Stahllexikon

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Rabitzgewebe Nach seinem Erfinder K. Rabitz genanntes Geflecht aus geglühtem oder verzinktem Draht, das im Bauwesen als Putzunterlage für meist nichttragende Wände und Decken verwendet wird.
Radial-
bewehrung
Sonderform der Bewehrung bei Stahlbeton-Bauteilen mit vorwiegend kreisförmigen Querschnitten: Wendel (Spiralen), Ringe, Segmente u.a.
Räumen Spanende Feinbearbeitung für Innen- und Außenflächen mit vielschneidigem Werkzeug. Die Räumnadel wird durch oder über das festgespannte Werkstück gezogen. Die Schneiden der Räumnadel sind hintereinander angeordnet und zerspanen den Werkstoff in einem Hub. Die einzelnen Zähne der Räumnadel haben unterschiedliche Aufgaben. Die ersten Zähne besorgen die Schrupp-, die nächsten die Schlichtarbeit. Hinter den Schlichtzähnen sind oftmals Zähne für das genaue Maß (kalibrieren) angeordnet. Wegen der hohen Werkzeugkosten ist R. nur bei größeren Stückzahlen wirtschaftlich.
Arbeitsbeispiele:
Vielkeilnabe, Nabe mit Innenkerbverzahnung.
Rahmenprofil Aus Bandstahl kaltprofiliertes, U-förmiges Stahl-Leichtprofil für den Fahrzeugbau.
Randeinsparung Zonen an den Längsrändern von Betonstahlmatten mit auf etwa die Hälfte des Wertes im Matteninnenbereich verringertem Stahlquerschnitt. Bei Matten aus Doppelstäben werden hierzu Einfachstäbe gleichen Durchmessers, bei Matten aus Einfachstäben Stäbe mit dünneren Durchmessern an den Mattenlängsrändern angeordnet, um die im Gebiet der Querstabstöße (übergreifung der Querstäbe) auftretenden, statisch nicht anrechenbaren Querschnittsverdoppelungen zu vermeiden und über die volle Bewehrungsbreite einen gleich großen anrechenbaren Stahlquerschnitt zu erhalten.
Randentkohlung Auf der Oxidation der Randschichten eines glühenden Werkstücks bei der Warmformgebung oder Wärmebehandlung beruhender Vorgang. Dabei entzieht der Luftsauerstoff dem glühenden Werkstoff Kohlenstoff, es entsteht eine sogenannte Weichhaut, die für bestimmte Ansprüche unerwünscht ist und eine schlechte Härteannahme zur Folge hat (z.B. bei Werkzeugen, Federn, Wälzlagern, vergüteten Teilen).
Randhärten Randschichthärten, Einsatzhärten
Randmatte Typisierte Sondermatte (Betonstahlmatten), die - in Streifen geschnitten - die obere Bewehrungslage in Platten (z.B. Fertigteil-Decken) dort ergänzt, wo die Platten in nach oben fortgeführten Wänden eingespannt sind.
Randschicht-
härten
Besonderes Härten von Werkstücken, bei dem nur die Randschicht austenitisiert wird. Die Werkstückoberfläche wird deshalb so schnell erwärmt und wieder abgeschreckt, daß die darunterliegenden Schichten nicht an diesen Vorgängen teilnehmen können. Es kommt bei solchen Werkstücken zur Anwendung, deren Oberflächen hohem Verschleiß oder großen Flächenpressungen ausgesetzt sind. Durch R. wird auch die Haltbarkeit bei dauernder, wechselnder Beanspruchung verbessert. Das Verfahren richtet sich nach der Stahlsorte. C-arme Stähle (Einsatzstähle) härlet man nach vorausgegangenem Aufkohlen der Oberfläche (Einsatzhärten, Carbonitrieren). Für Stähle mit mittleren C-Gehalten (Vergütungsstähle) kommt das Tauch-, Flamm- (Brenn-) oder Induktionshärten in Frage.
Rastlinien Erscheinungen beim Dauer[schwing]bruch
Rauchrohrbleche Blaublech
Raumgitter heißt die regelmäßige räumliche Anordnung von Atomen im Kristall. Das Metall Eisen (Fe), das im Stahl das Grundgefüge bildet, kann - je nach Temperatur - zwei verschiedene Gitterformen annehmen: krz oder kfz. In kubischen Kristallsystemen hat der kleinste Gitterbaustein eine Würfelform, die Atome sitzen scheinbar auf den Ecken des Würfels. Beim krz-Gitter sitzt ein weiteres Atom auf der Raumdiagonalen des Würfels, beim kfz-Gitter je eines auf den Flächendiagonalen.
Rechteckrohr Profilrohr mit rechteckigem Querschnitt.
Reckalterung Verspröden kaltverformter, weicher Stähle bei längerem Lagern. Als Ursache dieses Anwachsens
von Festigkeit und Streckgrenze sieht man die im Alpha-Eisen interstitiell gelösten Kohlenstoff- und Stickstoffatome an. Der Vorgang wird durch Erwärmen beschleunigt.
Recken 1. Arbeitsgang beim Freiformschmieden (Schmieden): Das Werkstück wird durch aneinandergereihte Stauchdrücke senkrecht zur Längsachse gestreckt. Weil hier keine Zugkräfte wirken, darf das R. nicht mit dem Streckziehen verwechselt werden.
2. Möglichkeit, bei der Herstellung von Betonstahl die Streckgrenze durch Kaltverfestigung zu erhöhen. Warmgewaltzer Betonstabstahl wird kalt nachgewalzt (gereckt). Bekannter ist die Kaltverfestigung durch Verwinden (Tordieren, Verdrillen) zu Rippentorstahl.
