Stahllexikon

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MAG Metall-Aktivgas-Schweißen:Schutzgasschweißen unter Aktivgas (z. B. Kohlensäure) bei unlegierten Stählen.
Magnesit MgCO3, Gestein zur Herstellung von feuerfesten Steinen und Stampfmassen zur Auskleidung von Schmelzöfen, -gefäßen, Pfannen usw. Die bedeutendsten Vorkommen Europas liegen in Kärnten. Magnesitsteine bestehen aus gebranntem M., sie sind dunkelfarbig und vertragen sehr hohe Temperaturen. Ihre Temperaturwechselbeständigkeit wird durch Zusatz von Chromerz erhöht (Chrom-Magnesitsteine).
Magnet-
formung
Formung eines elektrisch leitenden Halbzeugs durch den Rückstoß, der zwischen Wirbelstrom (im Halbzeug) und Magnetfeld der Induktionsspule (im Werkzeug) wirksam wird. Die Spule muß das Halbzeug umschließen (Werkstück wird zusammengedrückt) oder sich im Halbzeugrohr befinden (Rohr wird aufgeweitet) oder auf der Halbzeugplatte aufliegen (Profil wird in die Oberfläche gedrückt). Den Stromimpuls liefert ein leistungsfähiger Generator bzw. eine Kondensatorbatterie. Anwendungsgebiete sind das Umformen von Blechen und Rohren sowie das Fügen von Teilen (Ummanteln eines Stahlringes mit Al, Aufpressen von Fassungen auf Keramikteile).
Magnetische
Prüfverfahren
gehören zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Magnetisierte ferromagnetische Werkstoffe bilden an Gefügeunterbrechungen in der Oberflächenschicht ein Streufeld. Dieses kann entweder mit Magnetpulverprüfung sichtbar gemacht oder mit Sonden ertastet und gemessen werden. Diese Methoden kommen besonders zur Rißdetektion zum Einsatz.
1. Das Magnetpulververfahren kommt in der Praxis am häufigsten vor. Kleine ferromagnetische Pulverpartikel (trocken, gefärbt/fluoreszierend oder naß) werden auf die Oberfläche der Probe gebracht. Unter UV-Licht lassen sich Risse sofort feststellen. Die Methode erlaubt das Aufspüren von Rissen und Aussagen über Lage, Länge und Orientierung, gibt jedoch keinen Aufschluß über die Rißtiefe.
2. Abtasten der Oberfläche mit Magnetfeldsensoren: die Probe wird zwischen zwei Stromspulen positioniert. Ein Absinken der in der Probe induzierten Spannung deutet auf Gefügeunterbrechungen hin. Je nach Schaltung der Spulen unterscheidet man Absolut- und Differenzsonde.
3. Restfeldverfahren: Hier wird der im Stahl nach bestimmter Erregung zurückgebliebene Magnetismus mit eine Sonde gemessen.
Magnetische
Stahlwerkstoffe
Außer Nickel und Kobalt ist Eisen der einzige Werkstoff, der sich durch Anlegen eines elektrischen Feldes magnetisieren läßt. Im Eisengitter sind winzige Mikromagnete enthalten, die bei hohen Temperaturen und im Austenitgebiet regellos in alle Richtungen "streuen", jedoch magnetisch erst nach außen wirksam werden, wenn sie durch ein elektrisches Feld in die gleiche Richtung parallel ausgerichtet werden. Sobald das elektrische Feld ausgeschaltet wird, kehren die Mikromagnete wieder in ihren regellosen Zustand zurück, und der Magnetismus geht wieder verloren. Man spricht vom weichmagnetischen Stahl. (Theoretisch wäre reines Eisen hier am geeignetsten, ist aber mechanisch zu weich und würde zu hohe Wirbelstromverluste bedeuten.) Von den magnetischen Stahlwerkstoffen hat er die größte Bedeutung als Elektroblech. Feinbleche, zu festen Paketen gepreßt, bilden die magnetischen Kerne in Elektromotoren, Transformatoren, Generatoren u. a. Geräten.
Durch Gitterstörungen, wie sie z.B. durch Legierung oder Kaltverformung eintreten, wird die Magnetisierung erschwert, so daß größere Feldstärken benötigt werden, aber der Magnetismus erhalten bleibt; man spricht von hartmagnetischem oder Dauermagnet-Stahl. Maßgebend DIN 17410 (sehr spröde, deshalb nur gießbare AlNiCo-Verbindungen mit Eisen und keramische Dauermagnetwerkstoffe). Im Unterschied dazu: Nichtmagnetisierbarer Stahl.
