstauchen.
Warmwalzen Umformverfahren, das im Anschluß an das Urformen (Stranggießen) erfolgt. Das Walzgut (Bramme oder Knüppel) wird im Walzspalt durch Aufbringen von Druck auf eine vorgegebene Dicke reduziert. Infolge des Gesetzes der Volumenkonstanz ergeben sich Längen- und Breitenänderungen. Vor allem die Breitung muß genau kontrolliert werden. Die Abgrenzung zwischen Warm- und Kaltwalzen erfolgt durch die Temperatur: Beim Warmwalzen liegt die Walztemperatur immer oberhalb Rekristallisationstemperatur.
Warmwalzwerk Der Stranggießanlage nachgeschaltete Fertigungsanlage zum Umformen von Brammen, Knüppeln bei Temperaturen oberhalb Rekristallisationstemperatur. Im W. findet man Walzstraße und alle Zusatzeinrichtungen wie Wärmöfen oder Adjustage.
Warzenblech Veraltet für Tränenblech, Warmgewalztes Blech mit Mustern.
Wasserdruckversuch Innendruckversuch mit Wasser, dem die meisten nahtlosen und geschweißten Stahlrohre im Lieferwerk unterzogen werden müssen. Für den W. gilt DIN 50104. Beim Abdrücken wird den flüssigen Medien der Vorzug gegeben, da diese beim Platzen der Rohre keinen Expansionsdrang besitzen wie gasförmige Medien.
Wasserhärter Bezeichnung für Stähle, die im Abkühlmedium Wasser härten.
Wasserleitungsrohr Nach DIN 2460 Stahlrohre für Wasserleitungen, nahtlos oder geschweißt in Nennweiten von 80 bis 2000, insbesondere für Trinkwasserleitungen. Unterschiedliche Endenausführung (glatt, mit Schweißfase, Einsteckschweißmuffe, Steckmuffe), verschiedene Auskleidungen und Ummantelungen. Für Hausinstallation Gewinderohr (DIN 2440,2441 und 2442).
Wasserstoff Chemisches Element, Zeichen: H, bei Raumtemperatur gasförmig. W. wird von Stahl leicht aufgenommen, unabhängig davon, in welchem Aggregatzustand sich der Stahl befindet. So gelangt W. z. B. aus feuchten Zuschlagstoffen in die Schmelze. In das Blech oder Band gelangt er beim Beizen (aus der Säure) oder beim Schweißen (aus der Feuchtigkeit der Elektrodenhülle). Wegen des geringen Lösungsvermögens wird er später zum Großteil wieder ausgeschieden und zwar aus der Stahlschmelze durch die Spülwirkung, aus Walz- und Schmiedeteilen durch eine Glühbehandlung oder beim Auslagern. W. setzt die -»Bruchdehnung und Einschnürung im Stahl herab und verursacht bei erhöhten Gehalten Flockenrisse im Innern (Flockenrisse) oder Oberflächenblasen (Beizblasen). Bei hohen Drücken und Temperaturen wirkt er entkohlend und versprödend. Im chemischen Behälter- und Apparatebau muß man daher druckwasserstoffbeständige Stähle einsetzen.
Wasserstoff-
induzierte
Rißbildung
Beim Schweißen - und zwar sowohl bei allen Verfahren, die umhüllte Stablelektroden einsetzen, als auch beim Unterpulverschweißen - kann Wasserstoff aus den Zusatzwerkstoffen in das Schweißbad gelangen. Bei Raumtemperatur besitzt Stahl nur eine geringe Wasserstofflöslichkeit, so daß der größte Anteil bei Abkühlung wieder entweichen würde. Wird jedoch so schnell abgekühlt, daß keine Wasserstoffeffusion möglich ist, kommt es zu einer hohen übersättigung. Diese erhöht die Sprödbruchneigung, verursacht Kaltrisse oder gar Sprödbruch.