Recycling 1. Abgenutzte und verbrauchte Werkstücke bzw. Werkstoffe (Späne, Abfallenden) müssen entsorgt werden. Das Recycling in einer Stahlhandlung besteht zum größten Teil im Sammeln und Sortieren der unterschiedlichen Materialien (NE-Metalle, unlegierter und legierter Stahl, Kunststoffe), um sie der Wiederverwertung zuzuführen.
2. Rückführung eines Werkstoffs oder Bauteils in den Fertigungskreislauf zur Herstellung eines neuen Endprodukts. Durch Recycling wird Schrott zum Rohstoff für die Stahlherstellung. Stahl ist wegen seiner Recyclierbarkeit ein besonders umweltfreundlicher Werkstoff. Das Recycling-Verhalten ist daher eine wichtige Werkstoffeigenschaft.
Redox-
Reaktionen
Die chemischen Vorgänge Oxidation und Reduktion laufen in der Praxis meist miteinander gekoppelt ab. Will man einem Oxid den Sauerstoff entziehen, so bringt man es mit einem Stoff zusammen, der eine höhere Affinität zu Sauerstoff besitzt, als das Kation im vorliegenden Oxid, einem geeigneten Reduktionsmittel. Das Oxid wird in dem Falle reduziert, das Reduktionsmittel wird oxidiert. Redox-Reaktionen bilden die Grundlage der Eisen- und Stahlherstellung.
Reduktion Chemischer Vorgang des Sauerstoffentzuges. Der Sauerstoff wird dabei aus einer Verbindung eliminiert, indem man ein Ion mit höherer Sauerstoffaffinität als neuen Partner zur Verfügung stellt. Das wichtigste Reduktionsmittel bei der Stahlherstellung ist Kohlenstoff. Bei der Desoxidation setzt man Aluminium, Silicium und Calcium als Kationen ein. Reduktionsvorgänge spielen auch bei der Korrosion bzw. beim Korrosionsschutz eine bedeutende Rolle.
Regel-
abweichung
1. Größter zugelassener Unterschied zwischen dem Sollwert (Führungsgröße) in Normen oder Vorschriften und dem tatsächlichen Wert (Ist-Wert). R. ist u.a. für Maße, Oberflächenbeschaffenheit, Streckgrenze, Bruchdehnung und Analysenwerte vorgeschrieben.
2. Begriff aus der Steuer- und Regelungstechnik
Regenerator Wärmespeicher, der wechselweise von den heißen, abziehenden Gasen (Feuerraumabgase) und den kalten, einziehenden Gasen (Verbrennungsluft und Brenngas) umspült wird. Durch die heißen Abgase wird der Speicher erwärmt sowie aufgeladen und durch Kaltluft und Brenngas wieder abgekühlt sowie entladen. Die Regeneratoren liegen in unmittelbarer Nähe des Ofens. Als Speichermasse dienen feuerfeste Steine, die dem Gasstrom geringen Widerstand und eine große Oberfläche bieten. Die Winderhitzer am Hochofen sind ein Beispiel für Regeneratoren.
Reiben 1. R. ist ein Aufbohren mit geringer Spanungsdicke zur Herstellung paßgenauer Bohrungen mit hoher Oberflächengüte. Man unterscheidet:
Rundreiben zur Herstellung von maß- und formgenauen zylindrischen Bohrungen, Profilreiben zur Herstellung kegeliger und profilierter Bohrungen. R. kann mit Hand- oder Maschinenreibahlen erfolgen.
Reibahlen sind vielschneidige Werkzeuge mit zylindrischem Schaft und längslaufenden Schneidkanten, die schabend Späne abnehmen (Gesamtabnahme rund 1/100 des Lochdurchmessers). Die Schneiden sind eingefräst oder in Schaftnuten eingelegt.
2. Durch ungleiche Zahnteilungen sollen Schwingungen, Rattermarken und Kreisformfehler vermieden werden.
Reibschweißen Preßschweiß-Verfahren, bei dem die Reibung zwischen den Fügeteilen (ein Teil festgehalten, das andere umlaufend) zum Erwärmen und Verschweißen genützt wird. Die Drehbewegung wird so lange aufrecht erhalten, bis die Schweißtemperatur erreicht ist. Der Antriebsmotor wird dann abgeschaltet, und die Werkstücke werden noch stärker zusammengedrückt und verschweißen miteinander. Der dabei auftretende Wulst wird meist in einem nachgeschalteten Arbeitsgang abgedreht. Anwendung hauptsächlich bei Werkstücken mit Kreisquerschnitt, wie Rohren, Wellen, Flanschen, Bunden. Vorteile: Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe, geringer Energieverbrauch, keine Spritzverluste. Gut automatisierbar, daher auch für die Serienproduktion geeignet.
Reinheitsgrad Quantifizierung der Einschlüsse im Stahl nach Menge und chemischer Zusammensetzung. Auch die Form der Einschlüsse kann eine Rolle spielen. Mikroskopische Einschlüsse lassen sich durch Blaubruchprüfung und Stufendrehprobe nachweisen. Die Detektion makroskopischer Einschlüsse (mindestens 1,5 mm lang) erfolgt mit Ultraschall.
Rekristallisation ist eine Kornneubildung im Gefüge. Oberhalb einer bestimmten Temperatur, der Rekristallisationstemperatur, wird die in den Versetzungen gespeicherte Energie frei. Sie wird zur treibenden Kraft für die Entstehung neuer, beinahe versetzungsfreier Kristallkörner. Je höher der Umformgrad, desto niedriger ist die Rekristallisationstemperatur.