Magnetit
[Fe2O3]
Magnetisches Eisenerz mit kubischem Kristallgitter. (Fe-Gehalt im Reinerz 72 %).
Magnet-
ostriktion
Magnetisiert man einen ferromagnetischen Stab ständig um, zeigt dieser kleine Längenänderungen. Erfolgt dies in einer Spule, durch die man Wechselstrom schickt, so ändert sich die Länge im Rhythmus des Wechselstroms. Die Folge sind Schallschwingungen. Dieser Effekt wird zur Erzeugung von Ultraschall ausgenutzt.
Mahlkörper-
stahl
Verschleißfester Hartstahl (hoher C-Gehalt, Mn- und Cr-legiert) zur Herstellung von kugelförmigen oder zylindrischen Mahlkörpern verschiedener Größe für Zement-, Kalk-, Kohlenstaubmühlen usw.
Makroseigerung Seigerung
Makroskopische
Untersuchung
Untersuchung mit dem bloßen Auge, z. B. von Bruchgefüge, Oberflächenfehlern, Makroseigerungen usw.
Mangan Chemisches Element, Zeichen: Mn, Dichte 7,25 g/cm3, weißes, unedles Metall. Mn kommt als Desoxidationsmittel bei der Stahlerzeugung zum Einsatz. Wertvolles Legierungselement, das Streckgrenze und Zugfestigkeit erhöht und zu den Austenitbildnern zählt.
Manganhartstahl X 120 Mn 12, W-Nr. 1.3401, nach seinem Erfinder auch Hadfield-Stahl genannt. Stahl mit 1-1,2 % C und 12-14 % Mn, evtl. auch bis zu 2 % Cr. Nach dem Abschrecken von T > 1.100 °C zeigt dieser Stahl austenitisches, äußerst duktiles Gefüge. Kaltverfestigung verursacht die Umwandlung eines Teils des Austenit in Martensit, so daß Härtewerte bis zu 600 HV erreicht werden. Wird für verschleißfeste Teile, die zudem auf Druck beansprucht werden, eingesetzt, z. B. für Backenbrecher. Der Kerbwiderstand kann durch Kornfeinung, feinere Verteilung der Carbide oder Verringerung des Mn-Gehaltes verbessert werden. Dann läßt sich dieser Stahl auch für Kegelbrecher verwenden.
Manganstahl Hochfester, schweißbarer Stahl mit mindestens 0,8 % Mn. Der überhitzungsempfindlichkeit des Manganstahls kann durch Vanadiumzugaben begegnet werden. Die Gruppe der perlitischen Mangan- umfaßt Bau-, Kessel- und Vergütungsstähle. Zu den austenitischen Mn-Stählen zählen sowohl der Manganhartstahl als auch die nichtmagnetisierbaren M.-Sorten. Martensitischer M. kommt nur mit Mn-Gehalten bis 2,5 % und 1 % C als Werkzeugstahl zum Einsatz.
Manipulator Handhabungsgerät, Industrieroboter
Mannlochblech Aus Blech hergestelltes Verschlußteil mit ovaler öffnung von festgelegten Mindestmaßen. Das Mannloch dient dazu, den Einstieg in Kessel, Tanks u. a. Behälter zu ermöglichen, um Reparaturen oder Reinigungsarbeiten im Innern durchzuführen. Die Stahlsorte des Mannlochbleches muß derjenigen des übrigen Behältermaterials entsprechen.
Marmorieren Mechanische Oberflächenbehandlung zur Verbesserung und Vereinheitlichung des Aussehens blanker Blechwände durch ein aus regelmäßig nebeneinander angeordneten und sich überschneidenden Kreismustern bestehendes Schliffbild. Dazu verwendet man Kopfscheiben mit Schleifpapier oder Bürsten mit Schleifpaste. Auch "Pfauenaugenschliff" genannt.
Martensit Feinnadeliges, sehr hartes und sprödes Gefüge. Es entsteht beim Abschrecken von Austenit mit derart hohen Abkühlgeschwindigkeiten, daß dem Kohlenstoff keine Zeit zur Diffusion aus dem Gitter bleibt. Beim Erwärmen (Anlassen) geht M. schließlich bei hohen Temperaturen (bis 720°C) und langen Glühzeiten (bis 10 h) in Ferrit mit eingelagertem kugeligen Zementit über.