Wasserstoff-
versprödung
Wasserstoff kann nicht nur während der Erzeugung in die flüssige Schmelze gelangen, auch fester Stahl kann Wasserstoff aufnehmen. Löst sich Wasserstoff im Gefüge, so beeinträchtigt er die Rißzähigkeit, man spricht von Wasserstoffversprödung.
Wasservergüten Vergüten, bei dem in Wasser gehärtet wird.
Wattverlust Veraltet für Ummagnetisierungsverlust.
Wechselfestigkeit Sonderfall der Dauer[schwing]festigkeit mit der Mittelspannung = 0. Die Spannung wechselt zwischen gleich großen Plus- und Minuswerten; ihr Betrag gleicht dem der Ober- bzw. Unterspannung.
Wechselstrom-
[lichtbogen]ofen
Klassische, drehstromgespeiste Variante des Elektrolichtbogenofens zur Stahlherstellung. Moderne Weiterentwicklungen ziele auf eine Erhöhung der Sekundärspannung auf über 1.000 V. Das ermöglicht höhere Produktivität bei stabilem Lichtbogen. Gute Erfahrungen mit Einzelschachtöfen und Schrottvorwärmung führten zur Entwicklung von Doppelschachtöfen.
Weibull-Diagramm Die statistische Methode nach Weibull gibt Aufschluß über die Standzeit von Wälzlagerstählen. Die graphische Darstellung umfaßt die Versagensrate in Abhängigkeit von der Standzeit.
Weichfleckigkeit kann beim Härten untereutektoidischer Stähle auftreten: Wenn von Temperaturen zwischen Ac3 und Ac1 abgeschreckt wird, bleibt Ferrit als weicher Gefügebestandteil erhalten. In eutektoidischem Stahl kann W. auftreten, wenn die Randschicht infolge Weichglühens entkohlt wurde. In gehärtetem Stahl tritt sie auf, falls die Härtetemperatur unterhalb Ac3 lag. Dann kommt es nicht zur Auflösung des Ferrits, er bleibt in Form von weichen Flecken existent.
Weichmagnetische
Stähle
zeichnen sich durch eine leichte Magnetisierbarkeit, hohe Permeabilität und geringe Ummagnetisierungsverluste aus. Das Gefüge sollte möglichst wenig Gitterfehler und innere Spannungen aufweisen, um die Blochwandbewegung zu erleichtern. Un- oder niedriglegierte Sorten kommen in der Starkstromtechnik zum Einsatz. Dynamo- und Transformatorenbleche sind mit Si legiert, um die Wirbelstromverluste gering zu halten.
Weißband Elektrolytisch verzinntes, kaltgewalztes Band aus weichem, unlegiertem Stahl nach DIN EN 10203 Weißblech,
Weißblech Verzinntes, kaltgewalztes Feinstblech in Nenndicken von 0,17 bis 0,49 mm, doppeltreduziertes W. von 0,14 bis 0,29 mm aus weichem, unlegiertem Stahl nach DIN EN 10203. Das Aufbringen des Zinns geschieht auf elektrolytischem Weg einseitig oder beidseitig in gleicher oder auch unterschiedlicher Auflagendicke ("differenzverzinnt"). Zinnauflage gestaffelt von 1,0 bis 10 g/m2 je Seite. Eine zusätzliche Lackierung kann die Korrosionsbeständigkeit verbessern. Verwendung zum weitaus größten Teil in der Verpackungsindustrie (mit hoher Recyclingrate!), auch für Haushalts- und Spielwaren. Technische Lieferbedingungen in DIN 10205.
Weiße Bänder Infolge elektromagnetischen Rührens beim Stranggießen kann es zur Bildung sogenannter weißer Bänder kommen. In der Nähe des Rührfeldes wird im flüssigen Sumpf eine Strömung erzwungen. Zwischen diesem Bereich und der heterogenen Erstarrungsfront entstehen Zonen negativer Seigerung - die weißen Bänder.
Weißrost Weißer Belag, der sich auf Zinkoberflächen (verzinkte Teile) bildet, die in nasser und schlecht belüfteter Umgebung gelagert wurden. Der lockere W. bildet keinen Schutz - im Gegensatz zu den hell- und dunkelgrauen Schichten (Zinkpatina), die sich an der Atmosphäre oder unter kohlensäurehaltigem Wasser ausbilden.