Rekuperator Wärmetauscher im Abgasstrom zur Rückgewinnung von Abwärme. Die heißen Abgase werden durch Kanäle oder Rohre geleitet, an deren erhitzten Wänden sich die in den Ofen ziehenden Gase erwärmen. Die Wand, welche die Wärme vermittelt, kann aus hitzebeständigem Stahl, Gußeisen oder aus keramischen Massen bestehen. Rekuperatoren werden den Wärme- und Glühöfen nachgeschaltet, sie verbessern deren Wirkungsgrad und erhöhen die Ofentemperatur.
Relaxations-
verhalten
ist eine andere Form des Zeitstandverhaltens eines Werkstoffs. Im Gegensatz zum Zeitstand- oder Kriechversuch wird mit konstanter Dehnung geprüft, welche Spannung sich mit der Zeit einstellt. Dieser Art von Versuchen unterzieht man z. B. auch Schweißsimulationsproben.
Relingstahl Warmgewalzter, nicht mehr genormter Profilstabstahl. Schiffbauprofile.
Remanenz Wird ein Werkstoff durch Anlegen einer Feldstärke magnetisiert, so bleibt in ihm ein Restmagnetismus zurück, den man R. nennt. Einheit: Tesla T.
Reroller Hersteller von klassischem Kaltband, die ihr Vormaterial als Warmband direkt von den Herstellerwerken beziehen.
Restaustenit Beim Härten von C-reichen Stählen (Werkzeugstähle oder aufgekohlte Einsatzstähle) ergibt sich nur selten eine vollständige Martensitbildung. Der nicht umgewandelte Austenitrest ("Restaustenit") mindert als zäher und weicher Gefügebestandteil den Härteerfolg. Gegenmaßnahmen sind: richtige Härtetemperatur, geeignete Legierungselemente, Anlassen nach dem Härten, Tieftemperaturabschrecken.
Restfeldverfahren Magnetische Prüfverfahren
Reversier-
walzwerk
Umkehrgerüst
RH-OB (= Ruhrstahl Heraeus-Oxygen Blowing) Vakuumumlaufverfahren.
RH-Verfahren (= Ruhrstahl-Heraeus process) Vakuumumlaufverfahren.
Richten Beseitigung der Verkrümmungen von gewalztem oder gezogenem Stahl, die durch die Verformung beim Walzen oder Schweißen oder durch eine ungleichmäßige Abkühlung entstehen. Die entsprechenden Teile können im kalten oder warmen Zustand gerichtet werden. Das Richtgut wird durch biegende Querkräfte von Pressenstößel, Rollen oder Walzen verformt. Das Streckbiegerichten von Band wirkt durch Zug- und Biegespannungen. Kontinuierlich arbeitende Richtmaschinen biegen in mehreren Richtungen. Flammrichten (Acetylenbrenner) geschieht durch örtliches Erwärmen der konvexen Stellen.
Riefen Mehr oder weniger tiefe und sichtbare Rillen, welche die Werkzeuge auf der Werkstückoberfläche-z.B. beim Drehen, Schälen, Walzen und auch Sägen - hinterlassen. Beim Kaltziehen können außen (bei Rohren auch innen) sogenannte Ziehriefen entstehen.
Riffelblech warmgewalztes Blech mit Mustern
Rillenschiene Hauptsächlich für den Straßenbahnbau verwendetes Schienenprofil. Gleisoberbauerzeugnisse. Im Unterschied zur Vignolschiene ist in den Schienenkopf eine Rille eingewalzt, um eine einwandfreie Radführung auf der meist in die Straßendecke eingebauten Schiene zu ermöglichen.
Rillenschwelle Stahlschwelle für den leichten Gleisoberbau Gleisoberbauerzeugnisse. (DIN 5904)
Ringfaltversuch Methode zum Nachweis größerer Außen- oder Innenfehler sowie zur Erkennung fehlerhafter Schweißnähte bei Rohren, deren Wanddicke nicht mehr als 15 % des Außendurchmessers beträgt und deren Nennweite 400 mm nicht übersteigt. Bei dem Versuch wird ein Rohrabschnitt zwischen zwei parallelen Platten zusammengedrückt. Dabei dürfen sich bis zu einer bestimmten Entfernung der Rohrwände voneinander keine Risse zeigen. Bei geschweißten Rohren soll die Naht einmal in der Senkrechten (12-Uhr-Lage) und einmal in der Waagerechten (3-Uhr-Lage) liegen.
Ringmaterial Handelsübliche Bezeichnung für Betonstahl in Ringen; Kürzel KR = kaltverformt, WR = warmgewalzt.
Ringwalzwerk Anlage zur Weiterverarbeitung von Rohlingen, die auf einer Vorformpresse gestaucht und gelocht oder vorgeschmiedet worden sind. Im Walzgerüst liegt der Ring auf einer horizontalen Platte auf und wird so lange zwischen vertikalen Walzen durchgezogen, bis Wanddicke und Ringdurchmesser die gewünschten Abmessungen aufweisen. Gleichzeitig sorgen übergreifende Kegelwalzen für die Einstellung der vorgegebenen Ringhöhe. Der Durchmesserbereich liegt zwischen 100 mm und 8 m. (Einsatzgebiet: z.B. Herstellung von stählernen Radreifen für Schienenfahrzeuge).
Rippenplatte Unterlagsplatte aus Flachstahl mit aufgeschweißten Rippen oder auch aus Stahlguß zur Befestigung von Schienen auf Holz- (Oberbau der Deutschen Bahn) oder Stahl- und Betonschwellen. (Gleisoberbauerzeugnisse). In die Rippen greifen die Hakenschrauben ein.