Martensit-
aushärtbare
Stähle
Hochlegierte, kohlenstoffarme Stähle (0,03 % C, 18 % Ni, 15 % Co+Mo+Ti). Beim Abkühlen aus dem Austenitgebiet bildet sich zäher, verformbarer Martensit, aus dem sich bei nachfolgendem Anlassen die Legierungselemente in fein verteilten Verbindungen ausscheiden und das Gefüge verspannen und härten (Ausscheidungshärtung). Die Streckgrenze wird dabei bis über 1.960 N/mm2 angehoben, ohne daß die Kerbschlagarbeit allzu tief absinkt. Fertigteile lassen sich vor dem Aushärten sowohl spanlos als auch spanend bearbeiten.
Martensit-
aushärten
Wärmebehandlung für legierte Stähle mit sehr niedrigem Kohlenstoffgehalt. Kombination von Lösungsglühen und Abschrecken erzeugt homogenes Martensitgefüge. Anschließendes Auslagern ermöglicht die Ausscheidung intermetallischer Phasen und führt so zu Härtesteigerungen.
Martensitische
Stähle
Infolge ihrer Legierungsgehalte schon bei Abkühlung an der Luft härtende Stähle. Hierzu gehören die Schnellarbeitsstähle, Stähle mit 3-6 % Mn und a 0,5 % C, Stähle mit 5-8 % Ni und mehr als 5 % C sowie solche mit mindestens 5 % Cr und mehr als 0,5 % C. Die martensitischen Cr- und die Schnellarbeitsstähle lassen sich gut weichglühen und kommen als Werkzeugstahl zum Einsatz.
Martensit-
versprödung
Versprödung des Werkstoffes durch Umwandlung duktiler Gefügebestandteile in Martensit.
Masche Kleinste Einheit bei Drahtgeflecht und Drahtgewebe, also die Fläche, die von zwei benachbarten Längs- und Querdrähten eingefaßt wird.
Maschinen-
baustahl
Allgemeine Baustähle. Nach DIN EN 10027 wird den Maschinenbaustählen der Kennbuchstabe E vorangestellt. Danach folgt das Hauptsymbol, das die Mindeststreckgrenze für die geringste Erzeugnisdicke angibt. Danach folgen die Zusatzsymbole der Gruppe l und der Gruppe 2. Beispiel: E295GC; Maschinenbaustahl (E), mit einer Mindeststreckgrenze von 295 N/mm2 mit besonderen Merkmalen (G) und mit besonderer Kaltumformbarkeit (C). Siehe auch unlegierter und legierter Edelstahl DIN EN 10020.
Maschinen-
baustahlrohr
Der Maschinenbau benötigt für eine Vielzahl von Teilen wie Wellen, Walzen, Ringe u.v.a. regelmäßig kreisrunde Rohre und bedient sich der nahtlosen (DIN 2448) und geschweißten (DIN 2458) Stahlrohre. In den Normreihen liegen relativ große Sprünge zwischen den Normdurchmessern. Das M. bietet - vorzugsweise in den Stahlsorten E 355 JO (bisher St 52-3) und 1C35 (bisher C 35) - eine Standardreihe zwischen 32 und 250 mm Außendurchmesser und Wanddicken bis 50 mm mit garantierten Liefereigenschaften (nach der Bearbeitung) und Mindestwanddicken. Außerdem können nach DIN 17204 -Nahtlose kreisförmige Rohre aus Vergütungsstählen - in unlegierten und legierten Sorten in verschiedenen Behandlungszuständen sowohl für den Maschinenbau als auch im Druckbehälter und Apparatebau verwendet werden.
Maßabweichung Abmaß
Maß-
beständigkeit
Eigenschaft eines Stahls, bei der Wärmebehandlung oder unter Einwirkung von Betriebstemperaturen sein Volumen nicht oder nur relativ gering zu verändern.
Masse Die Masse eines Körpers wird durch Wägen, d. h. durch Vergleichen mit geeichten Gewichtsstücken, durch Berechnen oder mit Hilfe von Tabellen bestimmt. Die Masse einer Volumeneinheit, z. B. eines Kubikdezimeters, nennt man die Dichte eines Körpers. Sie kann aus Tabellen entnommen werden.