Wellblech Aus feuerverzinktem Feinblech in Längsrichtung in regelmäßigen Wellen profiliertes Bauelement (für Dach und Wand an Schuppen, Garagen u. ä.). Wellenform und -große genormt in DIN 59231, Blechdickentoleranzen nach DIN EN 10143. Unterschiedliche Baubreite ergibt sich aus der eingesetzten Flachblechbreite von 1.000 mm je nach Wellenhöhe und -breite. Blechdicke hängt von statischen Erfordernissen ab. Für gewölbte Dächer auch in bombierter Ausführung. Verschiedene Zubehöre für die Montage wie First- und Grat-, übergangs-, Anschluß- und Eckbleche.
Welle 1. Stahlwelle
2. Einheitswelle
3. Wellen sind umlaufende Maschinenelemente. Sie übertragen Drehmomente und werden auf Verdrehung sowie Biegung beansprucht. Man unterscheidet starre Wellen, Gelenkwellen und biegsame Wellen. An Werkzeugmaschinen werden manche Wellen als Spindeln bezeichnet.
Wellengitter Drahtgeflecht
Wellrohre Stahlrohre, deren Wand durch umlaufende, eingewalzte Rillen wellenförmig verformt wurden. Dadurch wird das Rohr profilsteifer und erhält zugleich eine gewisse Längs- und Querfederung. Dampfkessel-W. (Flammrohre). W. mit enggestellten, hohen Wellen verwendet man in Form von Zwischenstücken als Dehnungsausgleicher (Kompensatoren) in Rohrleitungen und bei kleinen Durchmessern als biegebewegliche Metallschläuche.
Werkstoff-
eigenschaften
ist der Sammelbegriff für alle Attribute, die das Verhalten eines Werkstoffs unter bestimmten Beanspruchungen oder in bestimmten Anwendungsfällen beschreiben. Sie lassen sich z. B. in mechanische, technologische, physikalische, chemische Eigenschaften unterteilen.
Werkkennzeichen Durch die oberste Bauaufsichtsbehörde für jedes Herstellerwerk festgelegtes Unterscheidungsmerkmal, mit dem Betonrippenstähle und die gerippten Einzelstäbe von geschweißten Betonstahlmatten versehen sein müssen, damit jederzeit - auch nach Einbau - der Hersteller ermittelt werden kann. Das W. ist in DIN 488-1 geregelt und besteht aus einer Veränderung der Rippenanordnung der Staboberflächen. Betonstahlmatten sind zusätzlich durch witterungsbeständige Anhängeetiketten zu kennzeichnen, die die Nummer des Herstellers und die Mattenbezeichnung aufweisen.
Werksattest Prüfbescheinigung
Werksbescheinigung Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.
Werksprüfzeugnis Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.
Werkstoff nennt man alle Stoffe mit technisch nutzbaren Eigenschaften. Das heißt, aus W. lassen sich durch Be- oder Verarbeitung Halbzeuge oder Fertigprodukte herstellen. Man unterscheidet verschiedene Werkstoffgruppen wie z. B. Eisen- und Stahlwerkstoffe, NE-Metalle, anorganische nichtmetallische und schließlich organische W.
Werkstoffprüfung Untersuchung der Werkstoffe nach verschiedenen Kriterien mit dem Ziel, werkstoffspezifische Kennwerte zu ermitteln. In mechanisch-technologischen Prüfungen werden Aussagen über die Festigkeitseigenschaften (Zugfestigkeit, Härte usw.) oder die Verarbeitbarkeit (technologischer Biegeversuch, Tiefziehversuch) von Werkstoffen festgestellt. Metallographische Methoden prüfen die Mikrostruktur. Physikalische Verfahren geben Kenntnis über physikalische Eigenschaften (Härtemessung, elektrische Leitfähigkeit, Wärmeausdehnung, Ummagnetisierungsverluste). Zerstörungsfreie Prüfungen (Magnetpulver-, Röntgen-, Ultraschalluntersuchungen) stellen Werkstoffehler (Lunker, Risse) fest, ohne daß die Probe dabei kaputt geht. Durch chemische oder physikalische Verfahren wird die Werkstoffanalyse ermittelt.