Rippenrohr Spiralrippenrohr
Rippen-
streckmetall
Durch Stanzen kurzer Einschnitte in Feinblech und anschließendes Auseinanderziehen (Strecken) entstandenes formsteifes Maschengitter, das hauptsächlich als Putzträger an (Beton-) Wänden dient.
Rippentorstahl Alte Bezeichnung für Betonrippenstahl. Bis Ende der 50er Jahre war die Oberfläche von Torstahl nur mit einem schraubenlinienförmig umlaufenden Längsrippenpaar ausgestattet. Heute werden zur Verbesserung des Verbundes mit Beton zusätzlich zwischen den Längsrippen im warmen Zustand Schrägrippen aufgewalzt. Nach Erkalten Verfestigung durch Verwinden (Verdrillen, Tordieren) um die Längsachse zu R.
Riß nennt man eine unvollständige Werkstofftrennung, die sich ausbreiten und sogar bis zum Bruch führen kann. Hierzu zählen:
Werkstoffehler wie Lunker, Blasen, Einschlüsse, Fehler beim Umformen (Walz-, Schmiede-, Ziehrisse), bei der Wärmebehandlung (Härterisse, Schrumpfrisse) oder beim Schweißen (Kaltrisse). Zu den während der Fertigung auftretenden Fehlern gehören Brand- und Härterisse durch häufigen Temperaturwechsel bei Warmarbeitswerkzeugen, Schleifrisse durch zu starkes Anpressen oder ungenügende Kühlung.
Risse, die den Korngrenzen folgen, nennt man interkristalline Risse; gehen sie quer durch das Korn, so heißen sie transkristalline Risse. Nach ihrer Lage im Werkstück unterscheidet man Oberflächenrisse und Risse im Innern.
Rißauffang-
temperatur
ist eine Größe, die an bauteilähnlichen Proben ermittelt wird. Sie bezeichnet die niedrigste Temperatur, bei der ein Riß infolge instabilen Spaltbruchs aufgefangen wird, die Probe also nicht durchläuft.
Rißauslösung bezeichnet den übergang eines stabilen Mikrorisses zur instabilen Rißausbreitung.
Rißwachstum nennt man die stabile Rißausbreitung von stabilen Mikrorissen oder von Makrorissen. Der Vorgang endet entweder mit einem Bruch oder geht in die instabile Form der Rißfortpflanzung über.
R-Matte Lagermatte (Betonstahlmatte) mit rechteckigem Raster (150 x 250 mm). Der Stahlquerschnitt in Querrrichtung beträgt > 20 % des Querschnitts in Längsrichtung. Bei Matten mit Randeinsparung werden zwei Randsparstäbe an den Mattenlängsrändern angeordnet.
Rißentstehung Ein Mikroriß kann sich entweder vor einem Kerb bilden oder als Folge einer Spannung an einer ungünstigen Gefügestelle auftreten. Ein stabiler Riß wächst unter Erhöhung der wirkenden Spannung entweder bis zum Bruch (Gleitbruch), oder er geht in den Zustand der instabilen Rißausbreitung über. Im letzteren Fall kann es zum Bruch kommen oder aber der Riß wird gestoppt.
Rißfortpflanzung nennt man die instabile Rißausbreitung. Sie kann entweder direkt mit der Entstehung eines instabilen Mikrorisses zusammenfallen und zum Bruch führen. Sie kann aber auch die Folge einer Rißauslösung sein.
Rißprüfung Oberflächenrisse ermittelt man mit dem Farbeindring-, Magnetpulver- (Magnetische Prüfverfahren), Wirbelstrom- oder Potentialsondenverfahren. Oberflächenrisse im Halbzeug lassen sich durch Flammen oder spanende Bearbeitung entfernen. Risse im Werkstückinnern findet man mit Ultraschall (Ultraschallprüfverfahren) oder einer Strahlenquelle.
Rockwellhärte Die Rockwellhärte ermittelt den Härtewert über die Eindringtiefe eines Prüfkörpers. Bei den Varianten C und A (für harte bzw. sehr harte Werkstoffe) sowie auch N (für dünne, schmale Proben) ist es ein Diamantkegel, der in definierter Weise in die Probe eindringt. Bei den Versionen B und F (für mittelharte und weichere Werkstoffe) oder T (für dünne schmale Proben) benutzt man eine Stahlkugel. Eine sichere Auflage des Prüfkörpers bei der Messung wird durch die Vorlast erreicht. Die Prüflast ändert sich je nach Variante. Die Kurzzeichen für die Rockwellverfahren sind: HRC, HRA, HRB, HRF, HR15N, HR15T, HR30N, HR30T, HR45N, HR45T. Der Härtewert steht vor dem Kurzzeichen. Beispiele: 45 HRC; 76 HR45N. DIN 50103. Blatt l für die Verfahren C, A, B, F, Blatt 2 für N und T. Härtemessung
Röhrenstahl Nicht mehr übliche Bezeichnung der allgemeinen Baustähle, die für Rohre verwendet werden. Die Bezeichnung Röhre(n) ist nicht mehr fachgerecht.
Röhrenstreifen Handelsübliche Bezeichnung für ein Vorprodukt (Blech oder Band) mit entsprechenden Liefervorschriften für die Herstellung von geschweißtem Rohr Rohrherstellung.