Massel Roheisenbarren mit trapez- oder segmentförmigem Querschnitt. Als M. läßt man das für den Versand bestimmte Roheisen (Stahlroheisen und Gießereiroheisen) erstarren. Heute wird das Roheisen am Hochofen meist flüssig in Pfannen weitertransportiert. Masseln haben hier nur noch beim Notabguß Bedeutung oder als Schrottersatz ("Schrott" hoher Reinheit mit hohem C-Gehalt). Vor allem in den osteuropäischen Staaten werden zu diesem Zweck Masseln produziert.
Massen-
berechnung
In der Praxis wird für Profilstäbe, Rohre und Drähte die Masse je Längeneinheit und für Bleche die Masse je Flächeneinheit aus Tabellen entnommen. Mit diesen Tabellenwerten für die längenbezogene und flächenbezogene Masse oder DIN-Gewichte können dann die Gesamtmassen der Materialien einfach ermittelt werden. Die notwendigen Angaben sind in Tabellenbüchern oder den DIN-Normen über Stabstähle, Formstähle, Rohre und Bleche enthalten.
Massenstahl Veraltete Sammelbezeichnung für unlegierte Sorten (Grundstähle), an die keine Ansprüche - außer an die Mindestzugfestigkeit - gestellt werden können.
Maßhaltigkeit Die Ist-Maße eines Werkstücks liegen innerhalb der zulässigen (vereinbarten) Abweichung vom Nennmaß.
Maßnorm In der M. sind Maße, zulässige Abweichungen und Gewichte genormt, d.h., es werden die nach Möglichkeit zu bevorzugenden (gängigen) Maße festgelegt, die zulässigen Abweichungen (Toleranzen) von Maßen oder Formen, die Gewichte, Längen, ggf. Oberflächenbeschaffenheit für die einzelnen Erzeugnisse wie z. B. Rundstahl, Blankstahl, nahtlose Rohre, Bleche usw. definiert. Normung
Maßstab 1. Maßstäbe verkörpern das Längenmaß durch den Abstand von Strichen oder von optisch wirksamen Flächen. Entsprechend ihrem Genauigkeitsgrad teilt man die Maßstäbe in Gebrauchsgruppen ein.
2. Maßstäbe für Technische Zeichnungen nach DIN ISO 5455. Diese Norm gilt für Maßstäbe und deren Angabe in Technischen Zeichnungen für alle Gebiete der Technik.
Maßtoleranz Die Maßtoleranz ist die Differenz zwischen den Grenzmaßen, und zwar zwischen Höchstmaß GO und Mindestmaß GU (T = GO - GU).
Matrix Grundmasse eines Werkstoffs, in die andere Bestandteile eingelagert sind.
Matrize 1. Unterwerkzeug beim Stanzen, Prägen, Pressen und Schneiden. Der Stößel oder Stempel schneidet bzw. formt das Werkstück entsprechend den Kanten oder Flächen der M. um. Die M. der Strangpresse ist das Bodenteil mit der profilierten öffnung.
2. Beim Rohr-, Stab- und Drahtziehen wird der Ziehring, durch den das Halbzeug zur Formgebung hindurchgezogen wird, M. genannt.
Mattenliste Vordruck zum Zusammenstellen und zur Bestellung von geschweißten Betonstahlmatten.
McQuaid-Ehn-
Korngröße
Bestimmung der ehemaligen Austenitkorngröße im Stahlgefüge nach g/a-Umwandlung, bevorzugt für Einsatzstähle. Die Kennzahl wächst von Klasse zu Klasse nach einer geometrischen Reihe (1, 2, 4, 8 usw.). Die Korngrößen 1 und 2 umfassen Grobkorn-, 7 und 8 Feinkornstähle. In den dazwischenliegenden Gruppen schwanken die Korngrößen ziemlich, weshalb hier ein Ausmessen der Korngröße vorzuziehen ist.
Mechanische
Eigenschaften
Hierzu zählen Festigkeitseigenschaften wie Zug-, Druck- und Bruchfestigkeit, Bruchdehnung, Brucheinschnürung, Zeitstand-, Dauerfestigkeit, Kerbschlagarbeit in den verschiedenen Zuständen (z. B. vergütet oder normalgeglüht). Sie werden im Zug-, Druck-, Zeitstand-, Kerbschlagbiege- oder Dauerschwingversuch ermittelt.
