Stahllexikon

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Oberbaumaterial Veralteter Oberbegriff für aus Stahl hergestellte Bauelemente, die für Gleisanlagen von Eisen-, Straßen-, Feld- und Kranbahnen benötigt werden.
Jetzt gültiger Begriff nach DIN EN 10079: Gleisoberbauerzeugnisse.
Oberes Grenz-
abmaß AO
Abmaß. Das 0. ist die Differenz zwischen dem Höchstmaß und dem Nennmaß.
Oberflächen-
angabe
Die Angabe der Oberflächenbeschaffenheit in Zeichnungen erfolgt nach DIN ISO 1302. Symbole kennzeichnen, in welchem Zustand die Oberfläche nach der Bearbeitung sein soll. Festgelegt werden die Rauheit, die Rillenrichtung, das Verfahren, mit dem die Oberfläche gefertigt wird,
Oberflächen-
begriff
Wirkliche Oberfläche ist die Oberfläche, die das gefertigte Werkstück gegenüber seiner Umgebung abgrenzt. Ist-Oberfläche ist die meßtechnisch erfaßbare Oberfläche und damit das angenäherte Abbild der wirklichen Oberfläche. Geometrische Oberfläche ist eine ideale Oberfläche, deren Nennform durch die Zeichnung definiert ist. Gestaltabweichungen sind die Gesamtheit aller Abweichungen der Ist-Oberfläche von der geometrischen Oberfläche. Nach DIN 4761 kann der Oberflächencharakter beschrieben werden. Diese Norm enthält die Grundlagen zur qualitativen Beschreibung, Einteilung und Klassierung technischer Oberflächen.
Oberflächen-
fehler
Sammelbegriff für: überwalzungen, Zundernarben, Riefen, Risse, Fließfiguren, Poren und Blasen. Wie weit sie den Gebrauchswert des Teiles mindern, hängt von verschiedenen Umständen ab:
Risse und Kerben können bei dynamischer Beanspruchung zum Dauerbruch führen, Poren und Blasen eine Beschichtung unmöglich machen.
Oberflächen-
feingestalt
Die Oberfläche wurde früher nach dem Augenschein oder dem Tastsinn beurteilt. Heute gibt es Geräte, die den Verlauf des Oberflächenprofils messen und zeichnen. Am meisten verwendet werden die Tastschnittgeräte, bei denen eine Diamantnadel über die Oberfläche gleitet und die Abweichungen von der Geraden erfaßt. Elektronisch vergrößert zeichnet ein Diagrammschreiber den Profilschnitt auf. Maßgebende Normen: DIN 4760, 4761, 4768, 4775.
Oberflächen-
feinwalzen
Prägepolieren, Glattwalzen
Oberflächengüte Eine "technische" (= wirkliche, im Unterschied zur geometrisch-idealen) Oberfläche wird nach mehreren Kriterien beurteilt: nach ihrer geometrischen Gestalt (Oberflächenprofil, Rauhtiefenwerte), nach der sonstigen Beschaffenheit (roh, bearbeitet) und der zusätzlichen Behandlung (Wärmebehandlung, chemische Behandlung, Schutzschicht). Die verschieden hohen Anforderungen sind durch die spätere Verwendung bestimmt: Z.B. Federdraht muß kerbenfrei sein, blanke Wellenstähle sollen geringen Gleitwiderstand haben. Tiefziehbleche gute Verformungseigenschaften zeigen usw. Der Begriff "Güte" ist relativ. Maßgeblich kann die Oberfläche eines Werkstücks nur im Hinblick auf seine Funktion und wirtschaftliche Fertigung beurteilt werden.
Oberflächen-
härten
Randschichthärten
Oberflächen-
inspektion
Prüfung der Werkstoffoberfläche auf Oberflächenfehler mit zerstörungsfreien, optischen, optoelektronischen, vorzugsweise berührungslos arbeitenden Methoden.
Oberflächenprofil Oberflächenfeingestalt, Oberflächenbegriff
Oberflächen-
prüfung
Nach DIN 4775 wird die Rauheit an Werkstückoberflächen geprüft. Zur Ermittlung der Rauheit ist aus wirtschaftlichen Gründen nur eine geringe Zahl von Einzelmessungen durchzuführen. Dabei soll nach folgender Reihenfolge verfahren werden:
1. Sichtprüfung: soll aufgrund eines Gesamteindruckes bereits eine Grobausscheidung von Werkstücken mit Fehlern, wie Rissen, Rillen, Poren usw. ermöglichen.