Röntgen-
Fluoreszenz-
Analyse
Radiologische Bestimmung der Zusammensetzung einer Probe. Röntgenstrahlen hoher Intensität regen beim Auftreffen auf die Stahloberfläche deren Atome zu einer Fluoreszenzstrahlung an. Dabei sendet jedes Element Strahlen bestimmter Wellenlänge. Man sammelt sie auf einem Analysatorkristall, der sie unter verschiedenen Winkeln reflektiert ("beugt"). So läßt sich die Zusammensetzung einer Probe aus den Strahlen unterschiedlicher Winkellagen qualitativ und aus der Intensität der Einzelstrahlen quantitativ bestimmen. Große, vollautomatisch arbeitende Röntgenspektrometer liefern komplette Analysen nach jedem gewünschten Programm.
Röntgen-
prüfung
Radiologische Untersuchung eines Werkstückes auf Materialfehler. Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen, die - in Röntgenröhren erzeugt - eine mit der Röhrenspannung zunehmende Durchdringungskraft haben (bei 300 kV -100 mm Stahl). Hohlstellen (Lunker, Risse, Poren) zeichnen sich auf dem Röntgenfilm als dunkle Stellen, auf dem Leuchtschirm als helle Flecken ab. Röntgenstrahlen größerer Durchdringungsfähigkeit ("härtere" Strahlen) erzeugt man mit dem Betatron oder mit dem Linearbeschleuniger.
Roheisen ist gemäß DIN EN 10 001 eine Legierung aus Eisen und mehr als 2 % C. Es kann zudem andere Elemente in gewissen Grenzen enthalten (Mn 30%, Si 8%, P 3%, Cr 10%, andere 10 %). Flüssiges R. wird zu Stahl oder Gußeisen weiterverarbeitet. Stahlroheisen läßt sich in phosphorarme und phosphorreiche Sorten unterteilen. R. steht in flüssigem oder festem (Masseln, Granulat) Zustand zur Weiterverarbeitung zu Stahl zur Verfügung.
Roheisenmischer Kippbarer, feuerfest ausgekleideter und beheizter Behälter, der die vom Hochofen erzeugten Roheisenmengen aufnimmt und deren zeitliche Verwendung für die Stahlerzeugung unabhängig vom Roheisenanfall gestattet. Der R. hat die Aufgabe, das Eisen flüssig zu halten und die verschiedenen Hochofenabstiche zu mischen, so daß eine gleichmäßige Roheisensorte entsteht. Außerdem findet eine gewisse Entschwefelung statt, indem sich das Mangan mit dem Schwefel verbindet und in die Mischerschlacke geht.
Roheisen-
mischerwagen
oder Torpedopfanne ist ein Gefäß für den Transport flüssigen Roheisens über längere Strecken. Seine geschlossene Form ("Torpedo") läßt nur geringste Abstrahlverluste zu. Fassungsvermögen bis 450 t.
Rohblock nennt man festen Rohstahl, sofern er in anderen Querschnitten vorliegt als sie für Rohbrammen angegeben sind. Der R. zählt zu den Roherzeugnissen der eisenschaffenden Industrie.
Rohbramme Roherzeugnis aus festem Rohstahl. Die R. hat einen rechteckigen Querschnitt, wobei die Breite mindestens das Zweifache der Dicke aufweist.
Rohmaß Um die Bearbeitungszugabe vergrößertes Fertigmaß eines Werkstückes.
Rohr Unter R. versteht man einen langen Hohlkörper von meist kreisförmigen Querschnitt, dessen Wanddicke im Verhältnis zum Durchmesser gering ist. Es dient zum Durchleiten von Flüssigkeiten, Gasen, Dämpfen, aber auch von festen Stoffen (Schüttgütern) von körniger, staubförmiger oder breiiger/schlammiger Konsistenz (Suspensionen), als Schutzrohr, Konstruktionselement u.a.m. Als R.-Werkstoffe kommen neben Stahl auch Gußeisen, NE-Metalle, Beton, Glas, Keramik, Kunststoffe in Betracht. Stahlrohr.
Nach der Herstellung wird unterschieden: Nahtloses und geschweißtes Rohr,
nach der Verwendung z. B. Leitungs-, ölfeld-, Installations-, Konstruktions-, Profilrohr usw.
Rohrboden Veraltete Bezeichnung für Kappe zum Verschließen eines Rohres.
Rohrbogen Aus nahtlosen oder geschweißten Rohren warm oder kalt gebogene Formstücke. Die Normen DIN 2605 und 2609 (Rohrbogen zum Einschweißen) enthalten Wanddicken, Biegeradien und Gewichte für Rohraußendurchmesser von 20 bis 1.620 mm. R. dienen zur Verbindung im Winkel zueinander verlaufender Rohre (meist 90 oder 180°, andere Winkel ergeben sich durch Schneiden oder Kombinieren). Sonderformen werden aus Segmenten zusammengeschweißt. Der Werkstoff des Rohrbogens muß mit dem der zu verbindenden Rohre übereinstimmen.
Rohrformstück Sammelbegriff für Rohrverbindungsstücke, Formstück.
Rohrgewinde Für Gewinderohre nach DIN 2440 und DIN 2441 ist das Whitworth-R. in DIN 2999 genormt. Das Innengewinde ist zylindrisch, das Außengewinde konisch. Beim Zusammenschrauben weitet das konische Außengewinde das Innengewinde leicht auf, so daß die beiden verschraubten Enden fest aneinander gepreßt werden und so eine dichte Verbindung ergeben. Auch metrische Gewinde sind üblich bzw. möglich. Neue Normungsarbeiten sehen eine weltweite Vereinheitlichung der R. vor.
Rohrherstellung Grundsätzlich unterscheidet man zwei Kategorien bei der Herstellung von Rohren: Nahtlose Rohre und geschweißte Rohre.