Mechanisch-
technologische
Prüfung
Sammelbegriff für alle Werkstoffprüfungen, welche die Eignung des Werkstoffs für bzw. unter verschiedenen Bedingungen klären und auch Aussagen über die Verarbeitbarkeit machen. Hierzu zählen z.B. Zugversuch, Härteprüfung, technologischer Biegeversuch, Tiefungsversuch etc.
Mehrfachzug Ziehen von Draht mit mehreren (bis zu zwölf) Zieheinheiten.
Melt-Spinning-
Verfahren
auch Schmelzverdüsung. Herstellung dünner Metallbänder direkt aus der Schmelze. Das Charakteristische dieses Verfahrens liegt in der extrem hohen Abschreckgeschwindigkeit, die zu mikrokristallinem Gefüge führt. Mikrokristallin ertarrende Werkstoffe sind z.B. Fe-C, Fe-Si-, Nickelbasis- und auch amorphe Legierungen.
Memory-
Legierung
Darunter versteht man Metallegierungen (z. B. Ni und Ti), die ihre ursprüngliche Form "speichern" können. Erwärmt man verformte Bauteile aus solchen Legierungen auf eine kritische Temperatur, so nehmen sie ihre frühere Form wieder an. Anwendungsbeispiele: Ver- und Entriegelungen, Schalter etc.
Messen M. ist das Vergleichen einer Länge oder eines Winkels mit einem Meßgerät. Das Ergebnis ist ein Meßwert.
Messerlinien-
korrosion
Korrosionsart, die nach dem Schweißen Niob-stabilisierter Kohlenstoffstähle in engen Bereichen beiderseits der Schweißnaht auftreten kann. Ursache für ihre Entstehung ist die Auflösung der Niobcarbide bei den hohen Temperaturen und die bevorzugte Ausscheidung von Chromcarbiden nach anschließender Wärmebehandlung.
Messing Kupferbasislegierungen mit bis zu 44 % Zn als Hauptlegierungselement mit vielseitiger technischer Anwendung. Zusätze von 3 % Pb verbessern die Spanbarkeit. Von den kupferreichen Sorten hat CuZn 37 (Tiefziehmessing) die beste Kaltformbarkeit, von den zinkreichen Sorten CuZn 40 Pb 3 (Automatenmessing) die beste Zerspanbarkeit. Durch geringe weitere Legierungszusätze ergeben sich die Sondermessingsorten, z. B. CuZn 31 Si 68, ein Gleitlagerwerkstoff.
Meßschieber Der M. ist wegen der vielseitigen Meßmöglichkeiten und der einfachen Ausführungen und Handhabung das wichtigste Meßgerät. Er ist besonders für schnelles Messen geeignet, zumal mit ihm Innen- und Außenmessungen und auch Tiefenmessungen ausgeführt werden können. Meßschieber messen im Bereich von 1 mm bis 0,1 mm genau.
Meßuhr Meßuhren sind Längenmeßgeräte, bei denen der Meßbolzenweg durch Zahnstange und Zahnräder vergrößert angezeigt wird. Der Zeiger einer M. kann in der Regel mindestens eine volle Umdrehung ausführen. Meßuhren mit Skalenteilungswert 0,01 mm haben einen Anzeigebereich von 0,4 mm bis 10 mm. Sie eignen sich zum Messen von Außenmaßen und Bohrungen sowie zur Prüfung von Rundheit, Ebenheit und Parallelität von Flächen.
Metall Als Metall bezeichnet man chemische Elemente, die sich durch starken Glanz (Reflexionsvermögen), gute Wärme- und elektrische Leitfähigkeit auszeichnen. Metalle besitzen kristalline Strukturen, im Gitter liegt metallische Bindung vor. Sie besitzen gute Festigkeitseigenschaften und sind gut umformbar. Man unterteilt sie nach ihrer Dichte in Schwer- und Leichtmetalle (Grenze 4,5 g/cm3), nach der chemischen Beständigkeit in Edelmetalle und unedle Metalle. Gemäß ähnlichen Eigenschaften wird entsprechend den Gruppen im Periodensystem der Elemente in Alkali-, Erdalkali-, Seltenerdmetalle eingeteilt. Weitere Unterteilungen: Eisen und NE-Metalle (Nichteisenmetalle).