Werkstück-
nullpunkt
Der W. wird auch Programmnullpunkt genannt. Er wird vom Programmierer so festgelegt, daß die Koordinaten der Werkstückkontur möglichst einfach zu bestimmen sind. Werkstücksnullpunkte können beispielsweise die Mitte einer Bohrung oder die Schnittkanten eines Werkstückes sein.
Werkszeugnis Prüfbescheinigung, Abnahmeprüfzeugnis.
Werkzeugstahl Zur Gruppe der Werkzeugstähle zählen Edelstähle mit hoher Härte, hohem Verschleißwiderstand und hoher Zähigkeit, die sich zur Be- und Verarbeitung von Werkstoffen eignen. Sie müssen darüber hinaus eine gute Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen. W. unterteilt sich in Kaltarbeitsstähle (Werkzeugstähle) (i.e. unlegierte oder niedrig legierte Sorten für Anwendungen, bei denen die Oberfläche einer Temperatur von weniger als 200°C ausgesetzt wird), Warmarbeitsstähle und Schnellarbeitsstähle. DIN 17350.
Wetterfester
Baustahl
ist nach DIN EN 10155 und SEW 087 jeder Stahl, dem bestimmte Legierungselemente zugesetzt wurden (P, Cu, Cr, Ni, Mo etc.), die den Widerstand gegen atmosphärische Korrosion erhöhen. Das geschieht derart, daß sich unter dem Einfluß der Witterungsbedingungen schützende Oxidschichten auf der Oberfläche ausbilden.
Whisker sind - im Gegensatz zum Realkristall - nahezu fehlerfreie, haarförmige, gezüchtete Einkristalle. Eisenwhisker besitzen Zugfestigkeiten von 18.000 N/mm2. Eine technische Nutzung ist nur im Verbund mit einem anderen Werkstoff möglich, in den sie eingebettet werden. Bei Versuchen wurde z. B. die Festigkeit einer CrNi-Legierung durch Einbetten von 4% W. aus Aluminiumoxid um 28 % erhöht.
Widerstandsmoment (Axiales W, Biegewiderstandsmoment) Den Biegewiderstand eines Profilquerschnittes bezeichnender Zahlenwert für die statische Berechnung von Konstruktionen. Der Biegewiderstand ist nur abhängig vom Profilquerschnitt. In den Profiltabellen für Träger, Spezial- und Hohlprofile ist er für jeden Querschnitt und für die beiden Hauptbeanspruchungsrichtungen Wx und Wy angegeben.
Widerstands-
schweißen
Genau: Widerstandspreßschweißen, dient zum Verbinden von Werkstücken durch Strom, Wärme und Druck. Beim W. werden keine abschmelzende Elektrode und kein Lichtbogen benötigt. Die Metallverbindung erfolgt durch Erwärmen der Berührungsfläche der Werkstücke mit Hilfe des elektrischen Stroms (Ohmscher Widerstand der zu verbindenden Teile) und durch anschließendes Zusammendrücken. Zum W. werden eine hohe Stromstärke und eine niedrige Spannung benötigt. Diese Schweißverbindung liefert eine hohe Güte und ist für Massenfertigung bestens geeignet. Je nach Form und Anordnung der Elektroden sowie nach Art der Stromübertragung werden zahlreiche Varianten unterschieden. Geschweißt werden meist kohlenstoffarme Stahlbleche, aber auch austenitische Stähle sowie Stahlbleche mit überzügen aus Zink, Zinn oder Blei. Als Rollennahtschweißung im Behälterbau, als Preßstumpfschweißung bei der Herstellung von Rohren, als Punkt- oder Buckelschweißung im Karosserie- und Apparatebau sowie in der Erzeugung von Betonstahlmatten, als Abbrennschweißung zur Verbindung stumpfgestoßener Fügeteile vom Draht bis zur Schiene und zum Breitband.