1. Nahtlose Rohre:
Nahtlose Rohre werden aus vollen, vorgelochten oder vorgebohrten Blöcken oder Knüppeln in warmem Zustand erzeugt. Abhängig von den gewünschten Abmessungen, vom Werkstoff und Verwendungszweck benutzt man verschiedene, meist in zwei Stufen unterteilte Verfahren. Im ersten Schritt entsteht eine kurze, dickwandige Luppe. Im nachfolgenden Arbeitsgang wird sie zum fertigen Rohr gestreckt.
1.1 Verfahren auf Basis des Schrägwalzens:
- Schrägwalz-Pilgerschritt-Verfahren für Rohre von 50 - 660 mm Außendurchmesser: Durch zwei sich gleichsinnig drehende Walzen mit schräg zur Horizontalen und zueinander stehenden Achsen wird ein warmer Rundblock getrieben. Dabei lockert sich im Innern des Rundblocks das Gefüge und reißt auf. Eine Dornstange unterstützt die Wirkung der Walzen und weitet und glättet den Hohlraum. Diese Rohrluppe wird über einen Dorn gezogen, dem Pilgerwalzwerk zugeführt und dort unter ständigem Drehen zum Rohr gestreckt.
- Kegelwalz-Stopfenwalz-Verfahren für Rohre von 60 - 324 mm Außendurchmesser: Die schräggestellten Kegel oder Scheiben lochen den Rundblock. Die entstehende Luppe wird im Stopfenwalzwerk zum Rohr gestreckt. Der Stopfen ist ein feststehender Dorn zwischen einem Kaliberwalzenpaar. Die Rohrluppe wird in das Kaliber gestoßen, von den Walzen erfaßt und über den Stopfen gezogen. Der Vorgang wird so oft wiederholt, bis die geforderte Abmessung erreicht ist. Dabei kann man entweder mit einem Walzkaliber und mehreren, zunehmend dickeren Stopfen arbeiten oder mit einem Stopfen und mehreren, im Durchmesser abnehmenden Kaliberöffnungen, die nebeneinander auf einen Walzenballen geschnitten sind.
- Kontinuierliches Verfahren für Rohre von 20 - 168,3 mm Außendurchmesser: Wiederum wird im Schrägwalzverfahren eine Luppe geformt. Die Luppe wird nach vorn und nach hinten über eine Dornstange gewalzt und dabei so weit gelockert, daß sich das Fertigrohr leicht von der Stange lösen läßt.
1.2 Stoßbank- oder auch Ehrhardt-Verfahren für Rohre bis ca. 1.500 mm Außendurchmesser: Ein erwärmter Block wird in einer runden Preßform durch einen zylindrischen Lochdorn zu einem dickwandigen Hohlkörper mit Boden gepreßt. Dieser Hohlkörper wird mit einer Domstange auf einer Stoßbank in mehreren kleiner werdenden Kaliberringen oder -rollen zum Rohr gestreckt.
1.3 Rohrstrangpreßverfahren für Rohre bis ca. 150 mm Außendurchmesser: In einem Arbeitsgang wird aus einem erwärmten Rundblock in einer zylindrischen Preßform mit Matrize ein Rohr hergestellt.

2. Geschweißte Rohre:
Ausgangsmaterial ist entweder Bandstahl oder eine Blechtafel. Grundsätzlich sind zwei Ausführungen zu unterscheiden: Längsnahtgeschweißte und spiralnahtgeschweißte Rohre. Rohre mit Längsnaht lassen sich kontinuierlich aus Bandstahl formen, die Naht wird preßgeschweißt. Eine Alternative dazu ist das Fretz-Moon-Verfahren. Bei der diskontinuierlichen Rohrproduktion formt man Blechtafeln mit Hilfe einer Presse oder Dreiwalzenbiegemaschine zum Schlitzrohr und verschweißt unter Pulver. Spiralnahtrohre entstehen, indem man Bandstahl entsprechend wickelt und die Schlitze durch UP- oder konduktives Hochfrequenzschweißen fügt.
3. Rohre kleinerer Durchmesser:
Die Anlagen zur Herstellung nahtloser und geschweißter Rohre können nur gewisse Mindestdurchmesser liefern. Für die Weiterverarbeitung von Rohren zu kleineren Querschnitten gibt es verschiedene Verfahren:
Das Rohrziehen mit oder ohne Stopfen, das Rohrreduzieren, Streckreduzieren oder Kaltpilgern. Im Streckreduzierwalzwerk steht ein Gerüst mit mehreren Walzenpaaren zur Verfügung, die das warme Rohr umformen. Die aufeinanderfolgenden Walzenpaare arbeiten mit zunehmend gestuften Geschwindigkeiten, so daß das Rohr nicht nur im Durchmesser, sondern auch in der Wanddicke reduziert wird. Das Kaltpilgern arbeitet mit einem Dorn, der einerseits als Gegenhalt für die Wanddickenverringerung dient, aber auch Rohrdurchmesser und Querschnittsform bestimmt: Soll das Rohr auf einen kleineren Durchmesser gebracht werden, dann arbeiten die Pilgerwalzen über einem konischen Dorn; wünscht man eine vom Kreisquerschnitt abweichende Innenform, dann wird der Dorn entsprechend profiliert. Das Kaltpilgem steigert die Festigkeit. Es ergibt eine höhere Genauigkeit als das Ziehen und eine bessere Oberflächenqualität.
Rohrkappe Formstück zum Verschließen eines Rohres.