Metallische
Gläser
Amorphe Metalle
Metallischer
überzug
metallische Beschichtung zum Schutz der Oberfläche gegen Korrosion. Metallisieren, Oberflächenveredelung
Metallisieren Beschichten von Werkstoffoberflächen mit Metallen durch Schmelztauchen, Flammspritzen, Galvanisieren, Bedampfen und stromloses Abscheiden.
Metallographie Oberbegriff für makroskopische und mikroskopische Prüfungen von Metallen. Hierbei wird die geschliffene und geätzte Werkstoffoberfläche im Mikroskop betrachtet und eventuell fotografiert. Den makroskopischen Untersuchungen zugeordnet ist die Beurteilung des Makrogefüges, die Untersuchung größerer Fehlstellen (Lunker, Risse, Poren, Seigerungen...). Die mikroskopischen Prüfungen konzentrieren sich auf die Mikrostruktur. Hierzu zählen Beobachtungen zum Gefügeaufbau, Bestimmungen von Phasengrenzen oder Umwandlungen im festen Zustand, von Orientierungen, Untersuchungen zur Härtung, Diffusion, Verformung, Rekristallisation, die Prüfung auf Fehlstellen kleineren Ausmaßes.
Metallspritzen Aufspritzen geschmolzener Metallteilchen auf einen zu metallisierenden Gegenstand als Oberflächenschutz (Korrosionsschutz und Verschleißschutz) und bei Reparaturen im Allgemeinen Maschinenbau (Ausbessern von Oberflächenfehlern usw.). Thermisches Spritzen
Metallurgie 1. Lehre von der Gewinnung metallischer Werkstoffe aus den Erzen. Die Metallurgie von Eisen und Stahl kann in die Bereiche "flüssig" und "fest" gegliedert werden. Im ersten Teil geht es um Aufbereitung, Erschmelzung und Legieren (Sekundärmetallurgie), danach um das Urformen (Gießen und Erstarren).
2. Herstellung und Verarbeitung von Metall- bzw. Metalloxidpulvern Pulvermetallurgie.
Metastabiles
System
nennt man die Version des Eisen-Kohlenstoff-Schaubilds, in dem Kohlenstoff in Form von Eisencarbid (Zementit) vorkommt, also das binäre System Fe-Fe3C. Im stabilen System Fe-C liegt er demgegenüber als Graphit vor. Das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm ist also eigentlich ein Doppelschaubild.
MIG-Schweiß-
verfahren
(Metall-Inert-Gas) Verfahren, bei welchem der Lichtbogen zwischen der kontinuierlich zugeführten Drahtelektrode und dem Werkstück in Schutzgasatmosphäre (Argon) brennt. Der wassergekühlte Brenner wird von Hand geführt oder durch eine mechanisch gesteuerte Vorrichtung bewegt. Für legierte und niedrig legierte Stähle bei hoher Schweißleistung.
Mikrolegierter
Stahl
Unlegierte Vergütungsstähle, denen z. B. Vanadium und/oder Niob oder Titan in Mengen zulegiert ist, die unter den Grenzwerten für legierte Stähle liegen, nennt man mikrolegiert. Durch eine kontrollierte Abkühlung aus der Warmformungstemperatur (Thermomechanische Behandlung), Kurzzeichen +M (bisher TM) findet eine Ausscheidungshärtung statt. Es ergibt sich eine für Vergütungsstähle typische Kombination von hoher Festigkeit und guter Zähigkeit, ohne die sonst erforderliche und aufwendige Vergütungsbehandlung. Das Gefüge ist ferritisch-perlitisch und bietet gegenüber dem Vergütungsgefüge zwei Vorteile: eine bessere Bearbeitbarkeit und einen relativ gleichmäßigen Härteverlauf über den ganzen Querschnitt.
Mikroskopische
Untersuchung
ist der Oberbegriff für die Gefügebetrachtungen (Mikrostruktur), bei der man sich der verschiedenartigsten Mikroskope (Lichtmikroskop, REM, TEM) bedient. (Metallographie).
Mikrostruktur Feingefüge, das mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Metallographie.
Mindestübermaß Es ist die negative Differenz zwischen Höchstmaß der Bohrung und Mindestmaß der Welle.