Widerstands-
stumpfschweißen
Bei diesem Verfahren, das auch unter der Bezeichnung Preßstumpfschweißen oder Wulstschweißen bekannt ist, werden die Schweißstücke in wassergekühlte Kupferbacken eingespannt, aneinander gepreßt und unter Strom gesetzt. An der Verbindungsstelle entsteht ein hoher Widerstand, der den Werkstoff auf Schweißtemperatur erwärmt. Danach wird das Werkstück zusammengedrückt. Es entsteht dabei ein Stauchwulst.
WIG-Schweiß-
verfahren
(Wolfram-lnert-Gas) Schutzgasschweißverfahren, bei dem der Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolfram-Elektrode und dem Werkstück im Argon-Schutzgas brennt. Der Zusatzwerkstoff wird dabei von Hand durch einen Schweißstab oder automatisch als Draht zugeführt. Der Lichtbogen und das Schmelzbad werden durch das Inert-Gas vor der Umgebungsluft geschützt. Der wassergekühlte Brenner wird von Hand bewegt. Anwendung für legierte und unlegierte Stähle. Das WIG-Schweißen ergibt hochwertige Nähte und kann auch bei schwierig zu schweißenden Werkstoffen angewendet werden.
Wildmaßblech Blech, das im Format von den Bestellgrößen abweicht und bei der Herstellung von Lager- oder Fixformaten anfällt (Entfallmaterial). Güteangaben und Werkszeugnisse sind möglich.
Winderhitzer gehört zu den Nebenaggregaten des Hochofens. Seine Aufgabe besteht darin, den Heißwind für den Hochofen vorzuwärmen und zu speichern. Der W. besteht aus dem Speicherraum und dem außen liegenden Brennschacht mit den darin befindlichen keramischen Brennern. Eine moderne Winderhitzeranlage besteht meist aus mehreren Aggregaten. Für den Hochofen 2 Schwelgern stehen drei Winderhitzer zur Verfügung, die für eine Windmenge von 480.000 m3/h ausgelegt sind. Jeder einzelne besitzt eine gesamte Heizfläche von 110.000m2.
Windfrischen Frischen. Blasstahlverfahren, bei denen Wind (= Luft) durch die Roheisenschmelze geblasen wurde: Thomas- und Bessemerverfahren. Nicht mehr angewendet, durch die Sauerstoffblasverfahren abgelöst.
Winkellasche Stahlprofil zur Verbindung von Schienenstößen. Für den schweren Oberbau genormt in DIN 5902, für den leichten Oberbau in DIN 5901 (Gleisoberbauerzeugnisse).
Winkelstahl Im Querschnitt (soweit genormt) rechtwinkliges Stabstahlprofil, dessen Form dem Buchstaben L gleicht. DIN EN 10056-2 - Grenzabmaße und Formtoleranzen - faßt gleichschenkligen und ungleichschenkligen W. zusammen. Bis zum Erscheinen des Teil 1 der EN 10056 gelten für die Nennmaße die nationalen Normen. Es sind zu unterscheiden:
1. DIN 1028; Warmgewalzter gleichschenkliger rundkantiger W., Benennung nach Schenkelbreite (20 bis 200 mm) und Dicke (3 bis 24 mm).
2. DIN 1029;Wamgewalzter ungleichschenkliger rundkantiger W. Benennung nach Schenkelbreiten (30 x 20 bis 200 x 100 mm) und Dicke (3 bis 14 mm).
3. DIN 1022; Warmgewalzter gleichschenkliger scharfkantiger W.(20 bis 50 x 3 bis 5 mm). Nach DIN EN 10079 gehört dieser W. zu den kleinen Spezialprofilen.
4. DIN 59370; Blanker gleichschenkliger scharfkantiger W. (10 bis 60 mm Schenkelbreite und 2 bis 6 mm Dicke).
Außer diesen genormten Produkten gibt es nicht genormte Zwischenabmessungen sowie W.-Profile, die nur als Spezialprofile (unterschiedlicher Herstellungsverfahren, insb. Abkanten) erhältlich sind (z. B. stumpfwinkliger, spitzwinkliger W. und W. mit rundem Rücken).