Rohrleitung Konstruktionseinheiten aus Rohr zum Transport von flüssigen oder gasförmigen Medien, jedoch auch festen Stoffen (Schüttgütern) in staubförmiger, körniger Beschaffenheit oder brei- bzw. schlammförmig (Suspensionen). Rohrleitungen bestehen im wesentlichen aus den Komponenten:
- Rohr
- Verbindung
- Rohrbogen
- Reduzierung / Erweiterung
- Abzweig
- Flansch
- Schrauben, Muttern
- Armaturen
Für die Vielzahl von Anwendungsgebieten mit jeweils spezifischen Belastungen gelten die unterschiedlichsten Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen - je nach zu förderndem Medium, z.B.:
- Erdöl-Pipelines
- Erdgas-Fern- und -Verteilleitung
- Fernwärmeleitung
- Trinkwasser-Fern- und -Verteilleitung
- Leitungen in Industrie und Chemie
- Haustechnische Versorgungsleitungen u.v.a.m., wobei die Belastungen sowohl die Werkstoffauswahl als auch die Konstruktion und Verarbeitung, die Gütesicherung und Abnahmevorschriften betreffen. Hinzu kommen die arteigenen Probleme der Fördersysteme (z. B. hydraulisch, pneumatisch), aber auch die der Verlegung (über- oder unterirdisch).
Bemühungen um eine Rohrleitungsklassifizierung mit dem Ziel, die Teilevielfalt zu verkleinern und zu standardisieren, haben bisher nur zu firmeneigenen Einzellösungen geführt.
Rohrleitungs-
zubehör
Bordscheibe, Flansch, Rohrschelle
Rohrmutter Konstruktionsteil zur Verbindung von Rohren mit Schraubgewinde nach DIN 431.
Rohrreduzieren Rohrdurchmesser lassen sich im Reduzierwalzwerk verringern. Das Rohr wird dazu im warmen Zustand in mehreren Walzgerüsten mit entsprechend kalibrierten Walzen umgeformt.
Rohrschelle Ringförmige Halterung zur betriebssicheren Befestigung von Rohrleitungen bzw. Teilen davon. Sie hat nicht nur tragende Funktion, sondern auch die Aufgabe, Stoß-, Vibrations- u.a. Belastungen aufzunehmen. Entsprechend vielfältig sind die Bauarten.
Rohrverbindung Die meisten Rohre werden zu Rohrleitungen und -netzen verbunden. Es werden feste (durch Schweißen, Löten, Kleben, Bördeln, Walzen) und lösbare Verbindungen ( durch Flansch oder Rohrverschraubung, Klammer- oder Muffenverbindung u.a.) in zahlreichen Systemen hergestellt.
Rohrverbindungs-
stücke
Dazu gehören u.a. Fittings, Flansch, Formstück
Rohrverschluß-
stück
Oberbegriff für Rohrzubehör oder Fittings, die ein(e) Rohr(leitung) dauernd (z. B. Stopfen, Kappe) oder zeitweise (z. B. Ventil) verschließen. Rohrformstück.
Rohrwalzwerk Rohrherstellung
Rohrziehen Rohre zieht man (bei größeren Durchmessern und geraden Längen) auf der Ziehbank. Vom Ringbund zieht man die kleineren Rohre auf Trommel- oder Greiferziehmaschinen. Wird ohne Innenwerkzeug gearbeitet, so verkleinert sich nur der Rohrdurchmesser, während die Wanddicke sich kaum verändert (Hohlzug). Zieht man über einen Stopfen (Stopfenzug) oder eine Dornstange (Dornzug), so kann man Durchmesser und Wanddicke verringern. Auch das Aufweiten von Rohren ist möglich: "Stopfen durch das Rohr", oder "Rohr über einen Stopfen in der Matrize". Der Stopfen kann fest oder fliegend (schwimmend) angeordnet sein. Den festen Stopfen hält eine verankerte Stange in der Umformebene, der fliegende Stopfen wird durch die Umformkräfte in die Matrize gezogen.
Rohstahl kann in flüssiger oder auch in fester Form vorliegen. In beiden Fällen handelt es sich um ein Roherzeugnis. Im flüssigen Zustand wird er für den Block-, Strang- oder Stahlguß verwendet. Die feste Variante läßt sich nach der Querschnittsform in rechteckige Rohbrammen und Rohblöcke unterteilen.
Rohstahl-
erzeugung
Die R. umfaßt die Gesamtmenge an Stahl, die in Stahlwerken und Stahlgießereien erschmolzen wird. Nach den Erschmelzungsverfahren unterteilt man in Blasstahlverfahren und Elektrostahl.
Rolladenstahl Nicht genormtes U-fönniges Spezialprofil, das gewalzt und blankgezogen geliefert wird.
Rollendes
Material
Waggon- sowie Lokomotivräder und -achsen und ihre Bestandteile bzw. die daraus gefertigten Bauteile: Radsatz (Achse mit zwei Rädern), Rad (Radkörper = Radscheibe mit Radreifen).
Rollenherdofen Wärmofen
Rollennaht-
schweißen
Preßschweiß-Verfahren, bei dem die als Rollen ausgebildeten Elektroden die Bleche zusammenpressen und den Schweißstrom übertragen. Die Schweißpunkte werden durch die Rollen so dicht gesetzt, daß eine zusammenhängende dichte Naht entsteht. Bei einer Heftnaht werden die Schweißpunkte in größeren Abständen gesetzt. Das Rollennahtschweißen ist auf dünne Bleche von 0,1 mm bis etwa 3,5 mm Dicke bei Stahl und für Aluminium von 0,2 mm bis 1,5 mm beschränkt.