2. Sicht- und/oder Tastvergleich: erfolgt nach Oberflächenvergleichsmustern nach DIN 4769 Teil 1-4.
3. Rauheitsmessungen mit elektrischen Tastschrittgeräten nach DIN 4772. Diese Geräte erfassen die Gestaltabweichung der Oberfläche mit einer Diamant-Tastspitze. Die erfaßten Meßwerte werden an das Anzeigegerät oder dem Profilschreiber weitergeleitet.
Oberflächen-
qualität
Zur überprüfung der O. definieren die Stahl-Eisen-Lieferbedingungen 055E vier Oberflächengüteklassen. Zerstörungsfreie und technologische Prüfungen zur Ermittlung von Oberflächenfehlern sind darin angegeben. Weitere Richtlinien zur Oberflächenbeschaffenheit enthalten DIN EN 10 021 und 10 163-1 bis-3.
Oberflächen-
rauheit
Die Güte technischer Oberflächen wird durch die Begriffe "Welligkeit" (größere Abweichungen) und "Rauheit" (kleinere Unregelmäßigkeiten) gekennzeichnet. Folgende Rauheitsmeßgrößen werden nach DIN 4768 festgelegt: Mittenrauhwert Ra ist der arithmetische Mittelwert aller Abstände des Profils von der Mittellinie. Die gemittelte Rauhtiefe Rz stellt das arithmetische Mittel aus den Einzelrauhtiefen von fünf aufeinander folgenden Einzelstrecken dar. Maximale Rauhtiefe Rmax ist die Größe der auf der Meßstrecke vorkommenden Einzelrauhtiefe.
Oberflächenrisse Riß
Oberflächen-
schutz
dient verschiedenen Zwecken: Zunächst bieten Einölen und Einfetten, Phosphatieren, Schutzpapiere oder abziehbare Kunststoffolien einen vorübergehenden Schutz beim Transport, bei kurzzeitiger Lagerung und bei der Montage. Korrosionsschutz stellt einen Dauerschutz gegen Umwelteinflüsse oder gegen ungünstige Betriebsbedingungen dar. Hier kann durch Plattieren, Beschichten, Auftragschweißen, etc. Abhilfe geschaffen werden.
Oberflächen-
technik
ist der Sammelbegriff für alle Verfahren bzw. Maßnahmen zur Erzielung einer gewünschten Oberfläche.
Oberflächen-
veredelung
Aufbringen von Schutzüberzügen auf Bleche. Sie dienen dem Korrosionsschutz, verbessern das Erscheinungsbild der Oberfläche und schützen sie vor Beschädigungen. Man erreicht dies durch Verzinken, Verzinnen, Aluminieren, Emaillieren usw. Kunststoffbeschichtungen erleichtern zusätzlich die Umformung. Kunststoffe werden in flüssiger Form durch Tauchen bzw. Sprühen aufgebracht, pulverisierte Kunststoffe durch Flammspritzen oder Wirbelsintern. Stahlbänder werden kontinuierlich beschichtet durch Aufwalzen von Pasten (Plastisolen) sowie durch Aufkleben und Aufschmelzen von Folien. Vor dem Beschichten wird das Band mit einem Haftvermittler, "Primer", grundiert. Gebräuchliche Kunststoffe sind z.B. Polyvinylfluorid (PVF), Polyethylen (PE), Kunstharzlacke u. a. (Bandbeschichten, Galfan, Galvanneal, Galvalume).
Oberflächen-
zustand
wird charakterisiert durch die Oberflächenfeinstruktur und den chemischen Zustand. Die Oberflächenfeinstruktur läßt sich durch den arithmetischen Mittenrauhwert Ra darstellen. Dieser Wert spielt eine Rolle für die Blechumformung, denn hohe Ra-Werte bedeuten hohe Reibungsbeiwerte. Da Reibung auch weitere Reaktionen nach sich ziehen kann, spilet die chemische Zusammensetzung der Blechoberfläche (Anreicherung mit Begleitelementen, Walzrückstände, Zunder) ebenfalls eine Rolle für den Oberflächenzustand.