Wirbelschicht-
verfahren
zählen zu den Verfahren der Direktreduktionsverfahren. In einem Reaktionsgefäß mit siebförmigem Boden befindet sich eine Festkörperschicht. Diese Schicht wird reduziert, indem man ein Gas entgegen der Schwerkraft hindurch schickt. Dabei ist die Strömungsgeschwindigkeit so zu wählen, daß die Schicht derart aufgewirbelt wird, bis sich die einzelnen Partikel nicht mehr berühren. Auf diese Weise wird die Reaktionsfläche optimiert. Das FIOR-Verfahren ist ein Beispiel für eine stationäre Wirbelschicht. Mit zirkulierender Wirbelschicht arbeitet z. B. das Circored-Verfahren. Daneben kommen Wirbelschichtverfahren zur Zinkgewinnung, zur Trocknung von Feinerz u.a. physikalische Anwendungen zum Einsatz.
Wirbelsintern Verfahren zur Oberflächenbeschichtung von Metallen mit thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen. Nach Strahlreinigung der Oberfläche wird das zu beschichtende Werkstück auf ca. 200°C (oberhalb der Fließ- bzw. Vernetzungstemperatur des Kunststoffes) erwärmt und einige Sekunden in das durch Druckluft aufgewirbelte Pulver getaucht. Der Kunststoff schmilzt auf der Oberfläche und bildet einen homogenen, glatten überzug.
Wirbelstromprüfung zählt zu den zerstörungsfreien Werkstoffprüfverfahren. Sie läßt sich auf alle leitfähigen Werkstoffe anwenden. Positioniert man ein Prüfteil in ein äußeres magnetisches Wechselfeld, so induziert es im Prüfteil Wirbelströme, deren magnetisches Wechselfeld das äußere Feld überlagern bzw. schwächen. Das Maß des Fehlers ergibt sich aus der gemessenen änderung des Prüfspulenfeldes. Das Verfahren kann zur Fehlersuche, Werkstoffcharakterisierung und Messung von Schichtdicken herangezogen werden. Prüfung von Rohren Rißprüfung.
Wöhler-Diagramm Dauerschwingprüfung
Wolfram Chemisches Element, Zeichen: W, Dichte 19,3 g/cm3. Graues, wenig duktiles Metall, das chemischen Angriffen bei Raumtemperatur widersteht. W. besitzt hohe Härte und besonders gute Warmfestigkeitseigenschaften. Für Stahl ist es nicht nur aus diesem Grunde ein wertvolles Legierungsmetall. W. erhöht den Verschleißwiderstand. Es löst sich in Zementit und bildet Carbide vom Typ M3C oder M6C. Besonders wichtig ist W. für Werkzeugstähle, denen es gute Schneidhaltigkeit verleiht; bei den Dauermagnetwerkstoffen spielt es eine große Rolle; durch hohe Härte ist es prädestiniert für Hart[metall]legierungen.
Wolframcarbid ist der wichtigste Bestandteil der Hart[metall]legierungen.
WR Kurzzeichen für Betonstahl warmgewalzt in Ringen.
Wüstit Bezeichnung für ein Eisenoxid, das üblicherweise als FeO gekennzeichnet wird. Die Formel ist so jedoch nicht richtig, korrekterweise müßte es Fe1-xO heißen. Die genaue stöchiometrische Zusammensetzung ist noch nicht bekannt.
Wulstflachstahl Zu warmgewalzten Profilen (Formbuchstaben HP, früher "Hollandprofil") gehöriger Flachstahl, der auf einer Breitseite eine Verdickung über die ganze Länge aufweist; vorzugsweise für den Schiffbau aus den dafür vorgeschriebenen Stahlsorten. Maßnorm DIN 1019 enthält 40 Abmessungen von 80 bis 430 mm Breite und 6 bis 17 mm Dicke.

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