Rollenricht-
maschine
Vorrichtung zum Kaltrichten zwischen zwei Reihen profilierter Rollen, die gegeneinander so versetzt sind, daß sich das Walzgut hindurchwinden muß. Die Ablenkungen nehmen zum Auslauf hin ab, so daß der Stab die Maschine gerade verläßt.
Rollgang Im Boden verlegte, angetriebene Rollen, die im Walzwerk auf allen Wegen für die Förderung des Stahls zur Verfügung stehen.
Ronde 1. Kreisförmige Blechscheibe.
2. Runder Stababschnitt (z. B. Rohling für Fließpreßverfahren).
Rost ist das Korrosionsprodukt, das bei der atmosphärischen Korrosion von Eisen entsteht. Er besteht aus verschiedenen Eisenoxiden: Fe3O4 bildet sich direkt an der Eisenoberfläche, Fe2O3 als auch FeOOH findet man an der Phasengrenze zur Atmosphäre. R. hat eine schwarze bis braunrote Farbe und eine lockere, porige Beschaffenheit.
Rostfrei Edelstahl Rostfrei, Chemisch beständige Stähle.
Rotbruch Aufreißen des rotglühenden (800 - 1.000 °C) Stahls beim Verformen. Die Ursache liegt in einem niedrigschmelzenden Eutektikum aus Eisen, Schwefel und Sauerstoff, das die Korngrenzen netzartig überzieht. R. kann durch Zulegieren von Mn verhindert werden. Heute ist R. durch die abgesenkten Gehalte an Schwefel und Sauerstoff im Stahl von untergeordneter Bedeutung. Heißbruch.
Rückfeinen Durch die hohe Aufkohlungstemperatur beim Einsatzhärten wird der "überhitzte" Kernwerkstoff grobkörnig. Um das Gefüge wieder zu verfeinern, wird das Werkstück von einer Temperatur oberhalb des oberen Umwandlungspunktes (bezogen auf den Kernwerkstoff) abgeschreckt. Der Randwerkstoff bleibt davon unbeeinflußt.
Rückoxidation Erneute Oxidation von reduziertem Gut (z. B. Eisenschwamm) durch Lufteinwirkung, z. B. bei der Lagerung.
Rundlauf-
genauigkeit
Bei Blankstahl, der im Maschinenbau für Wellen vielfach ohne weitere Bearbeitung eingesetzt wird, kommt es oft auf gute Rundlaufeigenschaften an. Die Ursache für Schlag oder Unwucht kann auf Eigenspannungen des Materials, die durch die Bearbeitung freigesetzt werden, oder aber auf schlechter Richtausführung beruhen. Wird eine besondere Richtgenauigkeit verlangt, muß diese bei der Bestellung vereinbart werden. Sie ist nur durch aufwendige Sondermaßnahmen nach dem maschinellen Richten zu erreichen, zu kontrollieren und bedarf besonderer Sorgfalt bei Verpackung und Verladung.
Rundnaht-
schweißen
gehört zur Gattung Elektroschlackeschweißen, das normalerweise in senkrechter Position steigend ausgeführt wird. Das Zusammenschweißen zweier Rohranschlüsse, die Herstellung in sich geschlossener Rundnähte ist möglich. In einem trichterförmigen Ansatz wird der Nahtanfang nach innen und das Nahtende nach außen gezogen. Nach Beendigung des Schweißens müssen diese Ansätze entfernt werden.
Rundstab,
Rundstahl
Im Querschnitt kreisrundes Stabstahlprofil, im Sprachgebrauch meist Rundstahl, nach neuer Normung als Rundstab bezeichnet. Die Benennung erfolgt nach dem Durchmesser. R. wird geliefert:
1. warmgewalzt, in DIN 1013-1 - Rundstahl für allgemeine Verwendung von 8 bis 200 mm Ø genormt, heute jedoch technisch möglich bis etwa 300 mm, allerdings mit (zu vereinbarenden) gröberen Toleranzen; DIN 1013-2 - Rundstahl für besondere Verwendung in "Sonderabmessungen" von 16,5 bis 165 mm Ø z. B. für Ziehereien, Ketlenfertigung u.a.; ferner DIN 59130 - Warmgewalzter Rundstahl für Schrauben und Niete in Abmessungen von 9,75 bis 51,5 mm Ø (die Walztoleranzen entsprechen 50 % der Werte nach DIN 1013); sowie DIN 2077 Federstahl warmgewalzt,
2. blank. Hierfür gelten die Normen DIN 175 (poliert von 1 bis 30 mm Ø), DIN 668 (gezogen oder geschält, von 1 bis 200 mm Ø), DIN 670 (gezogen oder geschält und geschliffen von 1 bis 150 mm Ø), DIN 671 (gezogen oder geschält von 1 bis 150 mm Ø), DIN 669 (Blankstahlwellen, gezogen oder geschält und poliert, von 5 bis 200 mm Ø), DIN 59360 (geschliffen-poliert ISO h 7 von 1 bis 150 mm Ø) und DIN 59361 (geschliffen-poliert ISO h 6 von 1 bis 150 mm Ø),
3. geschmiedet als Freiformschmiedestück, hauptsächlich in großen Durchmessern, genormt in DIN 7527-6 (Stabstahl),
4. als gewalzter R. für Stahlbeton DIN 488-2.
Rungenstahl Handelsüblich dem Profilstahl zugerechnetes, nicht genormtes, warmgewalztes Profil etwa I-förmigen Querschnitts für Rungen an Eisenbahnwaggons.
r-Wert ist eine Größe zur zahlenmäßigen Erfassung der Anisotropie. Sie ist definiert als Breitenformänderung durch Dickenformänderung und beschreibt so das Fließen eines Feinbleches beim Tiefziehen.

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