OBM-Verfahren Abk. für Oxygen-Boden-Maxhütte. Sauerstoffblasverfahren im bodenblasenden Konverter mit gekühlten Düsen, das von der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte entwickelt wurde.
Ölfeldrohr Zweckgebunden in der Erdölindustrie oder für die Fernleitung von Erdöl und Erdgas verwendetes Rohr. Man unterscheidet zwei Arten:
1. Rohre untertage: Futterrohre, Steigrohre, Gestängerohre.
2. Rohre übertage: Leitungsrohre und Leitungsrohre mit erhöhten Prüfanforderungen.
Ölfeldrohre sind vom Amerikanischen Petroleum Institut (API) genormt. Diese Vorschriften entsprechen den besonderen Anforderungen der Erdölindustrie, stellen jeweils den neuesten Stand der Technik dar und stützen sich auf die Ergebnisse eingehender Erprobung in der Praxis. Die deutsche Normung hat Fernleitungsrohre für brennbare Flüssigkeiten und Gase, nahtlos und geschweißt, in DIN 17172 zusammengefaßt. Mit der demnächst erscheinenden EN 10208 wird eine Europäische Norm zur Verfügung stehen, die mindestens gleichen Anforderungen gerecht wird.
Ölhärten Härten, bei dem in Öl abgeschreckt wird.
Ölschluß-
vergüten
ist ein Vergüten insbesondere von gezogenem Federstahldraht im Durchlaufverfahren, d. h. Abschrecken aus dem Austenitbereich in Öl, unmittelbar nachfolgendes Anlassen und anschließendes Aufhaspeln. Das Ö. kommt vor allem für Ventilfederdraht in Betracht, wird aber auch für andere Federdrähte bei sehr hohen Beanspruchungen angewendet. Es kann aber auch analog bei Drähten aus anderen Vergütungsstählen vorgesehen werden.
Ofenmantel-
Glanzblech
Blaublech
Offene Profile Alle Stab- und Formstahl-Profile, die keinen vollen Querschnitt aufweisen. Es handelt sich im wesentlichen um Winkelprofile, U-, I-, T-, Z-Profile sowie Spundwand- und Sonderprofile in unterschiedlichen Formen. Gegensatz: Vollprofil.
Open-Coil-
Glühen
Spezielles Glühverfahren für kaltgewalztes Breitband in Rollen (Coils). Beim Aufhaspeln des Bandes werden Doppeldrähte als Abstandhalter mit aufgehaspelt, dadurch entstehen Zwischenräume, die den Glühprozeß intensivieren (Blaublech).
Orangenhaut ist die plastische Bezeichnung einer narbigen Oberflächenausbildung, die durch falsche Parametereinstellungen beim Rekristallisationsglühen hervorgerufen wird. Sie wird allerdings erst nach dem Umformen sichtbar.
Ovalität (Abweichung von der Kreisform) Unrundheit, die sich beim Walzen sowie beim Ziehen, Schälen, Schleifen von Werkstücken mit kreisförmigem Querschnitt nicht immer vermeiden läßt; sie darf bei Walzstahl 80%, bei Blankstahl 50% der Dickentoleranz nicht überschreiten. Bei Rohren ist sie durch die zulässigen Abmaße für den Außendurchmesser begrenzt.
Oxidation Verbindung von Sauerstoff (lat. = Oxygenium) mit anderen Elementen zu Oxiden. Sie kommt dadurch zustande, daß das Sauerstoffion negativ geladen ist, also Elektronen von einen Verbindungspartner aufnehmen kann. Man spricht von einem "Elektronenakzeptor". Findet sich ein geeignetes Ion, das Elektronen abgeben kann, also ein "Elektronendonator", so werden sich beide chemisch verbinden. Es entsteht ein neuer Stoff, ein Oxid. Die Umkehrung dieser Reaktion ist die Reduktion. In der Praxis sind meistens beide Reaktionen miteinander gekoppelt. Diese sog. Redox-Reaktionen bilden die Grundlagen der Eisenhüttenverfahren.
Oxidkeramik nennt man solche Werkstoffe, die aus einem feuerfesten Oxid dicht unterhalb der Schmelztemperatur gesintert wurden. Sie besitzen hohe Reinheit und halten extremen thermischen, mechanischen, elektrischen und chemischen Beanspruchungen stand. Keramische Schneidstoffe.

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