Ministahlwerk Kleine Stahlwerke mit einer Jahreskapazität von weit weniger als l Mio. t Rohstahl (meist weniger als 0,5 Mio. t). Sie arbeiten auf der Basis Direktreduktion (Eisenschwamm, DRI) und/oder Elektrolichtbogenofen (DRI, Schrott). In industrialisierten Ländern gewinnen Ministahlwerke zunehmend an Bedeutung infolge ihrer erhöhten Flexibilität und Wirtschaftlichkeit durch kleine Einheiten. In wenig industrialisierten Ländern nutzen Ministahlwerke auf der Basis von DRI örtliche Rohstoffe (Erze) und/oder billige Energie.
Mischkristall Kristall, der aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt ist (Austenit, Ferrit).
Mittelblech Veraltete Bezeichnung für Bleche von 3 mm bis 4,75 mm Dicke. DIN 1543 normte seit 1981 warmgewalztes Blech von 3 bis 150 mm Dicke, für das nunmehr DIN EN 10029 gilt.
Mittenversatz Exzentrizität
Möller Gemisch aus Erz - ggf. Schrott - und Zuschlägen, das von der Gicht in den Hochofen chargiert wird.
Molybdän Chemisches Element, Zeichen: Mo, Dichte 10,2 g/cm3 (Schwermetall). Weißgraues Metall, das als Legierungselement im Stahl eine Reihe von Vorteilen bietet: Es erhöht Härtbarkeit und Warmfestigkeit, verhindert die Anlaßsprödigkeit bei chrom- und manganhaltigen Vergütungsstählen. Als Carbidbildner erhöht es Verschleißfestigkeit und Anlaßbeständigkeit in niedriglegierten Warmarbeitstählen. Im Schnellarbeitsstahl und höher legierten Warmarbeitsstahl ersetzt Mo teilweise Wolfram. Mo wirkt randschichtaufkohlend in Einsatzstählen. In austenitischen Stählen verbessert es Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit.
Monel Nickelbasislegierung
Moniereisen Alte handelsübliche Bezeichnung für Betonstahl. Sie geht auf den französischen Gärtner Joseph Monier zurück, der bei der Herstellung von Pflanzenkübeln erstmalig Eisenstäbe als Bewehrung in Betonkörper einlegte. M. war lange Zeit als einfacher Rundstahl der einzige Bewehrungsstahl im Stahlbetonbau
MSG -Schweißen Metall-Schutzgasschweißen, das eingeteilt werden kann in Metall-Inertgasschweißen (MIG) und Metall-Aktivgasschweißen (MAG).
Muffe Verbindungselement für Stäbe und Rohre in Form eines umgreifenden zylindrischen Mantels. Im Rohrleitungsbau kann sie das Ende eines Rohres bilden (Muffenrohr) oder als selbständiges Teil (Gewindemuffe, Fitting) die Verbindung bewirken. Die Muffenverbindung dichtet je nach Ausführung
a) mit elastischen Dichtstoffen im Muffenraum (Steckmuffe, Schraubmuffe),
b) durch das Dichtungsgewinde (Gewinderohre),
c) durch Schweißnähte am Muffenrand (Muffenrohr). Im Stahlbetonbau werden Muffen im Schraubmuffen- oder Preßmuffenstoß zur Verbindung von Betonstahlstäben eingesetzt.
Muffenrohr Stahlmuffenrohr
Muffenstoß Alternative zur Schweißverbindung von Betonstahl und Gewindestahl. Es gibt Schraubmuffen- und Preßmuffenstoß.
Musterblech Warmgewalztes Blech mit Mustern
Mutter Teile von Schraubverbindungen. Muttern stellt man nach ihrem Verwendungszweck in verschiedenen Formen her: Sechskantmutter (Verbindung mit Sechskantschrauben, Schlitzschrauben und Stiftschrauben), Kronenmutter (Schraubverbindung wird mit Splinten gesichert), Hutmutter (verhindern das Beschädigen des Gewindeendes, schützen vor Verletzung durch scharfe Schraubenenden, schließen die Verschraubung nach außen dicht ab), Flügelmutter (Schraubverbindung wird oft gelöst), Rändelmutter (Schraubverbindung wird oft von Hand gelöst). Nutmutter (zum ein- und nachstellen des Axialspiels und zum Befestigen der Wälzlager auf Wellen), überwurfmutter (für Rohrverschraubungen) und Ringmutter (als ösen zum Transport von Maschinen). Muttern werden in Festigkeitsklassen eingeteilt. Die Festigkeitsklasse der Mutter wird nach der Gewindebezeichnung angegeben. Beispiel: M 16-12 (Schraube).

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